SPAC – Sack ohne Katze

Klaus Brune

Ein neuer Börsentrend aus den USA schwappt gerade nach Europa. Was früher ein leerer Börsenmantel war, heißt heutzutage „special purpose acquisition company“, kurz SPAC. Im vergangenen Jahr wurden in den USA nach Berechnungen von Dealogic 82,4 Mrd. US-Dollar für 248 SPACs eingesammelt, im Januar waren es auch schon wieder etwa 70 SPACs mit rd. 20 Mrd. Dollar. Die Initiatoren machen sich mit dem Geld auf die Suche nach interessanten Übernahmeobjekten, um die leere Hülle mit operativem Leben zu füllen. So kam 2020 der umstrittene Elektro-Lkw-Hersteller Nikola an die Börse, zu den Initiatoren von SPACs gehören neben Finanzprofis auch Prominente wie der frühere NBA-Star Shaquille O‘Neal.

In Europa entpuppt sich der Markt als eine bevorzugte Spielwiese ehemaliger Investmentbanker. Ex-Commerzbank-Chef Martin Blessing gehört ebenso dazu wie der frühere UBS-Chef Sergio Ermotti oder der gerade erst bei Unicredit zurückgetretene Jean Pierre Mustier. Ihre Motivation ist klar, ebenso die der Unternehmen: Start-ups wie das deutsche Flugtaxi-Unternehmen Volocopter spielen dem Vernehmen nach mit dem Gedanken, über diese Abkürzung ohne mühsame Roadshows an die Börse zu kommen.

Doch lohnt sich der Einstieg auch für Kleinanleger? Hier scheiden sich die Geister, Investoren kaufen bei diesem Modell nicht mal die Katze im Sack, sondern nur einen leeren Sack nebst Investitionsversprechen. Das ergibt zwar neue Anlagemöglichkeiten, ist aber ähnlich wie das Setzen auf einen bestimmten Wirkstoffentwickler sehr risikoreich. Diese Erfahrung mussten in Deutschland übrigens auch schon echte Profis machen: Carsten Maschmeyer, Thomas Middelhoff und Roland Berger stiegen 2009 mit ihrem SPAC-Vehikel Germany1 für über 500 Mio. Euro bei AEG Power Solutions ein. 2017 endete das Börsendasein des SPAC nach der Insolvenz des Solarzulieferers.

Haftungsausschluss:

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Expertenprofil
Klaus Brune Klaus Brune Ressortleiter Börse PLATOW Verlag

Klaus Brune leitet seit Juli 2017 das Börsen-Ressort des PLATOW Verlags. Nach einem Studium der Amerikanistik in Frankfurt und Carbondale, lllinois (USA), berichtete er mehr als 20 Jahre auf Deutsch und auf Englisch über die internationalen Finanzmärkte. Bei der News Corp. war er zuletzt als Managing Editor für die deutschsprachige Redaktion von Dow Jones News verantwortlich, zuvor leitete er fast zehn Jahre lang als stellvertretender Redaktionsleiter das Reporternetzwerk des Unternehmens.

Bei der PLATOW Redaktion verantwortet er die beiden Publikationen „PLATOW Börse“ und „PLATOW Emerging Markets“. Im Fokus stehen dabei Aktien, welche sich im Normalfall durch ein bewährtes Geschäftsmodell, eine moderate Bewertung und einen stabilen Newsflow auszeichnen. Als Beimischungen werden auch „Fallen Angels“ mit starkem Kurserholungspotenzial oder kurzfristige Spekulationen mit entsprechend höherem Risiko eingesetzt. Mit seinem Redaktionsteam führt Klaus Brune jährlich mehrere hundert Hintergrundgespräche mit Vorständen und anderen Insidern börsennotierter Gesellschaften.

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