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Wochenausblick: Durchatmen und Schwenk zur Seitwärtsbewegung

BÖRSE FRANKFURT

Durch die überraschend guten Zahlen am US-Arbeitsmarkt gerät die Rally etwas ins Stocken. Auch charttechnisch sieht es nicht mehr so gut aus.

8. Juli 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Jagd auf neue Jahres- oder gar Allzeithochs ist vorerst gestoppt. Der überraschend gute US-Arbeitsmarktbericht von Freitag dämpfte die Hoffnungen auf geldpolitische Lockerungen: 224.000 neue Stellen wurden für den Juni gemeldet, erwartet worden waren nur 160.000.

Davor hatte Rekordlaune geherrscht, auch wegen der zumindest für den Moment versöhnlicheren Tönen im US-chinesischen Zollstreit. Nun überwiegen Gewinnmitnahmen. Nachdem der DAX letzten Donnerstag auf in der Spitze 12.656 Punkte geklettert war, den höchsten Stand seit August 2018, sind es am Montagmorgen 12.540 Zähler. S&P 500 und Dow Jones hatten vergangene Woche sogar Allzeithochs erreicht.

„Positives und Negatives gleicht sich aus“ „Übergeordnet spricht vieles dafür, dass die Märkte nach den Kursgewinnen der letzten Wochen nun erst einmal durchatmen und in eine Seitwärtsbewegung einschwenken“, erklärt Thomas Metzger vom Bankhaus Bauer. Positive und negative Einflussfaktoren gleichten sich momentan in etwa aus. „So stehen der Aussicht auf niedrigere Zinsen bzw. einer wieder expansiveren Politik der Notenbanken nach wie vor ungelöste Handelsstreitigkeiten sowie das Thema Brexit und eine nicht mehr allzu günstige fundamentale Bewertung der großen Indizes gegenüber."

„Noch bewegt sich der Kursanstieg in einem fundamental angemessenen Rahmen“, meint Markus Reinwand von der Helaba. Damit dies so bleibe, müssten sich aber allmählich die konjunkturellen Frühindikatoren wieder verbessern.

Markttechnik mit Verkaufssignalen Martin Utschneider zufolge wird der DAX die neue Woche bestenfalls seitwärts beginnen. „Damit unterliegt auch die jüngst vorübergehend erfolgte Rückkehr in den Dezember 2018er Aufwärtsmodus gleich wieder einem wichtigen Test“, erklärt der technische Analyst von Donner & Reuschel. Das bisherige Jahreshoch bei 12.656 Punkten bleibe vorerst Maß der Dinge, nun drohe bei negativer Kurzfristtendenz ein Gap-Closing bei 12.408 Punkten. „Die aktuelle charttechnische Konstellation ähnelt einem ‚Island-Reversal‘, daher sollte die Stopp-Loss- und Take-Profit-Strategie zwingend beibehalten werden.“ Laut Utschneider zeigen die markttechnischen Indikatoren zudem einen auffallend hochgelaufenen MACD-Indikator, die Slow-Stochastik signalisiere sogar ein klassisches Verkaufssignal.

image-1784 Utschneider Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten Montag, 8. Juli

8.00 Uhr. Deutschland: Industrieproduktion Mai.

Mittwoch, 10. Juli

16.00 Uhr. USA: Anhörung Fed-Chef Powell vor dem Financial Services Committee des US-Repräsentantenhauses.

Powell dürfte bei der Anhörung eine schwierige Aufgabe haben, meint die Helaba. Einerseits müsse er die Unabhängigkeit der Fed gegenüber den Angriffen des US-Präsidenten verteidigen. Andererseits könne er mit den angedeuteten Zinssenkungen nicht zu lange warten, ohne für Irritationen an den Finanzmärkten zu sorgen.

20.00 Uhr. USA: Protokoll der Fed-Sitzung vom 19. Juni.

Donnerstag, 11. Juli

14.30 Uhr. USA: Verbraucherpreise Juni. Die Commerzbank geht davon aus, dass die Inflation auch im Juni moderat geblieben ist, und zwar bei 0 Prozent gegenüber dem Vormonat und 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei der Kernrate ergäben sich gegenüber dem Vorjahr unverändert 2 Prozent. Die Fed bezieht sich allerdings auf einen anderen Preisindex, der regelmäßig etwas niedrigere Werte liefert.

von: Anna-Maria Borse 8. Juli 2019,

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