Telekom, ASML, Richemont, Telekom, Leoni – die wichtigsten News zum Börsenstart

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Zinssorgen drücken auch zur Wochenmitte weiter auf die Stimmung am Aktienmarkt. Kurz nach der Eröffnung verlor der Dax am Mittwoch 0,45 Prozent auf 15 701,93 Punkte. Der Leitindex macht damit einen mehr und mehr angeschlagenen Eindruck, sagen Charttechniker. Der MDax fiel am Mittwoch um 0,56 Prozent auf 33 963,49 Punkte.

In New York war es am Vorabend nach der Feiertagspause weiter bergab gegangen. Vor allem bei den Technologiewerten nahm dort im Verlauf der Druck angesichts weiter anziehender Renditen am Anleihenmarkt weiter zu. Diesen schwachen Trend nahmen die asiatischen Börsen am Morgen auf – allen voran Japan mit massiven Verlusten. Zinssorgen hätten den Markt durchgerüttelt, hieß es bei der Commerzbank in Erwartung schneller Zinsschritte der US-Notenbank Fed.

„Die Warn- und Schwächesignale im Dax nehmen zu“, erklärte nun der Charttechnik-Experte Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel. Am Vortag war die mittelfristig relevante und bei einigen Anlegern beliebte 50-Tage-Linie unterschritten worden. Durch weitere Verluste rückt nun auch der langfristig bedeutende 200-Tage-Durchschnitt in den Fokus, der aktuell bei 15 600 Punkten verläuft.

Telekom: Geschäft mit Cloud-Telefonie wird angegangen

Die Deutsche Telekom  steigt zusammen mit dem französischen Anbieter Aircall in den Markt der cloudbasierten Telefonie ein. Das Angebot richte sich nicht an Privatkunden, sondern an Unternehmen und Organisationen, teilten beide Firmen am Mittwoch in Bonn und Berlin mit.

Bei der Cloud-Telefonie werden alle Funktionen einer Telefonanlage im Rechenzentrum eines Providers betrieben und über das Internet bereitgestellt. Bei Kunden werden so eigene Telefonanlagen-Hardware und spezielle Telefonie-Verkabelungen abgelöst.

Bislang hatte die Telekom dieses Geschäftssegment weitgehend Spezialfirmen wie Vonage oder NFON überlassen. Allerdings hatte die Deutsche Telekom Capital Partners (DTCP), der Risikokapitalgeber der Deutschen Telekom, bereits 2020 in das französische Start-up Aircall investiert.

De Nachricht hilft der Aktie heute allerdings nicht auf die Sprünge. Sie liegt leicht im Minus

ASML: Wachstum bleibt hoch 

Der Chipausrüster ASML rechnet trotz einer Umstellung im Testverfahren bei der Auslieferung von Maschinen erneut mit einem starken Wachstum. Der Umsatz soll in diesem Jahr um rund 20 Prozent steigen, teilte das EuroStoxx-50-Schwergewicht am Mittwoch in Veldhoven mit. 2021 stieg der Erlös um ein Drittel auf 18,6 Milliarden Euro. Die Prognose für das laufende Jahr liegt wie der 2021er-Umsatz im Rahmen der Erwartungen der von Bloomberg erfassten Analysten.

Das Umsatzplus könnte noch höher ausfallen, wenn ASML nicht die Tests der Maschinen bei der Auslieferung geändert hätte. Um der hohen Nachfrage der Chiphersteller schneller nachzukommen, verlagert der Maschinenbauer die finalen Tests der Anlagen von den eigenen Fabriken zum Kunden. Dadurch können diese die Anlagen schneller nutzen. Auf der anderen Seite kommt es deshalb zu Verzögerungen bei der formellen Abnahme, die für die Einbuchung des Umsatzes erforderlich ist.

Nach aktuellen Schätzungen führt dies dazu, dass der Umsatz aus dem Verkauf von sechs der zukunftsträchtigen EUV-Lithografiemaschinen (Extrem-Ultraviolett-Lithografie) erst 2023 verbucht werden kann und nicht bereits in diesem Jahr.

Richemont: Dem Weihnachtsmann sei Dank

Der Luxusgüterhersteller ist im Weihnachtsquartal stark gewachsen. Der Umsatz übertraf erneut das Vorkrisenniveau. Insbesondere im Schmuck-Geschäft konnten die Genfer deutlich zulegen. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 (bis Ende Dezember) stieg der Umsatz um 35 Prozent auf knapp 5,7 Milliarden Euro, wie Richemont am Mittwoch mitteilte. Um Währungseffekte bereinigt beläuft sich das Plus auf 32 Prozent.

Die Verkäufe liegen wie bereits im ersten Geschäftshalbjahr über dem Vorkrisenniveau von vor zwei Jahren. Die Analystenschätzungen wurden damit klar übertroffen. Zahlen zum Gewinn publiziert Richemont zum dritten Geschäftsquartal nicht.

Insbesondere das Schmucksegment, angeführt von der wichtigsten Marke Cartier, profitierte von einer hohen Nachfrage und verzeichnete ein Wachstum in Lokalwährung von 38 Prozent. Aber auch bei Uhren mit Marken wie Piaget und IWC legte Richemont um ein Viertel zu. Bei den Märkten zogen die Verkäufe in der Region Americas am stärksten an.

In einem schwachen Marktumfeld können sich die Papiere des Luxusgüterherstellers mit  Plus 5 Prozent klar gegen den Trend stemmen.

Leoni: Bundeskartellamt ermittelt

Im Zuge von Ermittlungen des Bundeskartellamtes sind am Dienstag Standorte des Autozulieferers Leoni durchsucht worden. Im Raum stehe der Verdacht, dass mehrere Kabelhersteller Preise abgesprochen hätten, teilte das Unternehmen am Dienstagabend in Nürnberg überraschend nach Börsenschluss mit. Konkret sollen die Hersteller die „branchenüblichen“ Metallzuschläge gemeinsam berechnet und koordiniert haben. Leoni betonte, das Unternehmen kooperiere mit den Behörden und wolle die Vorwürfe prüfen. Für die Leoni-Aktie ging es nach Bekanntwerden der Nachricht bergab. Die Aktie startet mit Verlusten von rund 4 Prozent in den Tag.

Redaktion onvista / dpa-AFX

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