VIRUS/ZITATE 2: Reaktionen auf den WHO-Zahlungsstopp der USA

dpa-AFX

(durchgehend aktualisiert)

BERLIN (dpa-AFX) - US-Präsident Donald Trump will die Mittel für die Weltgesundheitsorganisation WHO kappen. Das stößt international und in Deutschland auf Kritik. Einige Reaktionen:

"Wenn wir uns im Kampf gegen das Coronavirus spalten lassen, wird das Virus diese Risse ausnutzen. Das ist eine Zeit, in der wir alle in unserem gemeinschaftlichen Kampf gegen eine gemeinsame Bedrohung zusammenstehen sollten."

(Der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf)

"Jetzt ist die Zeit für Einheit und für eine Zusammenarbeit der internationalen Gemeinschaft in Solidarität, um das Virus und seine erschütternden Konsequenzen zu stoppen, nicht die Zeit, Ressourcen für die Anstrengungen der WHO oder irgendeiner anderen humanitären Organisation im Kampf gegen das Virus zu reduzieren."

(UN-Generalsekretär Antonio Guterres in der Nacht zu Mittwoch)

"Unsere kollektive Verantwortung, dafür zu sorgen, dass die WHO ihr Mandat ausführen kann, war noch nie so dringend."

(Der Kommissionschef der Afrikanischen Union, Moussa Faki Mahamat, am Mittwoch auf Twitter)

"Die Finanzierung der Weltgesundheitsorganisation während einer weltweiten Gesundheitskrise zu stoppen, ist so gefährlich, wie es sich anhört."

(Der Microsoft -Gründer Bill Gates, der sich mit seiner Stiftung für ein bessere Gesundheitsversorgung in der Welt engagiert, am Mittwoch auf Twitter)

"Das ist der Ausdruck eines äußerst egoistischen Herangehens der amerikanischen Regierung gegenüber dem, was in der Welt im Zusammenhang mit der Pandemie geschieht."

(Russlands Vize-Außenminister Sergej Rjabkow am Mittwoch)

"China ist ernsthaft besorgt über die Entscheidung der USA."

(Pekings Außenamtssprecher Zhao Lijian am Mittwoch)

"Eine der besten Investitionen im Kampf gegen die Pandemie ist es, die Vereinten Nationen, allen voran die unterfinanzierte Weltgesundheitsorganisation, zu stärken - zum Beispiel bei der Entwicklung und Verteilung von Tests und Impfstoffen. Gegenseitige Schuldzuweisungen helfen in der Coronakrise nicht."

(Bundesaußenminister Heiko Maas am Mittwoch zur dpa)

"In einer solchen Krise braucht die WHO alle Ressourcen, um handlungsfähig zu bleiben (...). Deutschland sollte gemeinsam mit den europäischen Partnern finanziell einspringen, um diese Finanzierungslücke zu überbrücken."

(Der FDP-Fraktionsvize Alexander Graf Lambsdorff am Mittwoch zur dpa)

"Es ist ein armseliger Versuch des US-Präsidenten, von eigenen schweren Fehlern und Missmanagement in dieser Corona-Krise abzulenken. Bundesregierung und EU müssen dieses Vorgehen verurteilen und die heutigen EU-Ministerkonferenzen nutzen, um die fehlenden Gelder für die UN-Behörde zu kompensieren."

(Die Linken-Fraktionsvize Heike Hänsel am Mittwoch)

"Wenn man den Einfluss Chinas auf die WHO begrenzen will, ist der Entzug von Finanzmitteln kontraproduktiv."

(Der CDU-Politiker Norbert Röttgen zur "Süddeutschen Zeitung" vom Donnerstag)

"Gefangen in seinem nationalistischen Narzissmus begreift Trump selbst in einer globalen Pandemie und einer sich abzeichnenden Weltwirtschaftskrise nicht den Gemeinsinn internationaler Kooperation. Er zerstört damit die Hoffnung, dass die Pandemie zu einer stärkeren internationalen Zusammenarbeit führen könnte."

(Der USA-Experte der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, Josef Braml, am Mittwoch im Online-Magazin Watson)/hn/DP/fba

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