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Umbau und Hongkong-Proteste bremsen Luxuskonzern Richemont

Reuters

Zürich (Reuters) - Der Umbau des Luxusgüterherstellers Richemont hinterlässt Spuren im Ergebnis des Schweizer Unternehmens.

Umbau und Hongkong-Proteste bremsen Luxuskonzern Richemont

Der operative Gewinn rückte in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2019/20 zwar um drei Prozent auf 1,17 Milliarden Euro vor, verfehlte damit aber die Analystenerwartungen. Die zugekauften Online-Handelsplattformen für Mode und Uhren weiteten ihre Verluste aus, teilte der Konzern am Freitag mit. Richemont machte dafür Investitionen in die Informatik und ins Marketing verantwortlich. Doch Finanzchef Burkhart Grund erklärte, das Geschäft befinde sich auf Kurs, ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen. Das Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen Online-Riesen Alibaba sei gut angelaufen.

"Für uns ergibt sich das Bild eines Unternehmens, das sich noch immer im Wandel befindet", erklärte Bernstein-Analyst Luca Solca. An der Börse sackten die Aktien fünf Prozent ab. Richemont, die weltweite Nummer zwei der Branche, versucht sich an die veränderten Gewohnheiten der Verbraucher anzupassen und stärker auf den Vertrieb über das Internet zu setzen. Doch dieser Umbau kostet erst mal.

Dazu kommt ein Einbruch im Schlüsselmarkt Hongkong, wo viele Geschäfte während der politischen Unruhen geschlossen blieben, sowie die gedämpfte Kaufbereitschaft der Verbraucher in anderen Ländern. Damit schwächte sich das Wachstum im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal ab. Insgesamt belief sich der Halbjahresumsatz auf 7,4 Milliarden Euro. Der Gewinn des Herstellers von Cartier-Schmuck und Uhren der Marken A. Lange & Söhne, Baume & Mercier oder IWC sackte um 61 Prozent auf 869 Millionen Euro ab. Vor einem Jahr hatte ein Sondergewinn im Zusammenhang mit der Übernahme des Internet-Portals Yoox-Net-A-Porter 1,4 Milliarden Euro in die Kassen des Genfer Unternehmens gespült.

Zur laufenden Konsolidierung in der Branche wollte sich Richemont nicht äußern. Der französische Branchenriese LVMH will den amerikanischen Juwelier Tiffany für rund 14,5 Milliarden Dollar schlucken. Für LVMH wäre es die bislang größte Übernahme. Der weltweit größte Anbieter von Luxusartikeln könnte mit dem Zukauf seine Schmucksparte stärken. Doch Insidern zufolge halten die Amerikaner das Angebot für zu niedrig. Analysten spekulierten, ob auch Richemont ein Auge auf Tiffany werfen könnte. Finanzchef Grund erklärte, Richemont konzentriere sich gegenwärtig darauf, die eigenen Schmuckmarken Van Cleef, Cartier und Buccellati weiterzuentwickeln.

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