Stiko empfiehlt AstraZeneca-Vakzin nun auch für über 65-Jährige

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Der Covid-19-Impfstoff von AstraZeneca erhält in Deutschland nun auch grünes Licht für den Einsatz bei über 65-Jährigen.

Gesundheitsminister Jens Spahn gab am Donnerstag bekannt, dass die Ständige Impfkommission (Stiko) das Vakzin jetzt auch für diese Altersgruppe empfiehlt. "Das ist eine gute Nachricht für alle Älteren, die auf eine Impfung warten. Sie können schneller geimpft werden", erklärte Spahn. Neue Studiendaten belegten zudem, dass das Mittel bei einem Abstand zwischen der Erst- und Zweitimpfung von zwölf Wochen noch wirksamer sei. Auch das befürworte die Stiko. "Beide Empfehlungen werden wir sehr zeitnah in der Verordnung umsetzen", sagte Spahn.

Auch Ungarn und Schweden haben den Impfstoff inzwischen für ältere Menschen freigegeben. Frankreich will das Mittel nun auch bei Personen mit gesundheitlichen Beschwerden bis einschließlich 74 Jahren einsetzen und nicht mehr nur bei Unter-65-jährigen.

Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hatte bei der bedingten Zulassung des Vakzins Ende Januar keine Altersobergrenze gezogen und es für Personen ab 18 Jahren freigegeben. Sie hatte zu dem Zeitpunkt aber darauf hingewiesen, dass es noch nicht genügend Daten über die Wirksamkeit des Vakzins bei älteren Menschen gebe, um zu beurteilen, wie effektiv es bei diesen sei. Die Stiko hat den Impfstoff in Deutschland bislang nur für unter 65-Jährige empfohlen, da aus ihrer Sicht nicht ausreichenden Daten zur Beurteilung der Impfeffektivität ab 65 Jahren vorlagen.

Das hat sich inzwischen geändert: So liegen positive Daten zur Wirksamkeit des Mittels in höheren Altersgruppen aus Großbritannien vor, wo es keine Altersobergrenze gibt und der AstraZeneca-Impfstoff schon Ende Dezember eine Notfallgenehmigung erhielt. Mit diesen Studiendaten sei die Wirksamkeit des Vakzins hinsichtlich der Verhinderung von Covid-19-Erkrankungen und insbesondere auch schwerer Krankheitsverläufe "eindrücklich belegt" worden, erklärte die Stiko. Sie empfiehlt deshalb nun die Impfung mit dem Mittel für alle Altersgruppen entsprechend der Zulassung.

Der Abstand zwischen der ersten und der zweiten AstraZeneca-Impfdosis soll laut Stiko "möglichst zwölf Wochen" betragen. Menschen, sich bereits mit Corona infiziert hätten, sollen frühestens sechs Monate nach ihrer Diagnose eine einzige Impfung erhalten. Das gelte für alle Covid-19-Impfstoffe, erklärte das Robert-Koch-Institut, bei dem die Stiko angesiedelt ist. Diesen Weg gehen auch schon Italien, Frankreich und Spanien.

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