Zulieferer ElringKlinger fordert Kaufprämie gegen Autokrise

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Der Zulieferer ElringKlinger fordert für die Zeit nach der Corona-Krise staatlich geförderte Auto-Kaufprämien zur Ankurbelung der Nachfrage.

"Die Autoindustrie ist tragend für die Wirtschaft in Deutschland, wir müssen schauen, Förderprogramme zu bekommen", sagte Firmen-Chef Stefan Wolf am Montag. "Wir brauchen Stimulation und Anreize für die Leute, damit sie nach der Isolation wieder in die Autohäuser gehen und Autos kaufen." Eine Kaufprämie sollte auch für Autos mit Verbrennungsmotoren gelten und nicht nur für Elektroautos, denn zum Bewältigen der Corona-Krise müsse das Thema Klimaschutz in den Hintergrund treten. "Kurzfristig ist das Thema Nummer eins, die Wirtschaft wieder zum Laufen zu kriegen", sagte Wolf.

Wolf, der zugleich den Unternehmens- und Arbeitgeberverband Südwestmetall in Baden-Württemberg führt und als Vertreter von Zulieferern im Vorstand des Verbandes der Automobilindustrie sitzt (VDA), kündigte an, das Thema im VDA besprechen zu wollen.

ElringKlinger ist als Weltmarktführer von Zylinderkopfdichtungen noch immer stark von Verbrennungsmotoren abhängig und stellt allmählich auf Komponenten und Systeme für emissionsfreie Antriebe um. Der Zulieferer aus dem schwäbischen Dettingen fährt so wie die meisten Betriebe der Branche die Produktion weitgehend zurück, führt Kurzarbeit ein und lässt Verträge von befristeten Beschäftigten auslaufen. Nach dem günstigsten Krisenszenario geht Wolf davon aus, dass die Produktion Ende April wieder anlaufen kann und bis Juni wieder auf 100 Prozent hochfährt.

Sollte der Stillstand auf das erste Halbjahr begrenzt bleiben, hätte ElringKlinger genug eigene Finanzkraft, um ohne staatliche Unterstützung durch die Krise zu kommen, erklärte Finanzchef Thomas Jessulat. "Wenn die Shut-Down-Periode deutlich ins zweite Halbjahr laufen würde, wäre es sehr eng, ohne Hilfe auskommen zu können." Der Hersteller von Dichtungen, Abschirmungen und Batterieteilen verdiente im vergangenen Jahr bei einem stagnierenden Umsatz von 1,7 Milliarden Euro operativ 63 Millionen Euro, das waren 37 Prozent weniger als im Jahr davor. Bei einem Nettogewinn von gerade noch fünf Millionen Euro schlug das mehrheitlich von der Familie Lechler kontrollierte Unternehmen vor, die Dividende ausfallen zu lassen.

Die Autobauer und großen Zulieferer werden nach Einschätzung von Wolf darauf achten, dass kleinere Zulieferer von wichtigen Teilen in der Krise nicht pleite gehen: "Im ein oder anderen Fall sind wir schon dran, sie zu unterstützen, damit die Lieferketten nicht abbrechen, das machen alle in der Industrie."

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