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Uniper kontert Fortum-Angebot mit Dividenden-Versprechen

Reuters

Düsseldorf (Reuters) - Im Abwehrkampf gegen den finnischen Versorger Fortum schüttet der Energiekonzern Uniper das Füllhorn über seine Aktionäre aus.

Uniper kontert Fortum-Angebot mit Dividenden-Versprechen

"Die Dividende soll bis 2020 im Durchschnitt um 25 Prozent pro Jahr steigen", kündigte Vorstandschef Klaus Schäfer am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren an. Er umgarnte die Anleger zudem mit der Aussicht auf steigende Ergebnisse, sollten die Strom-Großhandelspreise in einigen Jahren wieder steigen. Schäfer riet den Aktionäre erneut davon ab, die knapp acht Milliarden Euro teure Offerte anzunehmen. Uniper sei als eigenständiges Unternehmen bestens aufgestellt.

Für 2018 stellte der Konzern einen operativen Gewinn (bereinigtes Ebit) von 0,8 bis 1,1 Milliarden Euro in Aussicht. Für das laufende Jahr bekräftigte Uniper einen Zielwert von 1,0 bis 1,2 Milliarden Euro. Noch kämpft der Versorger gegen fallende Strom-Großhandelspreise, gegen Ende des Jahrzehnts könnten diese aber zulegen. Denn die Wirtschaft boomt, die großen Versorger haben ihre Kapazitäten aber eher zurückgefahren. Für 2018 stellte Schäfer eine Dividende von 85 Cent je Anteilsschein in Aussicht, für das laufende Jahr könnten es 69 Cent sein.

UNIPER: "KEINE REVOLUTION, SONDERN EVOLUTION"

Uniper wehrt sich seit Monaten gegen eine Übernahme durch Fortum. Die Strategien der Konzerne passten nicht zueinander, bekräftigte der frühere E.ON-Finanzchef. Die Finnen bieten für das verbliebene E.ON-Paket in Höhe von 47 Prozent sowie für alle weiteren Papiere 22 Euro je Aktie. Der Kurs der Uniper-Aktie ist jedoch inzwischen auf über 25 Euro gestiegen. Für zusätzliche Spannung hat der US-Hedgefonds Elliott gesorgt, der mehr als fünf Prozent der Uniper-Anteile erworben hat. Fortum bekräftige am Donnerstag, das Angebot nicht zu erhöhen.

Schäfer schloss derweil für die Zeit nach Ablauf der Fortum-Offerte Mitte Januar eine Kapitalerhöhung nicht aus, wollte dies aber nicht als Ankündigung verstanden wissen, sondern als grundsätzliche Handlungsmöglichkeit. Für den vom finnischen Staat kontrollierten Fortum-Konzern könnte eine Übernahme dadurch teurer werden. "Wir konzentrieren uns in erster Linie auf die Übernahme des Uniper-Pakets in Höhe von 47 Prozent, das E.ON hält", sagte eine Fortum-Sprecherin.

Schäfer stellte die Schwerpunkte der Strategie für die kommenden Jahre vor. "Keine Revolution, sondern eine konsequente Evolution unserer Kerngeschäfte", umschrieb er den Kurs. Uniper setzt dabei auch weiter auf den russischen Strommarkt, wo der Konzern seine Krafwerke modernisieren wolle. Statt neue Kohlekraftwerke könnten Gaskraftwerke eine größere Rolle spielen. Kleinere Zukäufe seien ebenfalls möglich. Das Dienstleistungsgeschäft, indem Uniper etwa den Betrieb von Kraftwerken unterstützt, soll ausgebaut werden.

Einen Rückschlag muss Uniper bei dem umstrittenen Kohlekraftwerk Datteln 4 hinnehmen. Die ohnehin durch Anwohnerklagen um Jahre verspätetete Inbetriebnahme verzögere sich in das vierte Quartal 2018, nachdem Uniper zuvor das Frühjahr nächsten Jahres angepeilt hatte. "Im Rahmen der Vorbereitungen der Inbetriebnahme des Kraftwerks Datteln 4 sind Probleme bei der Kesselanlage aufgetreten, die auf die Verwendung von sogenanntem T-24-Stahl und der Verschweißung zurückzuführen sind", erläuterte der Konzern. Das Problem sei aber technisch lösbar. Die Anlage hat bereits mehr als eine Milliarde Euro gekostet. Bis zur Inbetriebnahme kalkuliert der Konzern mit weiteren Kosten in Höhe von rund 100 Millionen Euro.

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