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Siemens: Überraschend starke Quartalszahlen sorgen für Analystenlob, freudige Anleger und ein 15-Monatshoch bei der Aktie

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Siemens: Überraschend starke Quartalszahlen sorgen für Analystenlob, freudige Anleger und ein 15-Monatshoch bei der Aktie

Siemens hat heute die Zahlen für das vierte Geschäftsquartal auf den Tisch gelegt und die Anleger dabei offensichtlich positiv überrascht. Ein starker Kurszuwachs und Zuspruch von den Analysten war die Belohnung. Gleichzeitig gab es jedoch auch ernstere Töne mit Blick auf das jetzt startende nächste Geschäftsjahr.

Siemens kann mit starken Zahlen aufwarten

Für das vergangene Geschäftsjahr konnte Kaeser „Wort halten“, das Unternehmen erfüllte seine Ziele. Netto sank der Gewinn zwar von 5,8 Milliarden auf 5,2 Milliarden Euro, allerdings hatte Siemens im vergangenen Jahr von Sondererträgen, etwa aus dem Verkauf seiner restlichen Osram-Anteile, profitiert. Die Aktionäre sollen eine um 10 Cent höhere Dividende von 3,90 Euro je Aktie erhalten. Siemens legte dabei einen starken Schlussspurt hin. Umsatz und Gewinn legten im vierten Geschäftsquartal deutlich zu. Zum Ergebniswachstum trugen alle Bereiche mit Ausnahme des Windanlagenbauers Siemens Gamesa bei. Stark zeigte sich das Softwaregeschäft. Netto sprang der Gewinn konzernweit im Zeitraum Juli bis September von 559 Millionen auf 1,3 Milliarden Euro. Hier profitierte Siemens auch von einer deutlich niedrigeren Steuerquote. Zudem hatten hohe Restrukturierungskosten für das Kraftwerksgeschäft im vergangenen Jahr belastet.

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Siemens sei „sehr gut“ für die Zukunft aufgestellt, sagte Kaeser auf der Bilanzpressekonferenz in München. Das Umfeld dürfte jedoch schwierig bleiben. Siemens erwartet daher im Anfang Oktober begonnenen Geschäftsjahr 2019/20 weiteren Druck auf die kurzzyklischen Geschäfte, insbesondere in der Automobil- und Maschinenbaubranche. So geht der Konzern von moderat sinkenden Märkten in Bereichen wie Software oder Automatisierung aus. Der Druck dürfte dabei vor allem in der ersten Geschäftsjahreshälfte anhalten, erklärte Finanzvorstand Ralf Thomas.

Ausblick für die einzelnen Geschäftsbereiche

Für seine Digitalisierungssparte, die zusammen mit Healthineers den größten Ergebnisbeitrag zum Konzern leistet, erwartet der Konzern daher keine großen Sprünge. Im neuen Geschäftsjahr 2019/20 (per Ende September) geht Siemens in dem Segment von stagnierenden bis sinkenden Margen sowie einem unveränderten Umsatz aus. Auch für das Zuggeschäft erwartet der Konzern im schlechtesten Fall sinkende Renditen. Beim Geschäft für smarte Infrastruktur sieht Siemens dagegen eine leichte Besserung. Die vor der Ausgliederung stehende Energiesparte dürfte weiterhin vergleichsweise schwache Margen erwirtschaften.

Wachstumsziele weiter auf Kurs

Margenziele für den Konzern nannte Siemens nicht. Das Unternehmen soll auf vergleichbarer Basis moderat wachsen, was ein Plus von 3 bis 5 Prozent impliziert. Das Ergebnis je Aktie soll 6,30 Euro bis 7,00 Euro betragen, nach 6,41 Euro im Vorjahr. In der Mitte der Spanne würde das ein Gewinnwachstum von 4 Prozent bedeuten. Erträge aus der Ausgliederung des Energiegeschäfts dürften sich mit Belastungen aus diesem Prozess sowie Restrukturierungskosten in etwa die Waage halten. Die Investitionen sollen weiter zulegen.

„Wir können – vor allem relativ gesehen – auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken und sind sehr gut für die Zukunft aufgestellt“, erklärte Kaeser. Das Strategiekonzept beginne zu greifen. Im Mittelpunkt stehe dabei der geplante Börsengang des Energiegeschäfts. „Dieser hat hohe Priorität.“

Börsengang der Energiesparte – „Aufbruchsstimmung“

Siemens will die Sparte Gas and Power, die unter anderem das Kraftwerksgeschäft enthält, ausgliedern und im kommenden Jahr im September unter dem Namen Siemens Energy an die Börse bringen. Dabei will Siemens die Mehrheit an dem neuen Unternehmen abgeben, aber Ankeraktionär bleiben. In die neue Gesellschaft soll dann auch der Anteil von 59 Prozent an dem Windanlagenbauer Siemens Gamesa eingebracht werden. Der designierte Energy-Chef Michael Sen macht dabei eine „Aufbruchstimmung“ aus und erhofft sich unter anderem „mehr Flexibilität in Strategieentscheidungen“. Das Marktumfeld ist dabei schwierig, der Preisdruck hoch, auch in der Windkraft.

Sen bekannte sich dabei zu der Beteiligung an Gamesa. „Wir sehen einen darwinistischen Verdrängungswettbewerb im Windenergiegeschäft“, sagte er. Siemens Gamesa, die am Dienstag schwache Zahlen vorgelegt hatte, bewähre sich dabei im harten Markt besser als andere und sei ein wichtiges strategisches Element für das Energiegeschäft.

Ein dreifaltiges Kerngeschäft, flankiert von Healthineers und Energy

Siemens komme bei der Transformation gut voran, sagte Kaeser. „Danach wird die Marke Siemens nicht mehr ein Konglomerat traditioneller Prägung sein, sondern aus drei auf ihre Branchen fokussierte Unternehmen bestehen.“ Das Kerngeschäft von Siemens wird dabei künftig aus dem Digitalisierungsgeschäft, der smarten Infrastruktur sowie dem Zuggeschäft bestehen, flankiert von Healthineers und Energy. Das Zuggeschäft soll dabei zunächst weiter im Konzern verbleiben. Derzeit gäbe es keinen Grund, über einen Börsengang der Sparte zu spekulieren, erklärte Kaeser. Siemens hatte die Sparte eigentlich mit dem französischen Konkurrenten Alstom fusionieren wollen, scheiterte aber an der europäischen Wettbewerbsbehörde.

Kaeser will keine Infos zu seiner Zukunft geben

Fragen zu seiner Zukunft blockte Kaeser ab. Der Vertrag des 1957 geborenen Niederbayern läuft Anfang 2021 aus, der Siemens-Aufsichtsrat hatte Technik-Vorstand Roland Busch zum 1. Oktober zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden bestellt und damit quasi zum Kronprinz gemacht. Über die Nachfolge und deren Zeitpunkt soll im Sommer 2020 entschieden werden. Das hatte zu Spekulationen geführt, Kaeser könne womöglich früher gehen. Aber auch das Gegenteil könnte theoretisch der Fall sein – dass der Manager womöglich doch noch einmal verlängert, um die Früchte seines Strategieprogramms zu ernten. Kaeser sprach lediglich von einer „konventionellen, klaren Nachfolgeregelung“. Der ersten „seit 15 Jahren“. Weiter wollte sich Kaeser nicht äußern, außer: „ich werde garantiert nicht um fünf Jahre verlängern“.

Aktie legt Sprung hin

Der Quartalsbericht hat an der Börse für Euphorie gesorgt und die Siemens-Aktie auf den höchsten Stand seit 15 Monaten getrieben. Am frühen Nachmittag legte sie hinter dem Lufthansa-Papier als zweitstärkster Dax -Wert um 4,89 Prozent auf 113,66 Euro zu, nachdem sie zeitweise sogar bis auf 114,40 Euro geklettert waren.

Damit erreichten sie wieder den höchsten Stand seit Anfang August 2018, als Details zur Neuorganisation des Industriekonzerns sowie eine überraschend schwache Gewinnentwicklung eine Talfahrt ausgelöst hatten. Letztlich setzte diese sich bis Mitte August dieses Jahres fort. Als Siemens diesen Sommer pessimistischere Prognosen ausgab, drückte dies die Aktie bis auf 84,42 Euro. Seither ging es wieder aufwärts, und im bisherigen Jahresverlauf steht ein Plus von rund 17 Prozent zu Buche. Der Dax allerdings ist im selben Zeitraum um rund 26 Prozent gestiegen.

Das sagen die Analysten

Analyst Andreas Willi von der Investmentbank JPMorgan attestierte Siemens nun ein „fantastisches viertes Geschäftsquartal“. Auch der Ausblick sei im Detail positiv, schrieb er und hatte daher bereits eine starke Kursreaktion erwartet.

Analyst Wasi Rizvi von RBC Capital Markets war ebenfalls voll des Lobs für den starken Jahresausklang. Besonders in der Digitalisierungssparte seien die Erwartungen deutlich übertroffen worden. Das Segment habe dem von den Endmärkten kommenden Gegenwind gut standhalten können. Den von Siemens für 2019/20 gegebenen Ausblick nannte der Experte „etwas schwierig zu interpretieren“. Dieser liege aber am oberen Ende der durchschnittlichen Analystenerwartung.

Redaktion onvista/dpa-AFX

Titelfoto: Robert Fruehauf / Shutterstock.com

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