Spahn ordnet Suche nach hochansteckenden Virus-Mutationen an

Reuters

Berlin (Reuters) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verpflichtet Labore, gezielt nach hochansteckenden Virus-Mutationen zu suchen.

Das sieht eine von Spahn am Montag vorgestellte Verordnung zur Gen-Sequenzierung vor. Ziel ist es demnach, künftig mindestens fünf Prozent der Positivproben auf Gen-Mutationen zu untersuchen. "Wir wollen einen besseren Überblick über die in Deutschland zirkulierenden Virusvarianten", sagte der CDU-Politiker. Spahn will mit der verstärkten Gen-Sequenzierung erreichen, dass die Behörden mehr Klarheit gewinnen, wie sich die etwa in Großbritannien und Südafrika aufgetretenen Virus-Mutationen ausbreiten. Zuletzt hatte es Kritik gegeben, dass dies in Deutschland anders als in Großbritannien und Dänemark bisher kaum untersucht wurde. Die Virus-Mutationen gelten als deutlich ansteckender. Die Furcht vor einer Ausbreitung der Virus-Varianten dürfte auch die Beratungen von Bund und Ländern über neue Corona-Maßnahmen am Dienstag bestimmen.

Die Labore erhalten für den Mehraufwand sowie das Meldung der Daten 220 Euro pro Probe. "Es ist vorgesehen, dass bis zu einer durchschnittlichen täglichen Fallzahl von 10.000 Sars-CoV-2 Infektionen bis zu zehn Prozent der positiv getesteten Proben von den Laboratorien, die eine Primärdiagnostik durchführen, an die sequenzierenden Einrichtungen versendet werden können. Überschreitet die durchschnittliche tägliche Fallzahl den Wert von 10.000, soll dieser Prozentsatz auf fünf Prozent reduziert werden", heißt es in der Verordnung.

Anders als im ersten Verordnungsentwurf werden keine genauen Kosten für den Bundeshaushalt mehr angegeben, weil die Zahl der Gen-Sequenzierungen stark schwanken kann. Bei einer angenommen Fallzahl von 25.000 Neuinfektionen am Tag entstünden bis zum 31. Juli 2021 Kosten von etwa 56 Millionen Euro, heißt es.

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