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Türkei - Wollen keine Konflikte mit Syrien, Russland und USA

Reuters

Ankara (Reuters) - Die Türkei will bei ihrer Militäraktion im Norden Syriens nach Angaben von Außenminister Mevlüt Cavusoglu Gefechte mit syrischen, russischen und US-Soldaten vermeiden.

Sie werde allerdings alles tun, was für ihre Sicherheit notwendig sei, sagte der Minister laut einem Fernsehbericht am Dienstag. Andernfalls stünde morgen die Zukunft der Türkei auf dem Spiel. "Wir fürchten uns vor niemandem, wir sind entschlossen, ... und wir werden nicht mit Ängsten und Bedrohungen leben", sagte der Minister.

Die Verwaltung in den von Kurden kontrollierten Gebieten Syriens riefen die Generalmobilmachung aus. "Wir fordern unser gesamtes Volk auf, Afrin und seine Würde zu verteidigen", heißt es in dem Appell. Die syrischen Kurden haben seit dem Beginn des Bürgerkriegs drei autonome Bezirke geschaffen, darunter Afrin im Nordwesten Syriens an der Grenze zur Türkei.

Der türkische Angriff auf Afrin richtet sich gegen die Kurdenmiliz YPG und die von ihr dominierten Syrischen Demokratischen Streitkräfte (SDF), die von den USA unterstützt werden. US-Verteidigungsminister Jim Mattis warnte davor, die Extremistenmilizen Islamischer Staat (IS) und Al-Kaida darüber aus dem Blick zu verlieren. Außerdem bestehe die Gefahr, dass sich die katastrophale Lage vieler Menschen in Syrien weiter verschlechtere, sagte er am Rande eines Besuchs in Jakarta. Nach Informationen der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sind Tausende auf der Flucht vor den Kämpfen in Afrin.

Die Kritik Russlands, aber auch westlicher Staaten an der türkischen Offensive hält sich in Grenzen. Die meisten Staaten haben die türkische Regierung zur Zurückhaltung aufgerufen. Syrien hat den türkischen Angriff verurteilt. Die USA warnten, dass die Offensive dem IS und der Al-Kaida nutzen könnte, die nun nicht mehr im Fokus der Öffentlichkeit stünden. Außerdem würden die Kämpfe die Rückkehr von Flüchtlingen unterbrechen, sagte Verteidigungsminister Mattis. "Im Gebiet von Afrin waren wir an dem Punkt, wo humanitäre Hilfe floss und die Flüchtlinge zurückkamen", sagte er. Die türkische Invasion habe diese Entwicklung unterbrochen.

TÜRKEI DROHT AUCH MIT ANGRIFF AUF MANBIDSCH

Die von den USA unterstützte und ausgebildete YPG sowie die SDF sollten eine Pufferzone an der Grenze zur Türkei bilden. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan betrachtet die YPG aber als Ableger der international geächteten Kurdischen Arbeiterpartei PKK, die für Autonomie der Kurden in der Türkei kämpft. Eine von der YPG kontrollierte Zone an der türkischen Südgrenze ist für ihn inakzeptabel.

Die Türkei drohte auch mit der Vertreibung syrischer Kurden aus der überwiegend von Arabern bewohnten syrischen Stadt Manbidsch im Osten des Landes. Ein Angriff auf die Stadt könnte zu einer Eskalation des Konflikt mit der YPG führen. "Die Terroristen in Manbidsch feuern als Provokation ständig Schüsse ab", sagte Cavusoglu nach dem Bericht des TV-Nachrichtensenders Habertürk und fügte hinzu: "Wenn die Vereinigten Staaten sie nicht stoppen, dann werden wir sie stoppen."

Gegen Kritik an der Militäroperation im eigenen Land geht die Türkei strikt vor. Nach Berichten staatlicher Medien wurden 42 Personen festgenommen, die in sozialen Medien nach offizieller Darstellung "terroristische Propaganda verbreitet" haben. In der Hauptstadt Ankara wurden für die Zeit der Militäroperation Kundgebungen, Proteste und Konzerte verboten.

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