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Trump-Telefonat mit Südkorea: 'Größtmöglicher Druck' auf Pjöngjang

dpa-AFX

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die USA und Südkorea sind sich nach Angaben des Weißen Hauses einig, auf Nordkoreas jüngsten Atomtest mit größtmöglichem Druck und allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu reagieren. Wie aus einer Mitteilung nach einem Telefonat von US-Präsident Donald Trump mit seinem südkoreanischen Kollegen Moon Jae-in weiter hervorging, sollten außerdem die gemeinsamen militärischen Fähigkeiten weiter ausgebaut werden.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte nach Angaben aus Pjöngjang am Sonntag eine Wasserstoffbombe getestet, mit der Interkontinentalraketen bestückt werden sollen. Wasserstoffbomben sind ein Vielfaches stärker als herkömmliche atomare Sprengsätze. Der sechste Atomversuch Nordkoreas seit 2006 löste weltweit Kritik aus.

Binnen einer Woche wollen die USA nun verschärfte UN-Sanktionen gegen die Regierung in Pjöngjang durchsetzen. Zum Abschluss einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates sagte Washingtons UN-Botschafterin Nikki Haley in New York, sie werde dem Rat einen Katalog mit härteren Maßnahmen vorlegen. Darüber solle kommenden Montag abgestimmt werden. Angesichts möglicher weiterer Raketenstarts Nordkoreas sei höchste Eile geboten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel warb in einem Telefonat mit Trump für eine friedliche Lösung. Laut Regierungssprecher Steffen Seibert sagte sie zu, sich in der EU für schärfere Sanktionen gegen Nordkorea einzusetzen. In dem Gespräch sagte Trump laut Weißem Haus, im Koreakonflikt lägen alle Optionen auf dem Tisch.

Die USA werfen dem kommunistischen Land vor, mit seinen fortgesetzten Atom- und Raketentests einen Krieg provozieren zu wollen. Kim Jong Un "bettelt um Krieg", sagte Haley im UN-Sicherheitsrat.

China und Russland riefen dazu auf, trotz neuer Provokationen aus Pjöngjang einen kühlen Kopf zu bewahren. Präsident Wladimir Putin rief in einem Telefonat mit Moon zu einer Wiederaufnahme der Verhandlungen auf. Alle politisch-diplomatischen Mittel müssten genutzt werden. Merkel sagte Moon die Solidarität Deutschlands zu.

Chinas UN-Botschafter Liu Jieyi mahnte vor dem Sicherheitsrat eine friedliche Lösung des Konfliktes an: "Wir werden niemals Chaos und Krieg auf der koreanischen Halbinsel erlauben." Alle an dem Konflikt beteiligten Seiten müssten einer weiteren Eskalation entgegenwirken.

Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja sagte: "Wir müssen unbedingt einen kühlen Kopf bewahren und ein Vorgehen vermeiden, das zu weiteren Spannungen führen kann." Der Konflikt sei militärisch nicht zu lösen. Man dürfe sich nicht von Emotionen übermannen lassen.

"Krieg ist nie etwas, was die USA anstreben", sagte Haley, "aber die Geduld unseres Landes ist nicht grenzenlos." Kim wolle, dass Nordkorea als Atommacht anerkannt werde, aber Nuklearmächte würden stets verantwortungsvoll handeln. "Wenn ein Schurkenstaat eine Atombombe hat und mit einer Langstreckenrakete auf Dich zielt, dann nimmt man nicht die Deckung herunter", sagte Haley.

Haleys japanischer Kollege Koro Bessho drängte das höchste Entscheidungsgremium der UN, den "größtmöglichen Druck" auf Nordkorea auszuüben, damit Pjöngjang sein Nuklearprogramm reduziert. Japan befürworte weitere scharfe Sanktionen gegen Nordkorea.

Der britische UN-Botschafter Matthew Rycroft erinnerte daran, dass der Sicherheitsrat bereits mehrfach Sanktionen gegen Pjöngjang verhängt habe, ohne ein Einlenken zu erreichen. Selten habe sich ein Land dem Druck der Vereinten Nationen so beharrlich widersetzt.

Als Reaktion auf den jüngsten Atomtest im Nachbarland startete Südkorea am Montag militärische Übungen mit Raketen unterschiedlicher Reichweiten, die vom Boden und von Kampfjets aus ins Japanische Meer (koreanisch: Ostmeer) abgefeuert wurden. Der Generalstab teilte mit, das simulierte Ziel sei das nordkoreanische Atomtestgelände im Nordosten des Nachbarlandes gewesen.

Zuvor hatte Trump in einem Telefongespräch mit Japans Ministerpräsident Shinzo Abe bekräftigt, die USA und Verbündete verteidigen zu wollen - "mit der vollen Bandbreite der zur Verfügung stehenden diplomatischen, konventionellen und nuklearen Kapazitäten"./ki/DP/zb

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