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Wall Street: Weiteres Blutbad an den US-Märkten nach schlechten Konjunkturdaten und Zinskurven-Warnsignal

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Wall Street: Weiteres Blutbad an den US-Märkten nach schlechten Konjunkturdaten und Zinskurven-Warnsignal

Nach kurzer Vortagshoffnung im Handelskrieg zwischen den USA und China ist es am Mittwoch mit der Erholung an der Wall Street schon wieder vorbei. Der Dow Jones Industrial  fiel binnen der ersten halben Handelsstunde um 1,50 Prozent auf 25886,57 Punkte. Damit revidierte der weltweit vielbeachtete Leitindex die Vortagsgewinne wieder, er kehrte auf das reduzierte Niveau vom Montag zurück.

Angesichts drohender Preissteigerungen vor dem Weihnachtsgeschäft hatte die US-Regierung eine Verschiebung neuer Strafzölle auf Elektronikgeräte und andere Importe aus China angekündigt, doch viele Börsianer bleiben nach den Erfahrungen der vergangenen Monate skeptisch. „Wenn man sich anschaut, wie die letzten Gespräche gelaufen sind, dann gibt es wenig Anlass für Optimismus“, sagte Analyst Craig Erlam vom britischen Broker Oanda. Letztlich hänge alles davon ab, wann im Handelskrieg die Schmerzgrenzen der beiden Kontrahenten erreicht seien. Zudem haben schwächelnde Konjunkturdaten aus China und Deutschland die Nervosität der Anleger wegen der drohenden Rezession weiter verstärkt.

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Im Gleichschritt mit dem Dow ging es auch für die übrigen bedeutenden US-Index postwendend wieder bergab. Der marktbreit aufgestellte S&P 500  fiel um 1,48 Prozent auf 2882,97 Punkte und der technologieorientierte Nasdaq 100-Index verlor 1,61 Prozent auf 7603,72 Zähler.

Im Dow Jones war zudem nur die Coca-Cola-Aktie minimal im grünen Bereich. alle anderen Werte mussten Verluste hinnehmen, angeführt von den Banken, die besonders viel einstecken mussten. Angesichts der immer schlimmer werdenden Negativzinsen wird das Geschäftsmodell der Geldhäuser noch mehr unter Druck gesetzt.

Inverse Zinskurve schreit Alarm

„Der US-Aktienmarkt lebt nach der Invertierung der Zinsrenditekurve nur noch auf geborgter Zeit“, sagt der technische Stratege der Bank of America, Stephen Suttmeier. Seit 1978 hat es fünf Inversionen der 2-Jahres- und 10-Jahresrenditen gegeben, und alle waren Vorläufer einer Rezession, aber nach Angaben der Credit Suisse besteht eine erhebliche Verzögerung. Durchschnittlich 22 Monate nach der Inversion trat eine Rezession auf, wie die Credit Suisse zeigt. Und der S & P 500 erzielte 18 Monate nach einer Inversion eine durchschnittliche Rendite von 15 Prozent, bevor er schließlich gefallen ist.

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„Historisch gesehen bedeutet die Umkehrung dieser Benchmark-Renditekurve, dass wir ab heute mit einer Rezession zwischen sechs und 18 Monaten rechnen müssen, die unsere mittel- und langfristigen Aussichten für die breiteren Märkte drastisch und negativ verändern wird“, sagte Tom Essaye, Gründer von The Sevens Report, gegenüber CNBC am Mittwoch.

Bei den Einzeltiteln gab es zur Wochenmitte individuell nur wenig Kursbewegendes. Ölwerte litten mit deutlichen Abschlägen darunter, dass die Ölpreise am Mittwoch ihren Vortagsanstieg wieder revidierten. ExxonMobil waren im Dow mit einem Abschlag von 2,5 Prozent unter den Schlusslichtern. Titel der Branchendienstleister Halliburton und Schlumberger fielen im S&P 500 jeweils um gut 5,5 Prozent.

Am breiten Markt sorgten vor allem die Papiere des Kaufhausbetreibers Macy's für Gesprächsstoff. Sie brachen nach Quartalszahlen um 16 Prozent auf den tiefsten Stand seit 2010 ein. Der Betreiber von mehr als 800 Warenhäusern in den USA kappte das Gewinnziel für das laufende Jahr und verstimmte so branchenweit die Anleger. Beim Wettbewerber JCPenney ging es für die Aktien um 4 Prozent bergab.

Bei Viacom und CBS trieben kritische Analystenkommentare die Anleger nach der am Vortag erfolgten Einigung auf die Fusionsbedingungen in die Flucht. Die meistgehandelten Aktiengattungen der beiden Medienkonzerne sackten jeweils um fast 6 Prozent ab. Das Analysehaus Bernstein hatte CBS wegen der Fusion gleich doppelt abgestuft. Analyst Todd Juenger geht davon aus, dass die Synergien erblassen werden im Vergleich zu den strukturellen Problemen, die die CBS-Aktionäre mit Viacom erbten.

Im Pharmabereich versetzen offenbar laufende Ermittlungen gegen Teva und Mylan die Anleger in Unruhe. Die Aktien büßten 5,8 Prozent beziehungsweise 7,2 Prozent ein, nachdem es hieß, ihnen werde vom US-Senator Bernie Sanders und dem US-Abgeordneten Elijah Cummings eine "offensichtlich koordinierte Marktbehinderung" vorgeworfen.

Nach der Schlussglocke veröffentlicht Cisco Systems Ergebnisse für das vierte Geschäftsquartal, für die Aktien ging es am Mittwoch im Vorfeld davon um 1,7 Prozent bergab. Seit Jahresbeginn waren die Papiere des Ausrüsters der Telekombranche um mehr als 20 Prozent gestiegen.

(onvista/dpa-AFX)

Titelfoto: Stuart Miles / Shutterstock.com

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