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Weitere Flugausfälle bei Lufthansa erwartet

dpa-AFX

Gespräche beginnen am Sonntag

Weitere Flugausfälle bei Lufthansa erwartet

Frankfurt/Main (dpa) - Auch nach dem Ende der zweitägigen Streiks dürfte der Flugverkehr bei der Lufthansa nicht gleich flüssig laufen. Die Airline erwartet einige Flugabsagen und Verzögerungen, weil Maschinen und Crews noch nicht an den richtigen Einsatzorten sind.

Man wolle aber so schnell wie möglich zum normalen Flugplan zurückkehren, sagte ein Sprecher. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport rechnet zudem mit Andrang, da viele Passagiere wegen der Streiks der Flugbegleitergewerkschaft Ufo am Donnerstag und Freitag umgebucht hatten. Einige seien auf Samstag ausgewichen.

An den NRW-Airports läuft der Betrieb wieder normal. «Es gibt keine Nachwirkungen mehr im Flugbetrieb», berichtete ein Sprecher des Düsseldorfer Flughafens am Samstag. Auch aus Köln/Bonn meldete ein Sprecher: «Wir haben keine Einschränkungen mehr». Am Freitag hatte es Dutzende Ausfälle gebeben. In der Landeshauptstadt waren 21 von 570 Flügen gestrichen worden, am Flughafen Köln/Bonn hatte es 17 Annullierungen gegeben. Betroffen waren vor allem Flüge von und nach München.

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Zugleich gibt es etwas Hoffnung auf ein Ende des Tarifkonflikts für die rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter. Ufo und die Airline wollen über eine mögliche Schlichtung beraten. Beide Seiten vereinbarten aber striktes Stillschweigen. Dem Vernehmen nach sollen die Gespräche am Sonntag an einem geheimen Ort beginnen. Man brauche die Vertraulichkeit, um schwierige juristische Fragen auszuräumen, so Lufthansa-Chef Carsten Spohr. «Wenn wir schlichten, muss das Ganze juristischen Halt haben.»

Wegen der Streiks der Ufo hatte die Lufthansa mit einem Sonderflugplan insgesamt 1500 Flüge weltweit abgesagt. Sie sprach von rund 200.000 betroffenen Passagieren. Vor allem die Drehkreuze Frankfurt und München traf es.

Sollte es bei den Gesprächen kein Einlenken der Lufthansa geben, will die Ufo erneut streiken - auch bei weiteren Gesellschaften der Airline. «Entweder wir haben eine Lösung oder wir werden eben verkünden, dass es eine massive Ausweitung geben muss», sagte Ufo-Sprecher Nicoley Baublies der dpa. «Weil, wenn das noch nicht reicht, ja, dann müssen mehr Unternehmen streiken, und dann muss es auch länger sein.» Am Montag werde das weitere Vorgehen verkündet.

Die Ufo hatte am Donnerstag und Freitag die Lufthansa-Kerngesellschaft bestreikt. Nach Urabstimmungen ist sie aber auch bei vier Lufthansa-Töchtern streikbereit, im Germanwings, Eurowings Deutschland, LufthansaCityLine und SunExpress Deutschland.

Die Lufthansa vollzieht mit den angepeilten Gesprächen mit Ufo eine Kehrtwende: Sie hatte über Monate dem Ufo-Vorstand die Vertretungsberechtigung abgesprochen und jegliche Verhandlungen abgelehnt.

Ufo fordert höhere Spesen und Zulagen sowie den besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse. In dem gesamten Konflikt geht es aber hauptsächlich um die Frage, ob Ufo überhaupt Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann.

Spohr strebt einen einheitlichen Tarifvertrag für die Lufthansa-Kerngesellschaft an. Er verwies auf die Lufthansa-Tochter Eurowings, bei der man mit den konkurrierenden Gewerkschaften Verdi und Ufo übereinstimmende Abschlüsse gefunden habe. Seit Mittwoch spricht Lufthansa zudem mit der erst in Gründung befindlichen «Cabin Union» der Ufo-Abspaltung IGL.

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