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Weidmann warnt vor Nebenwirkungen der langen Tiefzinsphase

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Bundesbank-Präsident Jens Weidmann blickt angesichts der langanhaltenden Niedrigzins-Phase mit Sorge auf die Ertragskraft der Banken.

Weidmann warnt vor Nebenwirkungen der langen Tiefzinsphase

Je länger diese Zeit der negativen Zinsen anhalte, desto wahrscheinlicher würden Banken belastet, die ihre Erträge traditionell aus dem Einlagen- und Kreditgeschäft erzielen, sagte Weidmann am Freitag auf einem Branchenkongress in Frankfurt. "Das beobachten wir in der Euro-Zone." Zwar sei es nicht Aufgabe der Währungshüter, die Profitabilität der Institute sicherzustellen. Der Druck auf die Gewinne durch die Negativzinsen könnte sie aber dazu veranlassen, trotz zusätzlicher geldpolitischer Lockerungsschritte ihre Kreditvergabe zurückzufahren. Dies würde auch die Wirkung der Geldpolitik beeinträchtigen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält ihre Leitzinsen bereits seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Schon seit 2014 müssen Banken Strafzinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Notenbank horten. Aktuell liegt der sogenannte Einlagensatz bei minus 0,5 Prozent. In Deutschland klagen Geldhäuser schon seit längerem, dass die Minuszinsen an ihren Gewinnen nagen. Inzwischen ist allerdings ein Teil ihrer Einlagen bei der Notenbank von den Strafzinsen ausgenommen, da die EZB ein Staffelsystem eingeführt hat.

"In diesem Kontext wird die Erleichterung, die das neue Staffelsystem für Banken bringt, wahrscheinlich wahrnehmbar, aber bescheiden sein", sagte Weidmann. Er wies allerdings auch darauf hin, dass der Preisdruck in der Euro-Zone nach wie vor verhalten sei. "Daher ist geldpolitische Unterstützung weiterhin gerechtfertigt." Die Geldpolitik müsse dabei aber auch das mögliche Entstehen von Blasen im Blick haben. "Eine längere Zeit der tiefen Zinsen könnte Investoren dazu bewegen auf der Suche nach Rendite übermäßige Risiken einzugehen, was den Boden für finanzielle Ungleichgewichte bereiten könnte", warnte Weidmann.

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Der Bundesbank-Präsident gehört zu den Euro-Wächtern, die Teile des im September beschlossenen großen EZB-Maßnahmenpakets zur Stützung der Konjunktur kritisiert hatten.

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