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TagesInfo Devisen: Ups, we did it again

COMMERZBANK
  • Die Angst der Fed vor einem Politikfehler
  • JPY leidet, weil Nordkorea keine neue Bombe testet

USD: Fällt es Ihnen auch auf? Seit Minnesota-Fed-Präsident Neel Kashkarki letzte Woche offen die Möglichkeit angesprochen hat, dass die bisherigen Zinserhöhungen der Fed ein Politikfehler sein könnten (wir berichteten), lese ich plötzlich zunehmend Kommentare, die diese Interpretation als Faktum unterstellen. Ich weiß nicht, ob andere im FOMC Kashkaris Meinung teilen. Ich weiß nur: Jedes andere FOMC-Mitglied, das auch nur im entferntesten Kashkaris Ansicht teilen würde, würde nicht im Traum auch nur an Zinserhöhungen denken. Nicht im Dezember und nicht in 2018 - zumindest wenn nicht ein klarer selbsttragender Re-Inflationierungstrend zu beobachten ist, stärker als 2016 (denn der hat sich als fragil erwiesen).

In Amerika ist es Konsens, die Große Depression der 1930er Jahre darauf zurückzuführen, dass die Fed damals zu früh ihre Geldpolitik wieder normalisierte und damit die Erholung abwürgte. 2002 formulierte Ben Bernanke (damals noch Fed-Gouverneur und in der Großen Rezession Fed-Chair) das große Versprechen der Fed: „We did it. We’re very sorry. But […] we won’t do it again.“ Dieses Versprechen zu brechen würde die Legitimation der Fed auf Generationen zerstören und wäre der geldpolitische Super-Gau. Aber genau diese Sicht scheint sich gerade durchzusetzen: dass die Fed es wieder getan hat, dass sie wieder mit verfrühten Zinserhöhungen die einsetzende Normalisierung abgewürgt hat.

Um das klarzustellen: Die Fed-Prognose der Commerzbank fällt nicht in meinen Kompe-tenzbereich. Ich will nicht sagen, dass die Fed nicht doch ihren Ende 2015 begonnenen Zinserhöhungszyklus fortsetzt. Für mich als FX-Analyst ist lediglich wichtig: Solange der Markt der Idee folgt, dass die vergangenen Zinserhöhungen für das frühe Ende des Re-Inflationierungsprozesses verantwortlich sein könnten, wird er alles Mögliche annehmen, nur ganz bestimmt nicht eine Fortsetzung des Fed-Zinszyklus. Genau deshalb ist in den Fed-Funds-Futures bis Ende 2018 nur ein magerer weiterer Zinsschritt eingepreist. Und genau deshalb leidet der Dollar. Die leichte Erholung, die wir seit Freitagnachmittag sehen, kann nur temporär sein und nicht weit führen, solange sich an der Fed-Sicht nichts ändert.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD910BCD910B Long EUR/USD Faktor: 5
CD910CCD910C Short EUR/USD Faktor: -5

JPY: Keine Raketen- oder Bombentests in Nordkorea am Wochenende: Das ist schon ein hinreichend gutes Signal für die geopolitische Lage, dass es JPY-negativ wirkt. Nun mag man einwenden, dass keine weitere Eskalation der Nordkorea-Krise nicht wirklich das gleiche ist wie eine Entspannung. Aber so funktioniert es nun einmal am Devisenmarkt. Schon immer waren diejenigen, die wieder auf „risk on“ gesetzt haben, besonders ungeduldig. Kein Wunder, sie sind ja auch diejenigen, die jeden Tag Carry verlieren.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CV1X5BCV1X5B Faktor Long USD/JPY Faktor: 5
CV1X5GCV1X5G Faktor Short USD/JPY Faktor: -5

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20.10.2017, 22:02, NYSE