Warren Buffetts unbeabsichtigter Weckruf für Investoren und wie man jetzt profitieren kann

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Warren Buffetts unbeabsichtigter Weckruf für Investoren und wie man jetzt profitieren kann

Warren Buffett verkaufte während des Börsencrashs Aktien der “Big Four” der amerikanischen Fluggesellschaften.

Aber er ist dafür bekannt, dass er gierig ist, wenn andere ängstlich sind. Daher könnte sein Verkauf der Fluggesellschaften für einige Investoren ein kleiner Schock gewesen sein. Besonders für diejenigen, die sich mit seinen onkelhaften Ratschlägen auf die Aktien der Fluggesellschaften gestürzt haben.

Warren Buffetts Abneigung in Bezug auf Fluggesellschaften

Doch Buffetts Schritt wird allmählich sinnvoller, wenn wir über seine Tendenz nachdenken, Aktien von Unternehmen hoher Qualität zu kaufen, wenn sie zu ermäßigten Preisen verkauft werden. Das Problem mit den Fluggesellschaften ist, dass sie in der Regel keine hochwertigen Unternehmen sind.

Wenn man Buffetts Geschichte liest, wird deutlich, dass er kein Fan von Fluggesellschaften war und sie als minderwertige Unternehmen angesehen hat. Beispielsweise sind sie zyklischer Natur und abhängig von einer Vielzahl von Faktoren. Zum Beispiel günstige Ölpreise, Verbrauchernachfrage, wirtschaftliche Stabilität - und das Ausbleiben einer Pandemie!

Er schrieb einmal über Fluggesellschaften: “Die Investoren haben Geld in ein Fass ohne Boden gesteckt, angezogen vom Wachstum, obwohl sie eigentlich davon hätten abgestoßen werden müssen”. Er dachte auch über seine eigene bittere Erfahrung nach und sagte, er habe “an dieser Dummheit teilgenommen”, als er 1989 Aktien von US Air kaufte.

Das erklärt, warum er nicht die Aktien der Fluggesellschaften kaufte, als diese durch das Coronavirus stark gefallen waren. Aber es erklärt nicht, warum er sie überhaupt gekauft hat. Vor allem, nachdem er zuvor so vehement gegen sie war.

Wie er seine Meinung geändert hat

Die Antwort auf das Rätsel ist nuanciert. Buffett investierte anscheinend in die vier großen Fluggesellschaften, weil er voraussagte, dass mehr Menschen fliegen würden und die Fluggesellschaften zumindest ihren Wert erhalten und weiterhin Aktien zurückkaufen würden. In einem Interview  aus dem Jahr 2017 sagte er, die Fluggesellschaften hätten ein schlechtes 20. Jahrhundert hinter sich und “Ich glaube, es hat fast 100 Fluglinienpleiten gegeben. Ich meine, das ist eine Menge. Aber sie haben dieses schlechte Jahrhundert aus dem Weg geräumt, hoffe ich.”

Hoppla! Wir alle haben es versäumt, die Lektionen, die wir zuvor von Zeit zu Zeit gelernt haben, in die Tat umzusetzen. Zu seinem Verdienst warf Buffett die Hände in die Luft und erklärte, er habe einen Fehler gemacht, sobald Covid-19 seine Wahrnehmung der Aussichten für die Fluggesellschaften änderte. Er handelte entschlossen, verkaufte und begrenzte seine Verluste, denn eine verlustbringende Beteiligung ist vielleicht die größte Bedrohung für das Portfolio eines jeden Anlegers. Solche Positionen können die Outperformance bei einigen Aktien in eine mittelmäßige oder sogar sinkende Gesamtperformance verwandeln.

Ich vermute, dass er von seinen Prinzipien abgewichen ist, weil es schier unmöglich war, Investitionsmöglichkeiten zu finden, die groß genug für Buffett waren.

Ein Weckruf

Der Ton von Buffetts schlicht gesponnenen, volkstümlichen und onkelhaften Ratschlägen lässt das Investieren oft einfach klingen - was es sein kann, wenn man in Indexfonds investiert. Aber es kann gefährlich sein, Gurus - selbst Buffett - zu folgen, wenn man bei der Auswahl einzelner Aktien nicht gründlich recherchiert.

Ich vermute, Buffetts Kurswechsel bei den Fluggesellschaften unterstreicht noch etwas anderes: Wenn man nicht den gesamten Markt mit einem Indexfonds kauft, sollte man Buffetts Philosophie der Gier nicht undifferenziert anwenden.

Und seit der Coronavirus-Krise sind wir meines Erachtens mehr denn je in einem Markt, in dem man sehr genau seine Aktien aussuchen muss.

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Dieser Artikel wurde von Kevin Godbold auf Englisch verfasst und am 18.05.2020 auf Fool.co.uk veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool UK hat keine Position in einer der genannten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2020

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

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