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Zweifel an Entspannung im Zollstreit setzen Börsen zu

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Angesichts widersprüchlicher Signale im Zollstreit zwischen den USA und China gehen Anleger in Europa auf Nummer sicher und nehmen Gewinne mit.

Zweifel an Entspannung im Zollstreit setzen Börsen zu

Nach der jüngsten Rally verloren Dax und EuroStoxx50 am Freitag jeweils 0,4 Prozent auf 13.241 und 3693 Punkte.

Auf die Stimmung der Anleger schlug, dass sich Insidern zufolge innerhalb des Weißen Hauses Widerstand gegen die geplante Rücknahme der gegenseitigen Strafzölle im Handelsstreit mit China formiere. Eine Sprecherin des US-Präsidialamtes betonte allerdings in einem TV-Interview, sie sei "sehr, sehr optimistisch", das das geplante Handelsabkommen mit China bald unterzeichnet werde. US-Präsident Donald Trump sei an einem Abkommen interessiert, sagte Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG. "Kein Präsident möchte mit einer abkühlenden Wirtschaft, geschweige mit einer Rezession in den Wahlkampf ziehen."

KONJUNKTURABHÄNGIGE WERTE IM MINUS - ÖL UND KUPFER BILLIGER

Anleger zogen sich dennoch aus konjunkturabhängigen Werten zurück, die in den vergangenen Tagen überdurchschnittlich zugelegt hatten. So verloren die Chip-Hersteller STMicro und Infineon sowie die Stahlkonzerne Thyssenkrupp und ArcelorMittal bis zu 2,6 Prozent.

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Am Rohstoffmarkt waren die Skeptiker ebenfalls in der Überzahl. Nach dem jüngsten Preisanstieg verbilligte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,9 Prozent auf 61,76 Dollar je Barrel (159 Liter). Das wichtige Industriemetall Kupfer kostete mit 5954 Dollar je Tonne 0,3 Prozent weniger als am Donnerstag. Letzteres setzte den Bergbaukonzernen zu. So gaben die Titel von Anglo American, Glencore und Rio Tinto bis zu 2,7 Prozent nach.

ALLIANZ ENTTÄUSCHT MIT ZAHLEN - JOST WERKE AUF TALFAHRT

Unter Verkaufsdruck gerieten auch die Papiere der Allianz, obwohl der Versicherer auf ein erneutes Rekordjahr zusteuert. Der etwas besser als erwartet ausgefallene Betriebsgewinn im abgelaufenen Quartal werde durch die enttäuschende Solvenzquote überschattet, erklärte Analyst Philip Kett von der Investmentbank Jefferies. Nach Einschätzung seines Kollegen Thorsten Wenzel von der DZ Bank liegt der Grund für die schlechter als erwartet ausgefallene Schaden/Kosten-Quote unter anderem in den relativ hohen Schäden durch Naturkatastrophen. Allianz-Aktien verloren 2,2 Prozent.

Im Kleinwerte-Index SDax rutschten die Titel der Jost Werke um bis zu 7,3 Prozent ab. Der Lkw-Zulieferer rechnet für das Gesamtjahr nicht mehr mit einem Umsatzplus, sondern mit einem Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die Prognose-Senkung komme nicht unerwartet, meinte Analyst Frederik Bitter vom Bankhaus Hauck & Aufhäuser. Da aber dank strenger Kostenkontrolle die operative Gewinnmarge vergleichsweise stabil geblieben sei und die mittelfristigen Aussichten positiv blieben, halte er an seiner Kaufempfehlung fest.

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