Spanische Banken sehen Licht am Ende des Tunnels

Reuters

Madrid (Reuters) - Drei der größten spanischen Banken sehen in der schwersten Wirtschaftkrise seit Jahrzehnten einen Hoffnungsschimmer.

BBVA, Sabadell und Caixabank verdienten im vergangenen Quartal mehr als erwartet und erwarten geringere Belastungen durch Kreditausfälle. "Wir werden aus dieser Phase stärker hervorkommen, als Bank, als Individuen und als Gesellschaft", sagte BBVA-Chef Onur Genc am Freitag. Spanien ist in Europa von der Corona-Pandemie besonders schwer betroffen. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte laut Regierungsprognose in diesem Jahr um mehr als elf Prozent sinken.

Der Gewinn von BBVA ging von Juli bis September zwar um knapp sieben Prozent auf 1,14 Milliarden Euro zurück, wie BBVA mitteilte. Analysten hatten aber mit einem deutlich stärkeren Einbruch gerechnet. Zu Gute kam dem zweitgrößten spanischen Geldhaus, dass die Risikovorsorge für faule Kredite im Vergleich zum ersten Halbjahr deutlich zurückging und sich die Situation im Kernmarkt Mexiko erholte. Kunden zahlten dort wieder vermehrt Darlehen zurück. Auch die Kosten fielen im dritten Quartal. Doch wie andere Banken in der Euro-Zone leidet auch BBVA unter den niedrigen Zinsen, die Zinserträge als wichtigste Einnahmequelle gingen um acht Prozent zurück.

Sabadell kündigte nach einem Gewinneinbruch im dritten Quartal einen Stellenabbau an. Dieser solle über freiwillige Maßnahmen und Vorruhestandsregelungen geschehen. Offen blieb, wie viele Jobs betroffen sind. Ein Insider hatte vor wenigen Tagen gesagt, Sabadell wolle in Spanien 2000 Stellen und damit zwölf Prozent der Arbeitsplätze in dem Land streichen. Der Gewinn brach im Sommerquartal um 77 Prozent auf 57 Millionen Euro ein. Experten hatten einen noch stärkeren Rückgang erwartet, ebenso wie bei der Caixabank. Ihr Gewinn fiel um ein Fünftel auf 522 Millionen Euro.

Börsianer machte das zuversichtlicher. Die Aktien von BBVA legten zeitweise mehr als zwei Prozent zu, Sabadell gut ein Prozent und Caixabank knapp ein halbes Prozent. Anleger in Spanien waren ohnehin erleichtert, weil Wirtschaftsdaten besser ausfielen als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von Juli bis September um 16,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistikamt mitteilte. Experten hatten lediglich mit einem Plus von 13,5 Prozent gerechnet.

In Spanien hatte die Wirtschaft im Juni wieder geöffnet, nachdem die Regierung im Kampf gegen die Corona-Pandemie strikte Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen verhängt hatte. Mittlerweile sind die Infektionszahlen wieder massiv gestiegen und es gibt neue Beschränkungen.

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