US-Währungshüter - Krise kann kurzfristig 46 Millionen Jobs kosten

Reuters

Washington (Reuters) - Die Coronavirus-Krise könnte nach Ansicht eines führenden US-Währungshüters kurzfristig fast 50 Millionen Amerikaner ihren Job kosten.

US-Währungshüter - Krise kann kurzfristig 46 Millionen Jobs kosten

Der Chef des Fed-Bezirks von St. Louis, James Bullard, bezifferte am Mittwoch die Zahl der besonders gefährdeten Jobs auf 46 Millionen. Dies seien insbesondere Arbeitsplätze mit Publikumsverkehr, also Tätigkeiten, bei denen es zum Kontakt mit der Öffentlichkeit komme. "Und genau das wollen unsere Gesundheitsbehörden ja gerade nicht", sagte Bullard.

Doch könne die Beeinträchtigung der Wirtschaft in den kommenden Wochen auf kurzfristige Effekte begrenzt bleiben, wenn es der Politik gelinge, schnell Sozialhilfe- und andere Krisenmaßnahmen zu ergreifen. Dem Sender CNBC sagte er, das zwei Billionen Dollar schwere US-Hilfspaket zur Bewältigung der Corona-Krise habe ein angemessenes Gewicht, um dem wirtschaftlichen Schaden entgegenzuwirken. Ein zentraler Bestandteil sind Kredithilfen für Unternehmen, die im Zuge der Virus-Krise in Bedrängnis geraten.[L8N2BI5WY]

Am Donnerstag stehen in den USA die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe an. Volkswirte der Commerzbank gehen davon aus, dass diese "einen noch nie dagewesenen Anstieg bringen" werden: "Wir rechnen mit etwa drei Millionen Anträgen. Dies wäre eine Verzehnfachung gegenüber der Vorwoche", so die Commerzbank-Ökonomen Bernd Weidensteiner und Christoph Balz. Sie verweisen darauf, dass das bisherige Rekordhoch bei den Erstanträgen bei 680.000 lag und im September 1982 erreicht wurde. Die von Reuters befragten Experten gehen im Mittel davon aus, dass dieser Wert am Donnerstag mit einer Million deutlich überboten wird.

Mit der Corona-Krise ist damit die bislang rosige Lage am US-Arbeitsmarkt wohl schlagartig Geschichte. Noch im Februar entstanden 273.000 neue Stellen. Und die separat ermittelte Arbeitslosenquote fiel auf 3,5 Prozent, was praktisch Vollbeschäftigung entsprach. Derzeit rechnen Experten damit, dass die am 3. April anstehenden Arbeitsmarktdaten für März einen Abbau von 293.000 Stellen bringen werden und die Arbeitslosenquote auf 4,0 Prozent nach oben schnellen wird.

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