Twitter deaktiviert Trumps Floyd-Video wegen Urheberrecht

Reuters

Minneapolis (Reuters) - Kurz nach der Trauerfeier zum Tod des Afroamerikaners George Floyd hat Twitter das Video von US-Präsident Donald Trump zu dessen Gedenken deaktiviert.

Der US-Kurznachrichtendienst begründete den Schritt am Freitag mit Urheberrechtsbeschwerden, die eingereicht worden seien. Das Video besteht aus Fotos und Videosequenzen von Protestmärschen und Gewaltszenen - unterlegt mit Worten von Trump.

Unterdessen gingen in den USA Menschen den zehnten Tag in Folge auf die Straße, um gegen Rassismus und Polizeigewalt zu demonstrieren. Der unbewaffnete 46-Jährige war gestorben, nachdem ihn einer der Polizisten minutenlang zu Boden gedrückt hatte. Der bekannte Bürgerrechtler Al Sharpton forderte deswegen auf einer Trauerfeier in Minneapolis, wo Floyd ums Leben kam: "Nehmt Eure Knie von unseren Hälsen."

US-Präsident Trump musste für seinen Umgang mit den Massenprotesten in Folge Floyds Tod, seine fehlende Empathie und Mängel im Kampf gegen Rassismus Kritik einstecken. Nun droht auch juristischer Ärger: Mehrere Bürgerrechtsorganisationen haben nach dem jüngsten Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten Klage gegen Trump und Justizminister William Barr eingereicht. Die Amerikanische Bürgerrechtsunion (ACLU) und andere Gruppen wollen einen Beschluss erwirken, wonach Trump, Barr und andere ihre verfassungsmäßigen Rechte verletzt haben. Barr war dafür kritisiert worden, dass er friedliche Demonstranten am Montag durch Bundesbeamte mit Gewalt aus der Umgebung des Weißen Hauses vertreiben ließ.

TWITTER ENTFERNT TRUMPS FLOYD-VIDEO

Ebenfalls Wellen könnte der Schritt von Twitter schlagen, das fast vierminütige Video des US-Präsidenten zum Gedenken von Floyd von der Plattform zu nehmen. Es war zunächst von Mitarbeitern des US-Präsidenten bei der Videoplattform YouTube hochgeladen worden und am 3. Juni bei Twitter. Bei der Google-Tochter YouTube kann es weiterhin abgerufen werden. Der weltgrößte Suchmaschinenanbieter war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Es ist nicht das erste Mal, dass Twitter aktiv wird und Tweets von Trump im Nachgang mit Warnhinweisen versieht. Das Unternehmen ist deswegen von der Regierung bereits scharf kritisiert worden. Inzwischen hat Trump eine Verordnung unterzeichnet, die gewisse Schutzmechanismen für Online-Plattformen außer Kraft setzen könnte.

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