Weißrussischer Präsident Lukaschenko wirft Russland 'Abzocke' vor

dpa-AFX

MINSK/MOSKAU (dpa-AFX) - Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hat seinem Nachbarn Russland "Abzocke" bei den Energiepreisen vorgeworfen. Weder beim Gas biete Russland faire Preise an noch beim Öl, das teurer als auf dem Weltmarkt verkauft werde. "Sie haben uns abgezockt", sagte Lukaschenko nach Berichten staatlicher Medien am Freitag.

Deshalb habe Belarus (Weißrussland) zuletzt Öl in Norwegen eingekauft. Er wolle zudem mit den USA und mit Saudi-Arabien über Lieferungen zu Weltmarktpreisen verhandeln. "Das ist kein Bluff", sagte er.

Am 1. Februar wird US-Außenminister Mike Pompeo in der Hauptstadt Minsk erwartet. Der von den USA wegen seiner autoritären Politik lange gemiedene Lukaschenko gab der inzwischen von Kremlchef Wladimir Putin entlassenen Regierung die Schuld an dem Preis-Streit. Er will nun direkt mit Putin über neue Liefermengen und Preise sprechen.

Belarus hängt wirtschaftlich am Tropf Russlands. Abhängig ist das Land vor allem von den Energielieferungen aus Russland. Frühere Sowjetrepubliken werfen der Rohstoffmacht Russland immer wieder vor, die Preise für Öl und Gas je nach politischer Ergebenheit zu bilden.

Der Streit zwischen Minsk und Moskau hatte sich zugespitzt, nachdem zuletzt Pläne einer weiteren Integration von Belarus mit Russland gescheitert waren. In Minsk gab es immer wieder Proteste gegen eine mögliche Vereinigung des Landes mit Russland.

Lukaschenko, der als "letzter Diktator" Europas gilt, ist seit mehr als 25 Jahren an der Macht. Er will sich im Sommer erneut ins Präsidentenamt wählen lassen./mau/DP/zb

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