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US-chinesisches Abkommen lässt Europas Anleger kalt

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Die Unterzeichnung des mit Spannung erwarteten Handels-Teilabkommens zwischen den USA und China haben Europas Anleger mit Schulterzucken aufgenommen.

US-chinesisches Abkommen lässt Europas Anleger kalt

Dax und EuroStoxx lagen am Donnerstag jeweils 0,1 Prozent im Minus bei 13.413 beziehungsweise 3765 Punkten. Das Augenmerk der Investoren richtet sich nun auf die Gespräche über eine zweite Vereinbarung zwischen den beiden weltweit führenden Wirtschaftsmächten. "Für den Markt war die Unterzeichnung des Phase-1-Abkommens nur noch eine Formalität", sagte Commerzbank-Expertin Thu Lan Nguyen. Nun könne sich Ernüchterung breitmachen, weil immer noch einige Strafzölle beibehalten würden.

US-Präsident Donald Trump und der chinesische Vize-Ministerpräsident Liu He hatten am Mittwochabend das Abkommen unterzeichnet, mit dem einige Sonderzölle aufgehoben werden und sich China zu höheren Importen aus den USA verpflichtet. Andere Abgaben bleiben aber in Kraft. Trump will sie erst aufheben, wenn ein zweites Teilabkommen steht. Den Anlegern sei klar, dass der Weg dorthin holprig werde, sagte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Brokerhaus AxiTrader. "Auf diesem langen Weg ist jederzeit eines Eskalation des Konfliktes möglich."

Der Ölpreis wurde von der Unterzeichnung des Abkommens in die Höhe getrieben. Die Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich um bis zu 1,3 Prozent auf 64,80 Dollar je Barrel (159 Liter), leichtes US-Öl kostete mit 58,39 Dollar ein Prozent mehr. Ein weiterer Grund dafür sei der überraschend starke Rückgang der US-Lagerbestände, sagte Virendra Chauhan vom Research-Haus Energy Aspects. Die Reserven sanken in der vergangenen Woche um 2,5 Millionen Barrel und damit fünf mal so stark wie gedacht.

VERSORGER IM PLUS

Die Versorger profitierten von der Aussicht auf eine Milliardenentschädigung für RWE, der entsprechende Index stieg auf den höchsten Stand seit Ende 2008. Bund und Länder einigten sich auf einen Abschaltplan für Braunkohlemeiler, Finanzminister Olaf Scholz stellt 2,6 Milliarden Euro zur Entschädigung bereit. Die RWE-Aktien legten zeitweise 2,1 Prozent zu und waren hinter Wirecard der zweitstärkste Wert im Dax.

Schlechter schnitten die Autowerte ab. Volkswagen war mit einem Minus von zwei Prozent Schlusslicht im deutschen Leitindex, BMW und Daimler lagen ebenfalls klar im Minus. Trump hatte einem Zeitungsbericht zufolge den Streit mit den Europäern über das Iran-Atomabkommen mit dem Handelskonflikt verknüpft. Die US-Regierung habe mit der Verhängung von 25-prozentigen Autozöllen gedroht, sollten Großbritannien, Frankreich und Deutschland den Iran nicht formell beschuldigen, den Atomvertrag aus dem Jahr 2015 gebrochen zu haben. Das berichtete die "Washington Post" am Mittwoch unter Berufung auf nicht näher bezeichnete europäische Regierungsvertreter. Dies drücke auf die Stimmung am Markt, sagte ein Börsianer.

Auch die Beiersdorf-Aktien gehörten mit einem Abschlag von 2,1 Prozent zu den Verlierern. Der Konsumgüterhersteller stellt sich nach einem Umsatzplus 2019 auf Gegenwind ein.

Ein Gesamtjahresergebnis unter Markterwartungen und ein pessimistischer Ausblick lösten an der Börse einen Ausverkauf beim britischen Fachverlag Pearson aus. Die Aktien fielen um knapp 14 Prozent auf ein Elf-Jahres-Tief von 532,60 Pence.

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