Skandalgeplagte RBS benennt sich um - Chefin verordnet Radikalumbau

Reuters

London (Reuters) - Die in der Finanzkrise verstaatlichte Royal Bank of Scotland (RBS) will ihre skandalträchtige Vergangenheit mit einem Namenswechsel vergessen machen.

Skandalgeplagte RBS benennt sich um - Chefin verordnet Radikalumbau

Vorstandschefin Alison Rose kündigte am Freitag an, dass die Bank künftig unter den Namen ihrer Hauptmarke NatWest auftreten wird. "Heute ist der Beginn einer neuen Ära", sagte Rose. Das Investmentbanking werde drastisch zusammengestrichen, die Bank werde nachhaltiger. Rose, seit November die erste Frau an der Spitze einer britischen Großbank, konnte mit ihren Ankündigungen keine Vorschusslorbeeren ernten. Obwohl der Vorsteuergewinn 2019 um 24 Prozent auf 4,2 Milliarden Pfund (fünf Milliarden Euro) stieg, brach die RBS-Aktie um mehr als sechs Prozent ein.

Überschattet wurde das Ergebnis von einem Verlust im Investmentbanking, das nun zurechtgestutzt wird. Die Bilanzrisiken der Sparte werden halbiert. Auch die Skandale der Vergangenheit hat die Bank nicht vollständig hinter sich gelassen. Die Entschädigung von Kunden, denen die RBS unnötige Restschuldversicherungen verkauft hatte, belasteten das Ergebnis 2019 mit 900 Millionen Pfund, wie die Bank bereits mitgeteilt hatte.

WEITERER STELLENABBAU ZEICHNET SICH AB

Auch die Dividende und die Geschäftsziele sorgten bei den Anlegern für Enttäuschung. Die Aktionäre erhalten für das vierte Quartal eine Dividende von acht Cent je Aktie. Damit schüttet die Bank eine Milliarde Pfund aus, davon gehen 600 Millionen an den Staat. Auch mehr als ein Jahrzehnt nach der 45 Milliarden Pfund teuren Rettung hält Großbritannien die Mehrheit an der RBS.

Die Bank stellt nun eine Eigenkapitalrendite von neun bis elf Prozent in Aussicht, nachdem sie 2019 bei 9,4 Prozent lag. Mittelfristig will das Geldhaus sein Kapitalpolster abschmelzen und sich mit einer Kernkapitalquote von 13 bis 14 (Ende 2019: 16,2) Prozent begnügen. Die Kosten sollen 2020 um 250 Millionen Pfund sinken. Das wird voraussichtlich zu einem erneuten kräftigen Stellenabbau führen. 2019 hatte die Bank 3000 Arbeitsplätze gestrichen.

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