Wirtschaft sieht wöchentliche Corona-Schnelltests in Unternehmen kritisch

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Gegen die geplanten wöchentlichen Corona-Schnelltests bei Mitarbeitern von Unternehmen regt sich Widerstand in der Industrie.

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF äußerte sich am Mittwoch kritisch gegenüber den Plänen. Eine generelle, regelmäßige prophylaktische Testung der anwesenden Belegschaft würde "einen unüberschaubaren personellen und organisatorischen Mehraufwand verursachen". Bislang würden Schnelltests vom werksärztlichen Dienst nur in begründeten Einzelfällen eingesetzt, wenn dieser Kenntnis von möglichen Risikokontakten oder Übertragungen im Werk habe. Massentests brächten keinen zusätzlichen Nutzen.

"In generellen, regelmäßigen und prophylaktischen Tests der anwesenden Belegschaft am Standort Ludwigshafen sehen wir keinen zusätzlichen Nutzen, aber einen erheblichen organisatorischen und finanziellen Aufwand", sagte Vorstandsmitglied und BASF-Arbeitsdirektor Michael Heinz. "Mit dem konsequenten Einhalten von Hygiene- und Abstandsregeln sowie Homeoffice wo möglich fahren wir bereits sehr gut."

Auch der CDU-Wirtschaftsrat äußerte sich ablehnend und ist gegen eine Testpflicht für Unternehmen. "Eine Testpflicht, bei der Unternehmer auch noch die Kosten für regelmäßige Testungen der gesamten Belegschaft tragen sollen, ist für viele mittelständische Unternehmen gerade in der wegen des Lockdowns angespannten wirtschaftlichen Lage nicht darstellbar", sagte Wirtschaftsrat-Präsidentin Astrid Hamker.

Der Beschlussentwurf für das Corona-Spitzengespräch von Bund und Ländern sah vor, dass Unternehmen "als gesamtgesellschaftlichen Beitrag" ihren Beschäftigten, die nicht im Homeoffice arbeiten, pro Woche das Angebot von mindestens einem kostenlosen Schnelltest machen. Soweit möglich soll eine Bescheinigung über das Testergebnis erfolgen. Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft werden zwei Insidern zufolge voraussichtlich am Freitag wieder mit der Regierung über eine Testpflicht in Unternehmen beraten.

Daimler erklärte, Schnelltests bisher anlassbezogen und gezielt einzusetzen, wenn unklare Infektionsherde auftreten oder in einzelnen Bereichen Häufungen zu verzeichnen seien. Zu dem Beschlussentwurf äußerte sich der Autobauer nicht. Bei VW stehen Mitarbeitern eigene Kapazitäten für PCR-Tests in Testcontainern auf den Werksgeländen zur Verfügung. Dieses Angebot wurde nach Angaben von Lars Nachbar, Leiter Gesundheitswesen und Arbeitsschutz im Konzern, bereits um Antigen-Schnelltests ergänzt. Das Unternehmen sehe nun "keine wesentliche Änderung des bisherigen Vorgehens für Volkswagen", erklärte Nachbar.

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