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Zinsenweekly: Das Inflationsgespenst kehrt zurück: Sorgen um höheren US-Preisauftrieb lässt Renditen steigen

HSH NORDBANK
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Die Renditen der zehnjährigen Staatstitel bleiben auf beiden Seiten des Atlantiks auf dem Vormarsch. So haben die Treasury-Renditen sogar ein neues 4-Jahres-Hoch bei 2,94 % markiert und pendeln aktuell etwas darunter, die Bund-Renditen liegen bei knapp 0,80 %. Auch die zweijährigen Treasury-Renditen sind auf 2,20 % geklettert, nur das kurze Ende der Bunds bleibt nahezu unbeeindruckt. Erstaunlich sind die Renditestände vor dem Hintergrund der am Freitag erneut stattgefundenen Kurskorrektur auf dem Aktienmarkt. Noch vor einigen Wochen hätte die erhöhte Nervosität an den Finanzmärkten die Anleger in die Staatsanleihemärkte getrieben und damit für sinkende Zinsen gesorgt. Zuletzt hat sich dieses Muster verändert, denn es geht die Angst um, dass die US-Inflation stärker ansteigt als bislang erwartet. So könnte auch die weitere geldpolitische Straffung der Fed schneller ablaufen. Vorher waren drei Zinserhöhungen à 25 bp im laufenden Jahr am Markt erwartet worden, zunehmend wird nun jedoch auf vier Leitzinsanhebungen gesetzt. Stärker steigende Zinsen in den USA würden auch hierzulande zu höheren Renditen führen.

Öl ins Feuer gossen die Verbraucherpreisdaten aus den USA. Denn die Preise zogen im Januar um 2,1 % gegenüber dem Vorjahr an, merklich stärker als erwartet (1,9 %). Auch die Kernteuerung lag mit 1,8 % über den Erwartungen (1,7 %). Wichtiger ist jedoch, wie sich die PCE-Kernrate entwickelt, da sie der für die Fed relevante Inflationsmaßstab ist. Sie liegt aktuell bei 1,5 %, noch deutlich unter der Zielmarke der Fed von 2 %. Zu der Verunsicherung der Marktteilnehmer in Bezug auf den künftigen Zinspfad der Notenbank trägt bei, dass Anfang Februar Jerome Powell das Ruder an der Spitze der Fed von Janet Yellen übernommen hat und er sich noch nicht positioniert hat, wie er die zunehmenden Inflationsrisiken bewertet.

In der Eurozone sind die BIP-Zahlen weiterer Länder für das Schlussquartal 2017 veröffentlicht worden. In Italien wuchs die Wirtschaft demnach mit 0,3 % gegenüber dem Vorquartal, in Deutschland um 0,6 %. Die Daten für Frankreich und Spanien waren schon mit einem Plus von 0,6 % und 0,7 % veröffentlicht worden. Damit wurde die erste BIP-Schätzung für die Eurozone insgesamt von 0,6 % bestätigt. 2017 ist die Eurozone also mit 2,5 % gewachsen – das ist so hoch wie schon seit zehn Jahren nicht mehr.

In der kommenden Woche stehen Stimmungsindikatoren im Fokus. So werden die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für Dienstleistungen und das verarbeitende Gewerbe im Februar bekannt gegeben. Sowohl sie als auch der ifo Geschäftsklimaindex dürften von den Anlegern dahingehend überprüft werden, ob das Stimmungshoch anhält oder doch erste Risse zu erkennen sind. In den USA ist am Montag Presidents` Day, so dass die Anleger dort eine verkürzte Handelswoche vor sich haben. Der derzeit weltweit zu beobachtende kräftige Konjunkturaufschwung sollte höheren Renditen Unterstützung bieten, so dass wir von weiteren leichten Renditeanstiegen ausgehen.


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