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WDH/ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax fest - Anleger setzen auf Billiggeld

dpa-AFX

(Im 4. Absatz, 1. Satz wurde ein Rechtschreibfehler korrigiert.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag von Aussichten auf weiter billiges Geld profitiert und klar im Plus geschlossen. Der Dax hielt sich über der Marke von 10 000 Punkten und endete 1,50 Prozent höher bei 10 064,80 Punkten. An den beiden Vortagen hatte das Börsenbarometer noch 2 Prozent verloren. Der MDax stieg am Donnerstag um 0,57 Prozent auf 19 698,05 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 2,19 Prozent auf 1728,66 Punkte.

Die Kurse profitierten von den nachlassenden Befürchtungen um eine baldige Zinserhöhung in den USA, denn niedrige Zinsen lassen Aktien im Vergleich zu anderen Anlageklassen wie etwa Anleihen attraktiv erscheinen. US-Konjunkturdaten vom Nachmittag lieferten derweil widersprüchliche Signale: So hatte sich die Stimmung in der Industrie des US-Bundesstaats New York im Oktober geringer erholt als erwartet. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe war aber in der vergangenen Woche vom bereits niedrigem Niveau aus weiter gefallen.

BERG- UND TALFAHRT BEI VW

Bei Volkswagen reißt die Kette schlechter Nachrichten nicht ab. Der Skandal um manipulierte Abgaswerte zwingt den VW -Konzern zum größten Rückruf in der Firmengeschichte. In den 28 Ländern der Europäischen Union holt Volkswagen rund 8,5 Millionen Diesel-Fahrzeuge in die Werkstätten. Rund 2,4 Millionen davon entfallen auf Deutschland. Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) wertete die VW-Software als "unzulässige Abschalteinrichtung".

Im Zusammenhang mit der Manipulation hat am Donnerstag die italienische Finanzpolizei mehrere VW-Büros in Verona und bei der Tochter Lamborghini in Bologna durchsucht. Die Staatsanwaltschaft Verona ermittelt dabei gegen einige Manager des Konzerns in Italien wegen des Verdachts auf Handelsbetrug.

Hinzu kamen noch einige negative Analystenkommentare. Diese Gemengelage ließ die im frühen Handel noch festeren VW-Vorzugsaktien im Verlauf stetig abbröckeln. Letztlich verloren sie mehr als dreieinhalb Prozent und waren damit schwächster Wert im Dax.

INFINEON HUI - VERSORGER PFUI

Infineon-Aktien schlossen nach Spekulationen um einen möglichen Zukauf des Halbleiter-Konzerns in den USA mit einem Plus von mehr als 5 Prozent an der Dax-Spitze. Sie schnellten damit auf den höchsten Stand seit Juli. Kreisen zufolge interessiert sich Infineon für den US-Chiphersteller Fairchild Semiconductor . "Der Zukauf wäre toll und würde strategisch gut zu Infineon passen", sagte ein Händler.

Die von der Energiewende gebeutelten Versorger-Aktien rutschten nach einem positiven Start deutlich ab. Die Papiere von Eon endeten 0,74 Prozent tiefer, jene von RWE schlossen gar 3,48 Prozent unter ihrem Vortagesniveau.

ZALANDO UND WACKER NEUSON ENTTÄUSCHEN DEUTLICH

Bei den Unternehmensberichten setzte sich die Serie negativer Überraschungen fort: Papiere von Wacker Neuson sackten nach einer Gewinnwarnung am Ende des Kleinwerte-Index SDax um mehr als 15 Prozent ab. Am MDax-Ende büßten die Aktien von Zalando über 5 Prozent ein. Analysten zeigten sich negativ überrascht vom operativen Verlust bei dem Online-Händler. Zalando-Vorstand Rubin Ritter begründete das Minus unter anderem mit "gezielten Wachstumsinvestitionen".

Andere MDax-Unternehmen überraschten positiv: So erhöhte ProSiebenSat.1 die langfristigen Unternehmensziele. Das starke Wachstum im Digitalgeschäft stimmt den Medienkonzern nun zuversichtlicher für die kommenden Jahre. Für die Papiere ging es an der Indexspitze um 3,33 Prozent nach oben.

Der kriselnde Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger will mit einem harten Umbau das Ruder herumreißen. Künftig will sich der Konzern auf Industrie- und Immobiliendienstleistungen konzentrieren. Anleger honorierten auch dies, die Aktien stiegen um knapp 2 Prozent.

EURO IM MINUS

Der EuroStoxx 50 rückte um 1,48 Prozent auf 3238,81 Punkte vor. Klare Gewinne gab es auch beim Cac-40-Index in Paris und beim FTSE-100-Index in London. An der Wall Street stand der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa 0,40 Prozent im Plus.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,42 Prozent am Vortag auf 0,41 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,08 Prozent auf 139,95 Punkte. Der Bund-Future büßte 0,14 Prozent auf 156,77 Punkte ein. Der Kurs des Euro gab nach und notierte zuletzt bei 1,1401 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1439 (Mittwoch: 1,1410) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8742 (0,8764) Euro./edh/he


Von Eduard Holetic, dpa-AFX

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Hermann Kutzer ist der dienstälteste journalistische Finanzmarktbeobachter in Deutschland: Seit mittlerweile 49 Jahren beobachtet er die nationalen Börsen und internationalen Wertpapier- und Rohstoffmärkte. Davon war er gut drei Jahrzehnte lang für die Verlagsgruppe Handelsblatt tätig, zuletzt als Chefredakteur des Monatsmagazins „DMEuro“.

Seit 2007 bietet der Routinier seine Erfahrung freiberuflich an: Analysen und Kolumnen, TV-Kommentare, Vorträge, Moderationen und Kommunikationsberatung. Nach seinem Hörbuch „Verstehen Sie Börse!“ (Finanzbuch Verlag, 2008) erschien im Frühjahr 2012 als Kutzers Manifest im Börsenbuchverlag „Vom Raubtierkapitalismus zur Planwirtschaft?“ Zu seinem umfangreichen Web-Auftritt gehört seit einiger Zeit „Kutzers Marktplatz“ mit Beiträgen über die unterschiedlichsten Anlagemöglichkeiten. Außerdem ist im Frühjahr 2013 der neue Internet-Kanal KUTZER-TV auf Sendung gegangen.

Der Journalist und Publizist engagiert sich seit Jahrzehnten für die privaten Anleger und in diesem Zusammenhang für die Weiterentwicklung der Aktienkultur. Er betrachtet es als seine vorrangige Aufgabe, die Vermittlung von Wissen über die Zusammenhänge des Sparens und Anlegens zu unterstützen. Dabei ist der „Marktmensch“ ein bekennender Marktwirtschaftler, der mit großer Skepsis die zunehmende Regulierung der Märkte durch die Politik auf nationaler und europäischer Ebene betrachtet.

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