Tesla: Aktie schießt nach Absatzzahlen in die Höhe ++ Novartis: Medikament könnte zu schnellerer Genesung von Corona-Patienten führen ++ Adidas: Kredite ja – direkte Staatshilfe Nein

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Tesla: Aktie schießt nach Absatzzahlen in die Höhe ++ Novartis: Medikament könnte zu schnellerer Genesung von Corona-Patienten führen ++  Adidas: Kredite ja – direkte Staatshilfe Nein

Die neuen Daten zum US-Arbeitsmarkt haben am Donnerstag zunächst die Wall Street belastet, bis ein Tweet von Donald Trump zum Streit zwischen Saudi-Arabien und Russland Ölpreise und Öl-Aktien in die Höhe trieb und auch den Dow Jones mitzog. Allerdings währte die Freude über den Tweet nicht sehr lange, da schon recht schnell Dementis von den beiden Streithähnen kam.

In den USA könnte jeder 10. arbeitslos werden

Das unabhängige Haushaltsamt im US-Kongress (CBO) rechnet wegen der Corona-Krise für das zweite Quartal mit einer Arbeitslosenquote von mehr als zehn Prozent. Die Wirtschaftsleistung werde in den Monaten April bis einschließlich Juni voraussichtlich um mehr als sieben Prozent einbrechen, erklärte der Direktor des Amtes, Phillip Swagel, am Donnerstag. Der Rückgang könnte aber je nach Verlauf der Epidemie auch deutlich stärker ausfallen, warnte er.

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Wegen der Zuspitzung der Corona-Krise waren die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA zuletzt dramatisch angestiegen. Ihre Zahl verdoppelte sich in der Woche bis 28. März von 3,3 Millionen auf nunmehr 6,65 Millionen, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Die Zahl der Erstanträge in der Vorwoche war bereits die höchste seit Beginn der Erfassung der Daten gewesen, nun gibt es abermals einen Rekord. Die Anträge gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts in der größten Volkswirtschaft der Welt und deuten nun auf einen dramatischen Wirtschaftseinbruch hin.

Die Arbeitslosenquote im Februar – also noch vor der rasanten Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 in den USA – lag bei niedrigen 3,5 Prozent. Das war der niedrigste Stand seit Jahrzehnten. Die Zahlen für März sollen am Freitag veröffentlicht werden. Aufgrund einer verzögerten Datenerhebung rechnen Experten jedoch damit, dass die Zahlen noch nicht den jüngsten dramatischen Anstieg abbilden werden.

Coronabonds „Instrumente aus der Mottenkiste“

Der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Lars Feld, hat vor gemeinsamen europäischen Anleihen gewarnt. „Gesamtschuldnerische Haftung müssen wir in Europa vermeiden“, sagte der Freiburger Professor am Freitag dem Bayerischen Rundfunk. Die von Frankreich, Italien und Spanien geforderten Corona-Bonds „sind für mich ein Instrument aus der Mottenkiste“.

Mit Corona-Bonds würden Staaten sich gemeinsam Geld an Finanzmärkten leihen und dann gemeinschaftlich für Zinsen und Rückzahlung haften. Der „Wirtschaftsweise“ sagte, eine Staatsschuldenkrise als zweiter Schock nach der Corona-Krise müsse auf jeden Fall vermieden werden. Aber das könne auch mit anderen Instrumenten geschehen, etwa mit dem ESM-Schutzschirm.

Für die deutsche Wirtschaft zeigte sich Feld optimistisch, wenn man nach Ostern Schritt für Schritt wieder zur Normalität zurückkehren würde. Je länger die Ausnahmesituation dauere, desto schlimmer werde es aber für die Wirtschaft.

Dax startet mit leichten Verlusten

Am deutschen Aktienmarkt gibt es auch zum Wochenausklang keine Zeichen einer Stabilisierung. Der Dax gab zum Handelsstart um 0,20 Prozent auf 9551,72 Punkte nach, womit er sich immerhin noch über der Marke von 9500 Punkten halten konnte. Schon mehrfach war der Leitindex in dieser Woche im Handelsverlauf unter diese Marke gefallen. Der MDax für mittelgroße Unternehmen stagnierte bei 20 483,16 Punkten. Der EuroStoxx 50 sank um 0,62 Prozent.

„Die Börse bleibt ein Wechselbad der Gefühle“, schrieb Marktexperte Milan Cutkovic von Axitrader. „Die Anleger sind hin- und hergerissen zwischen den Hoffnungen, dass die Stabilisierungsmaßnahmen der Regierungen und Notenbanken ausreichen werden und der Angst, dass sich die Pandemie weiter rasant ausbreiten wird und damit eine der schlimmsten Rezessionen der jüngsten Geschichte droht.“

Vier Monate nach Ausbruch der Covid-19-Pandemie sind mittlerweile weltweit mehr als eine Million Menschen mit dem lebensgefährlichen Virus infiziert. Es ist weiter unklar, wann sich das öffentliche Leben zumindest schrittweise wieder normalisieren wird. Die Ungewissheit zwingt mehr und mehr Unternehmen dazu, ihre Jahresprognosen einzustampfen.

Tesla: Absatz übertrifft die Erwartungen

Der US-Elektroautobauer hat im ersten Quartal trotz Belastungen durch die Corona-Krise mehr Fahrzeuge ausgeliefert als erwartet. In den drei Monaten bis Ende März wurden rund 88 400 Autos an die Kundschaft gebracht, wie Tesla am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Analysten hatten mit deutlich weniger gerechnet. Die Aktie stieg nachbörslich zunächst um zehn Prozent. Im Vorjahreszeitraum hatte Tesla 63.000 Autos ausgeliefert.

Im Auftaktquartal 2020 produzierte das Unternehmen von Tech-Milliardär Elon Musk 102.672 Fahrzeuge. Der Großteil entfiel mit 87.282 auf das Model 3, mit dem Tesla sich im Massenmarkt etablieren will.

Novartis: Altes Medikament - neue Wirkung

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis will ein Medikament gegen eine Knochenmarkserkrankung zur Behandlung von Coronavirus-Patienten einsetzen. Zusammen mit der amerikanischen Firma Incyte plane Novartis eine Phase III-Studie mit Jakavi, wie das Basler Unternehmen in der Nacht auf Freitag mitteilte. Es gebe Hinweise, dass Jakavi gegen lebensbedrohliche Überreaktionen des Immunsystems bei Covid-19-Patienten wirksam sei. Die Arznei könnte zu einer schnelleren Genesung führen und einigen Patienten eine künstliche Beatmung auf der Intensivstation ersparen. Nach Abschluss der letzten Studienvorbereitungen würden die Firmen mit der Patienten-Rekrutierung beginnen.

Adidas: Die drei Streifen brauchen Geld

Der von der Corona-Krise hart getroffene Sportartikelhersteller Adidas benötigt frische Liquidität. Adidas werde Kredite brauchen, aber keine direkte Staatshilfe, sagte eine Sprecherin am Donnerstag.

Angaben zur Höhe der Kredite wollte sie nicht machen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuvor berichtet, Adidas überlege, einen Kredit von ein bis zwei Milliarden Euro bei der Staatsbank KfW zu beantragen.

Das Unternehmen hatte bereits vor zwei Tagen mitgeteilt, angesichts der hohen wirtschaftlichen Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Ausbruch des Coronavirus „proaktiv einen konservativen Ansatz beim Liquiditätsmanagement zu verfolgen, um die finanzielle Flexibilität des Unternehmens im derzeitigen Umfeld zu erhalten.“ Adidas stoppte in diesem Zuge auch sein geplantes Programm zum Aktienrückkauf.

Derzeit versorgen sich viele Konzerne mit Liquidität, um in der Corona-Krise flüssig zu bleiben. So sicherte sich etwa der Auto- und Lkw-Bauer Daimler weitere Finanzierungsmöglichkeiten. Der Konzern schloss mit mehreren Banken eine Vereinbarung über eine neue Kreditlinie in Höhe von 12 Milliarden Euro, wie die Stuttgarter am Donnerstag mitteilten. Diese ergänzt eine bestehende Kreditlinie von 11 Milliarden Euro, die bis 2025 läuft.

Shop Apotheke verzeichnet Umsatzanstieg

Der Online-Arzneimittelhändler Shop Apotheke profitiert in der Corona-Krise von hohen Bestellungen und wird für das Jahr etwas zuversichtlicher. Von Januar bis März kletterte der Umsatz auch dank erhöhter Nachfrage während der Covid-19-Pandemie im Jahresvergleich um 33 Prozent auf 232 Millionen Euro, wie das im SDax notierte Unternehmen auf Basis vorläufiger Zahlen am Freitag in Venlo mitteilte.

Schon Januar und Februar seien sehr stark gewesen, der Ausbruch des Coronavirus habe dann im März aber einen weiteren Wachstumsschub verursacht. Die Anzahl aktiver Kunden wuchs in den ersten drei Monaten um 300 000 auf 5 Millionen. Das starke Wachstum zu Jahresbeginn werde sich auch auf das operative Ergebnis auswirken, sagte Finanzchef Jasper Eenhorst.

Den Jahresumsatz erwartet das Unternehmen nun mindestens 20 Prozent über dem Vorjahr, vorher war ein Anstieg um rund 20 Prozent angepeilt. „Besonders in diesen schwierigen Zeiten sind Online-Apotheken ein elementarer und ergänzender Bestandteil des Gesundheitssystems“, sagte Vorstandschef Stefan Feltens. Beim um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen will Shop Apotheke weiter die Gewinnschwelle erreichen.

Kurz & knapp:

Beiersdorf: Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf nimmt wegen der wirtschaftlichen Folgen durch die Corona-Pandemie seine Prognose für 2020 zurück. Die Ausbreitung des Virus habe deutliche Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr, teilte der Nivea-Hersteller am Donnerstag in Hamburg mit. Diese seien jedoch noch nicht hinreichend abzuschätzen. Das Unternehmen strebte ein Umsatzwachstum aus eigener Kraft von rund 3 bis 5 Prozent an. Die operative Umsatzrendite (Ebit) wurde wegen des laufenden Investitionsprogramms auf dem Vorjahresniveau von 14,5 Prozent erwartet. Zudem veröffentlichte Beiersdorf vorläufige Umsatzzahlen für das erste Quartal. So sanken die Erlöse aus eigener Kraft um 3,6 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Die Konsumentengeschäfte sanken organisch – sprich bereinigt um Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe – um 3,3 Prozent. Stärker erwischte es die Klebstoffsparte Tesa, deren Umsätze um 5,1 Prozent abnahmen. Ausführlich will Beiersdorf am 5. Mai über das erste Quartal berichten.

Heidelberg Cement: Der Baustoffkonzern hat angesichts der Corona-Krise am Anleihemarkt 650 Millionen Euro neue Schulden aufgenommen. „HeidelbergCement hat mit der erfolgreichen Platzierung der Anleihe nochmals seine Liquiditätsposition gestärkt und gezeigt, dass das Unternehmen auch in schwierigen Marktsituationen einen guten Zugang zum Kapitalmarkt besitzt“, sagte Finanzchef Lorenz Näger am Donnerstag laut Mitteilung.

Ryanair: Europas größter Billigflieger hat das vergangene Geschäftsjahr gerade noch so im Rahmen seiner Gewinnplanungen abgeschlossen. Der Gewinn vor Sonderposten dürfte sich für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr auf 0,95 bis 1,0 Milliarden Euro belaufen, teilte das Unternehmen am Freitag auf Basis vorläufiger Zahlen mit. Das ist das untere Ende der angepeilten Spanne von 0,95 bis 1,05 Milliarden Euro. Der Rückgang der Passagierzahlen im März um fast die Hälfte habe das Wachstum auf Jahressicht auf rund 4 Prozent begrenzt, hieß es. Eine Prognose für das gerade begonnene Geschäftsjahr sei aktuell nicht möglich. Derzeit führt Ryanair weniger als 20 Flüge täglich aus und damit nur rund ein Prozent der üblichen Bewegungen. Mindestens über April und Mai bleibe die Flotte weitgehend am Boden, schätzen die Iren. Das werde rund 300 Millionen Euro an Belastungen durch Kerosinpreissicherungsgeschäfte hervorrufen, die Ryanair noch in das abgelaufene Geschäftsjahr buchen will. Das Unternehmen habe eine der widerstandsfähigsten Bilanzen in der Branche und verfüge zum Ende des Geschäftsjahres über Barmittel von 3,8 Milliarden Euro. Drei Viertel der eigenen Flugzeugflotte seien unbelastet und schuldenfrei.

RTL: Der Medienkonzern zieht wegen der Coronavirus-Krise seinen wirtschaftlichen Ausblick 2020 und seinen Dividendenvorschlag für das vergangene Jahr zurück. Die globalen wirtschaftlichen Entwicklungen hätten sich seit Mitte März, als der Ausblick veröffentlicht worden sei, signifikant verschlechtert, teilte die im MDax notierte Bertelsmann-Tochter am Donnerstag in Luxemburg mit. Einen neuen Ausblick für das Geschäftsjahr gibt es nicht. „Während das erste Quartal des Jahres 2020 weitgehend den Erwartungen entspricht, werden Stornierungen für Werbebuchungen und Verschiebungen von Produktionen die Ergebnisse der RTL Group in den kommenden Monaten negativ beeinflussen“, hieß es. Es sei nun wichtig, Liquidität sicherzustellen. Daher entschied der Verwaltungsrat der RTL-Gruppe auch, den bisherigen Dividendenvorschlag von 4,00 Euro pro Aktie für das Jahr 2019 zurückzunehmen. „Der Hauptversammlung der RTL Group am 30. Juni 2020 wird nunmehr keine Dividende vorgeschlagen“, hieß es weiter. Zugleich halte die Mediengruppe an den bisherigen Zielen fest, etwa den Ausbau der Streaming-Dienste in Deutschland und den Niederlanden voranzutreiben.

Redaktion onvista / dpa-AFX / Reuters

Foto: Vitaliy Karimov / Shutterstock

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