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Unionsfraktion teilt Merz-Vorstoß für Unternehmenssteuerreform

Reuters

Berlin (Reuters) - Die finanzpolitische Sprecherin der Union, Antje Tillmann, teilt die Forderung ihres CDU-Parteikollegen Friedrich Merz nach einer rechtsformneutralen Besteuerung von Unternehmen.

Unionsfraktion teilt Merz-Vorstoß für Unternehmenssteuerreform

Sie verwies am Mittwoch im Gespräch mit Reuters darauf, dass dies bereits in einem Konzept für eine Unternehmensteuerreform enthalten sei, das die Unions-Fraktion beschlossen habe. "Unsere Vorschläge sehen dazu ein Optionsmodell vor, wonach die Gesellschafter von Personengesellschaften die Möglichkeit erhalten sollen, sich wie eine Kapitalgesellschaft besteuern zu lassen", sagte die CDU-Politikerin. "Zusätzlich fordern wir, die Steuerbelastungen von Personengesellschaften für nicht entnommene (thesaurierte) Gewinne auf 20 Prozent zu reduzieren." Auch vom Institut für Weltwirtschaft (IfW) und vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) kam Zustimmung.

Merz, der auch als möglicher Kanzlerkandidat der Union gehandelt wird, hatte sich im Reuters-Interview für eine Trennung der Besteuerung von Unternehmen und Privatpersonen sowie eine radikale Vereinfachung ausgesprochen. "Da kommt der Bierdeckel wieder zum Vorschein, aber anders - beidseitig beschrieben", hatte Merz mit Blick auf die strikte Trennung der Besteuerung betont. Diese Forderung solle auch in das Unions-Wahlprogramm aufgenommen werden. Merz hatte darauf verwiesen, dass er mit der Stiftung Marktwirtschaft an einem entsprechenden Konzept gearbeitet hatte.

"Grundsätzlich kann ich einer systematischen Trennung zwischen Unternehmens- und Haushaltsbesteuerung viel abgewinnen", sagte Stefan Kooths, Leiter des IfW-Prognosezentrums. Auch der IW-Steuerexperte Tobias Hentze teilte die Unionsüberlegungen. "Die Ausgestaltung ist dabei allerdings komplex, zumal eine Systemumstellung immer zu Verwerfungen führen kann. Eine kleine Lösung dieser Problematik wäre ein Optionsmodell für Familienunternehmen", sagte er.

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