Für einen optimalen Ausdruck erlauben Sie bitte den Druck von Hintergrundfarben und -bildern

Tesla: Elon Musk sagte gerade, dass er von diesem Produkt am meisten begeistert ist, und es ist kein Auto

Fool.de

Auf seiner jüngsten Telefonkonferenz mit den Analysten wurde Tesla-CEO Elon Musk gefragt, worauf er sich hinsichtlich Teslas Zukunft am meisten freue, abgesehen vom autonomen Fahren. Musks Antwort mag viele überrascht haben, denn die Antwort war Tesla Energy.

Tesla: Elon Musk sagte gerade, dass er von diesem Produkt am meisten begeistert ist, und es ist kein Auto

Die Konzentration auf das Energiesegment von Tesla mag vor allem solche Investoren überrascht haben, die sich in erster Linie auf das Automobilsegment konzentrieren. Das gilt umso mehr, da beim Model 3 im vergangenen Jahr die Produktion hochgefahren wurde. Im letzten Berichtsquartal machte Tesla Energy demgegenüber nur 6,4 % des Gesamtumsatzes von Tesla aus.

Dennoch widmete Musk in der Telefonkonferenz dem Segment Energie viel Zeit und brachte sogar Kunal Girotra, den Senior Director of Energy Operations, dazu, ausführlich darüber zu sprechen, dass Tesla sein Engagement für Solar- und erneuerbare Energien nicht vergessen habe.

Musk und sein Managementteam gaben einige interessante Kommentare zu diesem Segment ab, wobei Musk sogar postulierte, dass das Energiesegment eines Tages so groß werden könne wie das Automobilgeschäft, das in den kommenden Jahren deutlich wachsen werde.

Es gibt jedoch auch Anlass, über die Motive von Musk zu mutmaßen, dieses Segment zu diesem Zeitpunkt so hervorzuheben, wenn man sich klar macht, dass kürzlich eine bedeutende Aktionärsklage eingereicht wurde.

Eine Herausforderung für die Übernahme von SolarCity

Anfang dieses Jahres erhielten mehrere große Tesla-Investoren nach Teslas 2,6-Mrd.-US-Dollar-Übernahme von SolarCity den Sammelklagestatus für ihre Klage gegen das Unternehmen im Jahr 2016. In jüngster Zeit wurde Musk abgesetzt und auf Antrag der Anwälte der klagenden Aktionäre wurden zahlreiche Gerichtsunterlagen veröffentlicht.

SolarCity wurde von Musks Cousin Lyndon Rive geleitet und Musk war damals der Vorsitzende von SolarCity. Obwohl er sich bei der Entscheidung über die Übernahme der Stimme enthalten hat, zeigten die jüngsten Gerichtsunterlagen, dass er in Gesprächen mit Großinvestoren hart dafür gekämpft hatte. Die Dokumente zeigten auch, dass Teslas Berater keine positive Fairness-Einschätzung zu der Transaktion abgeben wollten und dass Berater für SolarCity alternative Angebote suchten, aber kein einziges finden konnten.

Das Verfahren wird sich voraussichtlich noch Jahre hinziehen, aber es ist schwer zu sagen, in welchem Maße sich die SolarCity-Übernahme als erfolgreich (oder problematisch) erweisen wird. Tesla bündelt nun das SolarCity-Installationsgeschäft mit Teslas hauseigenem Speicherbereich, einschließlich Powerpacks für Versorgungsunternehmen und sonstige Firmenkunden sowie Powerwalls für zuhause.

Dennoch könnten der Zeitpunkt der Absetzung von Musk und die kürzlich veröffentlichten Gerichtsdokumente dazu beigetragen haben, dass das Management bei der jüngsten Telefonkonferenz Tesla Energy so viel Bedeutung beimaß.

Wie gut läuft es bei Tesla Energy?

Auch wenn es keine komplette Katastrophe ist, scheint SolarCity zumindest eine Baustelle gewesen zu sein. Unter Tesla sind die Solargeschäfte deutlich zurückgegangen, und zwar in einem Ausmaß, das für SolarCity als eigenständiges Unternehmen wahrscheinlich nicht sehr gut verdaulich gewesen wäre. Vor einem Jahr zog Tesla sogar den Stecker bei einer Partnerschaft mit Home Depot, bei der Tesla ein eigenes Verkaufsteam in 800 Filialen eingesetzt hätte.

Das geschah, um die Kosten zu senken, während Tesla den Verkauf der SolarCity-Module von einem Vertretermodell zu einem Verkauf in den Tesla-Showrooms und online umgestellt hat. Tesla hat im Rahmen des Personalabbaus Anfang des Jahres auch Mitarbeiter aus dem Geschäftsbereich von SolarCity abgebaut und die Zahl der installierten Solaranlagen stark reduziert. Zum Vergleich: Tesla hat im zweiten Quartal 2019 Anlagen mit nur 29 MW Kapazität neu gebaut, was einen deutlichen Rückgang gegenüber den 84 MW im zweiten Quartal 2018 und 176 MW im zweiten Quartal 2017 bedeutet.

Dennoch konnte Tesla die neu in Betrieb genommene Kapazität im dritten Quartal sequentiell auf 43 Megawatt steigern und damit den Quartalstrend der stetig sinkenden Inbetriebnahmen umkehren, wenn die Zahlen auch immer noch weit unter dem Vorjahresniveau liegen. Im abgelaufenen Quartal kam Tesla auch mit mehreren neuen Solar-Features auf den Markt. Dazu gehören:

  • Eine „Miet-Option“, bei der ein Kunde Solarstrom ganz einfach ohne Vorabzahlung oder Verpflichtung zu einem langfristigen Mietvertrag produzieren kann (obwohl es eine Gebühr von 1.500 US-Dollar für den Abbau der Anlage gibt).
  • Weniger Zeit vergeht zwischen Bestellung und Installation, bei der sich die Zeitspanne von Wochen oder Monaten auf wenige Tage verkürzt. Wie Tesla mitteilte, kann das Unternehmen jetzt in vielen Fällen bei einem einzelnen Termin Solaranlagen einrichten, während es dafür bislang durchschnittlich drei Installationstermine brauchte.
    Ein niedrigerer Gesamtpreis, bedingt durch die Kostensenkungen in Vertrieb und Marketing, sowie standardisierte kleine, mittlere und große modulare Systemoptionen.
  • Eine neue Standardvorlage für die Genehmigung durch die Wohnungsbehörde, die von 350 Wohnungsbehörden akzeptiert wird und den Zeit- und Papieraufwand für die Installation von Solaranlagen erheblich reduziert.

Tesla stellte auch gerade die neue Version seines „Solardaches“ vor, das lichtempfindliche Dachziegel verwendet, die sowohl als Dach als auch als Photovoltaikmodul dienen. Tesla hatte das Solardach ursprünglich bereits 2016 nach Abschluss des SolarCity-Deals veröffentlicht, hatte aber im April nur 31 Solardächer installiert. Nach dem jüngsten Quartalsbericht veröffentlichte Tesla jedoch die dritte Version des Solardachs, die, wie Musk sagte, „endlich bereit ist für den großen Durchbruch“. Musk gab zu, dass er froh sei, dass das Unternehmen das Produkt jetzt „in den Griff bekommt“.

Das neue Solardach bietet mehr Sicherheit und Verkabelung, mehr Energiedichte pro Ziegel, bessere Kanten, die die arbeitsintensive Nachbearbeitung reduzieren, und, was wichtig ist, es besteht nur etwa aus der Hälfte an Einzelteilen. Tesla behauptet, dass das neue Solardach 3.0 weniger kosten sollte als die Installation eines traditionellen Daches mit Solarmodulen. Tesla wird auch mit externen Dachdeckern in einem zertifizierten Programm zusammenarbeiten, um die Vertriebskosten weiter zu senken.

Wird das alles funktionieren?

Es ist schwer zu sagen, was man glauben soll, denn Musk hat auch vor drei Jahren, als der SolarCity-Deal abgeschlossen wurde, große Versprechungen gemacht. Eine interessante Ausrede für die jüngsten Rückgänge in der Sparte war, dass Tesla die meisten seiner Ressourcen auf die Einführung des Model 3 verwenden musste, das bei Weitem wichtigste Produkt bei Tesla, das das Unternehmen unbedingt benötigte, um endlich Gewinne zu machen.

Auf der Telefonkonferenz sagte Musk, dass das Unternehmen viele Engineering-Ressourcen von der Solarabteilung in die Automobilabteilung umgeleitet habe, um das Model 3 ohne Schwierigkeiten an den Start zu bringen, nachdem der anfängliche Produktionshochlauf auf Probleme gestoßen sei. Doch jetzt, da die Model-3-Produktion anscheinend in der Spur ist und recht gut läuft, sagte er: „Wir haben die Ressourcen für Tesla Solar und Speicher wiederhergestellt. Und das wird, glaube ich, das wirklich spektakuläre Wachstum in der Zukunft sein, wie ich mir das vorstelle.“

Auch wenn die Investoren skeptisch hinsichtlich des Zeitpunkts der neuen Bekanntmachungen sein mögen, scheint Tesla die Kritiker mit seinen Ergebnissen Lügen gestraft zu haben, sodass es nicht unangemessen ist zu glauben, dass die Solar- und Speicherabteilung in Zukunft bessere Ergebnisse erzielen könnte. Die Investoren sollten sich jedoch weiterhin auf den Automobilbereich konzentrieren, insbesondere auf autonomes Fahren, die Einführung des Model Y sowie das Werk „Shanghai Gigafactory“ und die Weiterentwicklung des Model 3 im nächsten Jahr. Diese großen Markteinführungen sind für Tesla auf absehbare Zeit noch viel wichtiger, trotz der jüngsten Lippenbekenntnisse gegenüber Tesla Solar.

Ist dies die nächste Wirecard?

Wirecard stieg um fast 2.000 %. Jetzt gibt es einen aussichtsreichen „Nachfolger“, der schon bald die Spitze einnehmen könnte. Erst im vergangenen Jahr kam die Aktie an die Börse. Mit +49 % Umsatz-Wachstum (2018) und einer traumhaften Marge von 52 % (vor Steuern und Abschreibungen) fasziniert das Unternehmen die Analysten, während seine Plattform die Internet-Händler in der ganzen Welt mit der besten Performance begeistert und so bereits über 3 Milliarden Menschen erreicht. Wächst hier ein ganz neuer Tech-Gigant heran? Alle Details liest du hier:

The Motley Fool hat jetzt einen kostenlosen Sonderbericht zusammengestellt, der die wichtigsten Informationen zu diesem Unternehmen liefert. Klick hier, um diesen Bericht jetzt gratis herunterzuladen.

Dieser Artikel wurde von Billy Duberstein auf Englisch verfasst und am 01.11.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

 The Motley Fool besitzt und empfiehlt Tesla. The Motley Fool empfiehlt Home Depot und empfiehlt die folgenden Optionen: Long Januar 2021 $120 Calls auf Home Depot und Short February 2020 $205 Calls auf Home Depot.

Motley Fool Deutschland 2019

Foto: The Motley Fool.

Das könnte Sie auch interessieren

Kurs zu Tesla Aktie

  • 332,91 USD
  • -6,17%
22.11.2019, 20:43, Nasdaq

onvista Analyzer zu Tesla

Tesla auf untergewichten gestuft
kaufen
3
halten
2
verkaufen
20
8% der Analysen der letzten 6 Monate prognostizieren einen gleichbleibenden Aktienkurs von durchschnittlich 333,34 €.
alle Analysen zu Tesla
Weitere Fool.de-News
alle Artikel anzeigen

Zugehörige Derivate auf Tesla (14.171)

Derivate-Wissen

Sie möchten die Aktie günstiger erwerben?

Mit Discount-Zertifikaten können Sie die Aktie zu einem niedrigeren Preis erwerben.

Erfahren Sie mehr zu Discount-Zertifikaten