Wirecard: Viele Marktexperten fordern schnellen Rauswurf aus dem Dax – „Kein gutes Zeichen für die Aktienkultur hierzulande“

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Wirecard: Viele Marktexperten fordern schnellen Rauswurf aus dem Dax – „Kein gutes Zeichen für die Aktienkultur hierzulande“

Wild hin und her geht es auch am Dienstag für die Aktien von Wirecard. Die Papiere des in seiner Existenz bedrohten Zahlungsabwicklers steuerten mit über 9 Euro zeitweise auf eine neuerliche Verdreifachung zu, bevor sie zuletzt mit 6,29 Euro noch fast das Doppelte des Vortagesniveaus kosteten. Die Anteile des von einem Bilanzskandal erschütterten Unternehmens werden immer mehr zu einem kurzfristigen Spekulationsobjekt. Am vergangenen Freitag hatten sie nur noch gut einen Euro gekostet.

Aberwitzige Kursbewegungen

Bereits am Montag konnten sie sich dann zwischenzeitlich mehr als verdreifachen – nach fast 99 Prozent Wertverlust binnen weniger Handelstage allerdings. Zum Vergleich: Vor gut zwei Monaten hatten die Aktien noch über 140 Euro gekostet und am Rekordhoch Anfang September 2018 kurz vor dem Dax-Aufstieg waren 199 Euro gezahlt worden.

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Nach dem Insolvenzantrag des Konzerns in der Vorwoche stellte sich nun die Nordamerika-Tochter Wirecard North America selbst zum Verkauf und die britische Finanzaufsicht FCA will dem Unternehmen den Fortgang der Geschäfte erlauben. Am Freitag hatte die FCA die örtliche Tochter Wirecard Card Systems stillgelegt und jegliche Transfers von Geldern und Vermögenswerten verboten.

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Viele fordern schnellen Rauswurf aus dem Dax

Der Rauswurf von Wirecard aus dem Dax dürfte nach dem Quasi-Totalverlust spätestens im September erfolgen zur nächsten regulären Index-Überprüfung durch die Deutsche Börse. Nicht wenige Marktexperten schütteln darüber den Kopf und fordern den „Fast Exit“, also den schnellen Ausschluss aus dem Leitindex. „Absurd, kein gutes Zeichen für die Aktienkultur hierzulande“, so der Tenor.

Die Deutsche Börse reagierte am Vortag und kündigte eine Überarbeitung ihres Regelwerks für eine Dax-Mitgliedschaft an. Schneller ging der Rauswurf für Wirecard aus dem gesamteuropäischen Stoxx Europe 600: Ab diesem Dienstag sind sie darin nicht mehr enthalten.

Die heftigen Kurskapriolen der Wirecard-Aktie haben kaum noch fundamentale Gründe, sondern sind vielmehr ein Beleg dafür, dass das Papier auf niedrigem Niveau vor allem von Spekulanten gekauft wird, die auf eine rasche Erholung setzen und dann ebenso schnell wieder Kasse machen.

onvista/dpa-AFX

Titelfoto:  Anton Garin / Shutterstock.com

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