Thyssenkrupp Steel und IG Metall einigen sich auf Jobabbau

Reuters

Düsseldorf (Reuters) - Der Industriekonzern Thyssenkrupp kann mit Zustimmung der IG Metall in seiner Stahlsparte zusätzlich bis zu 750 weitere Arbeitsplätze abbauen.

Dabei handele es sich vor allem um Stellen in der Verwaltung und in produktionsnahen Bereichen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. In dem vor einem Jahr vereinbarten Tarifvertrag war bereits der Abbau von 3000 Jobs beschlossen worden. Das Management hatte wegen der Corona-Krise weitere Zugeständnisse gefordert. "Wir haben das Schlimmste wegverhandelt", sagte der nordrhein-westfälische IG Metallchef Knut Giesler. Der Arbeitgeber sei in den vergangenen sechs Monaten ständig mit neuen Horrorideen auf IG Metall und Betriebsräte zugekommen. Thyssenkrupp habe die Beschäftigungssicherung bis 2026 in Frage gestellt.

Die werde nun ebenso bleiben wie die bereits angekündigten Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe. Einige Detailfragen müssten noch geklärt werden. Thyssenkrupp will diese Gespräche bis Mitte April abschließen. Der Stellenabbau soll bis Ende September 2023 umgesetzt werden.

In der Stahlsparte sind rund 28.000 Mitarbeiter beschäftigt, im Gesamtkonzern rund 100.000. Das Stahlgeschäft ist extrem konjunkturabhängig. Im Zuge der Corona-Krise brach es weitgehend ein. Derzeit geht es dank hoher Nachfrage und gestiegener Preise bergauf. Stahl-Peronalchef Markus Grolms betonte, die klare Botschaft sei: "Wir starten gemeinsam durch und wollen uns die bestmögliche Position im europäischen Wettbewerb sichern, um langfristig viele gute Jobs beim Stahl zu sichern."

Nach der Absage an einen Verkauf an Liberty Steel will Thyssenkrupp sein Stahlgeschäft aus eigener Kraft nach vorne bringen. "Die Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung und ein Meilenstein auf dem Weg zu einer möglichen Verselbstständigung des Stahlbereichs", sagte Finanzchef Klaus Keysberg. Stahlbetriebsratschef Tekin Nasikkol sind die bisherigen Aussagen dazu nicht ausreichend. "Möglicherweise ist ein Stand-Alone-Konzept ein gangbarer Weg." Die Arbeitnehmerseite habe noch viele Fragen. Der Vorstand solle ihr im Aufsichtsrat ein Konzept vorlegen.

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