Silber testet den Aufwärtstrend

Bernd Raschkowski

Die letzte Börsenwoche hatte es in sich: Schon am Montag gab es einen regelrechten Abriss im DAX. Zur Wochenmitte erholte sich der deutsche Aktienmarkt zwar leicht, an den letzten beiden Handelstagen war dagegen wieder ordentlicher Verkaufsdruck zu sehen.

Auch die US-Börsen gingen massiv auf Talfahrt. Es könnte ein heißer Herbst werden - mit Schlagzeilen rund um die US-Präsidentschaftswahl, dem internationalen Handelsstreit und natürlich der Corona-Krise. Diese Themen rücken erneut die Edelmetalle ins Rampenlicht, welche sich als sichere Häfen oft stabiler zeigen als die Aktienmärkte.

Edelmetalle profitieren von gestiegener Unsicherheit

Die Verunsicherungen rund um die Corona-Krise und die massive Liquiditätsflut der internationalen Notenbanken haben die Edelmetalle in den vergangenen Monaten nach oben getrieben. Gold und Silber profitierten als sichere Häfen von der Sorge der globalen Investoren.

Aufgrund der Billionen-Beträge, die von den Notenbanken und Staaten zur Bekämpfung der Corona-Folgen aufgebracht werden, fürchten immer mehr Menschen eine ausufernde Staatsverschuldung und dadurch bedingt höhere Inflationsraten (langfristig). Edelmetalle gelten grundsätzlich als Inflationsschutz, da ihre Menge nicht künstlich ausgeweitet werden kann.

Silber mit dynamischer Welle

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Silber in den letzten Monaten sogar stärker angestiegen ist als der große Bruder Gold. Und dass, obwohl der Silberpreis auch von der Nachfrage der Industrie und somit von der Konjunktur abhängig ist. Nach Angaben von Händlern wurde bei Silber zusätzlich zur Wertstabilität auch auf eine konjunkturelle Erholung gesetzt, was den Preis ebenfalls antrieb.

In der folgenden Abbildung ist die Silber-Entwicklung seit Oktober 2019 dargestellt (in US-Dollar je Feinunze, Candlestick-Chart auf Tagesbasis):

Silber kletterte im Juli 2020 von rund 19 Dollar bis auf 29 Dollar empor (Mitte August). Solch dynamische Bewegungen gibt es nicht alle Tage. Nach dem hastigen Anstieg ging das Edelmetall anschließend in eine wohlverdiente Korrektur über.

Aktuell kostet eine Feinunze Silber 23,40 US-Dollar.

Charttechnik: Hält der Aufwärtstrend?

Die Korrekturphase ist momentan in vollem Gang. Als erstes Korrekturziel geriet die etablierte Aufwärtstrendlinie in den Fokus. Diese Chartlinie, welche Silber bereits seit März nach Norden führt, verläuft aktuell bei rund 22,50 Dollar. Mit dem gestrigen Handelstag hatte Silber diese wichtige Chartlinie bereits mustergültig erreicht. In diesem Bereich könnte sich das Edelmetall stabilisieren und wieder nach Norden drehen.

Zunächst muss jedoch die weitere Entwicklung abgewartet werden. Im Zuge der kleinen Turbulenzen an den internationalen Märkten muss auch ein Rutsch unter die Aufwärtstrendlinie einkalkuliert werden. In diesem Szenario muss mit einer Abwärtswelle bis auf 18,90 Dollar gerechnet werden. Erst dort besteht die nächste charttechnische Unterstützungsmarke.

Ich behalte das Edelmetall selbstverständlich im Blick und gehe je nach Marktumfeld und Nachrichtenlage möglicherweise erste Trading-Position an den genannten Chartmarken ein. Auf nextmarkets.com verfolge ich die Entwicklung und gebe mögliche Trading-Ideen bekannt.

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Expertenprofil
Bernd Raschkowski Bernd Raschkowski

Bernd Raschkowski analysiert seit mehr als 20 Jahren die Entwicklungen an den Kapitalmärkten und leitet daraus nachhaltige Börsenstrategien ab. Der studierte Dipl.-Kaufmann nutzt einen ganzheitlichen Ansatz aus volkswirtschaftlichen Daten, Unternehmensnachrichten, Charttechnik sowie der Verhaltensökonomie. In seiner Freizeit verbringt Bernd Raschkowski viel Zeit auf dem Mountainbike.

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Kurs zu Silberpreis Rohstoff

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28.10.2020, 14:51, Deutsche Bank Indikation
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