Crowdinvesting: So finden Sie die besten Projekte, so funktioniert es!

Crowdinvesting bietet Ihnen die Möglichkeit Geld in Startups oder konkrete Startup-Projekte anzulegen - meist über spezielle Crowdinvesting-Plattformen. 

Crowdinvesting - gut zu wissen

  • Beim Crowdinvesting werden von einer Vielzahl privater Investoren, der Crowd, meist kleine Summen in Startups, einem Projekt oder bereits am Markt etablierte Unternehmen angelegt. Im Gegenzug erhalten die Anleger eine Verzinsung auf die Geldanlage.
  • Die Abwicklung (Funding) erfolgt meistens über spezielle Crowdinvesting-Plattformen wie Exporo*, Engel & Völkers Digital Invest* oder Bergfürst* im größten Segment, nämlich Immobilien. 
  • Kickstarter als Crowdfunding-Plattform konzentriert sich vor allem auf Projekte aus dem Bereich Kunst. Momentum* bietet Investments in Autos, Projekte für Nachhaltigkeit werden z.B. von bettervest* bedient und Invesdor* (ehem. Kapilendo/Finnest) ermöglicht den Einstieg in kleine und mittelständische Unternehmen. 
  • ⚠️ Risiko: Im schlimmsten Fall kann das eingesetzte Vermögen den mitunter erheblichen Risiken nicht genügen und zum vollständigen Verlust führen. Deshalb eignet sich Crowdinvesting mehr als Beimischung neben ETFs, Fonds, Tagesgeld und Festgeld im Anlage-Portfolio.

Erfahren Sie, wie Anleger erfolgreich in Crowdinvesting als Geldanlage investieren. Was genau unter dieser Geldanlage zu verstehen ist und welche Vorteile und Risiken damit verbunden sind, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Sie wollen auf schnellstem Wege zum Crowdfunding-Projekt, dann reicht womöglich bereits diese Schnellübersicht der Crowdinvesting-Plattformen (Werbung):

SegmentPlattform / Anbieter
ImmobilienExporoZum Anbieter
ImmobilienEngel & Völkers Digital InvestZum Anbieter
ImmobilienBergfürstZum Anbieter
ImmobilienDagobertinvestZum Anbieter
ImmobilienZinsbausteinZum Anbieter
ImmobilienRendityZum Anbieter
ImmobilienLinusZum Anbieter
NachhaltigkeitBettervestZum Anbieter
NachhaltigkeitGreenvestingZum Anbieter
NachhaltigkeitLeihDeinerUmweltGeldZum Anbieter
StartupsSeedmatchZum Anbieter
StartupsCompanistoZum Anbieter
Kleine- und mittelständische UnternehmenInvesdor (ehem. Kapilendo und Finnest)Zum Anbieter
AutomobileMomentumZum Anbieter
GesundheitswesenaescuvestZum Anbieter

Detailliertere Angaben zu den jeweiligen Plattformen finden Sie auch an dieser Stelle.

Sergey Nivens

Im Überblick:

  • Was ist Crowdinvesting?
  • Wie funktioniert Crowdinvesting?
  • Als Geldgeber anlegen: Plattformen in der Übersicht
  • Tipps für Geldgeber
  • Investment, Laufzeit und Rendite beim Crowdinvesting
  • Wie sicher ist Crowdinvesting?
  • Fazit: Ist Crowdinvesting etwas für Dich?
  • Sonstige Fragen und Antworten zum Crowdinvesting

Was ist Crowdinvesting?

Crowdinvesting ist eine alternative Form der Finanzierung für Unternehmen (insbesondere Startups), Immobilien oder Einzelprojekten. Gründer beschaffen sich hierbei das benötigte Geld nicht über einen klassischen Bankkredit oder durch eine Venture Capital Gesellschaft, sondern von einer großen Gruppe an privaten Geldgebern, der „Crowd“. Private Investoren entdecken hierin eine neue Möglichkeit der Geldanlage, ohne vorab viel sparen zu müssen.

Durch Crowdinvesting können Privatpersonen direkt in Startups oder konkrete Projekte Geld anlegen. Aber Vorsicht: Durch Nachrangdarlehen können sich erhebliche Risiken ergeben.

Spezielle Plattformen fungieren dabei zwischen der Crowd und den Emittenten. Man unterscheidet dabei zwischen Crowdinvesting-Plattformen und Crowdfunding-Plattformen.

Wie funktioniert Crowdinvesting?

Das Finanzierungsvolumen von Crowdinvesting-Projekten bewegt sich meist zwischen wenigen tausend und zwei bis drei Millionen Euro Kapitalsumme - oft in Ergänzung zu herkömmlichen Finanzierungsmethoden.

Ein "Investment" ab 10 Euro kann reichen, um direkt am Erfolg eines Unternehmens/Projekts zu partizipieren. Dazu werden Laufzeit und Zins in der Regel vorab fixiert. Das Funding wird dann durch viele Kleininvestoren, der Crowd, erreicht.

Konnten bislang nur sehr finanzstarke Unternehmen und Entrepreneure in Startups oder spezielle Startup-Projekte Geld anlegen, kann nun so gut wie jeder über spezielle Crowdinvesting-Plattformen investieren. Diese Form des Investierens ist also nicht nur für Entrepreneure auf der Suche nach alternativen Finanzierungsquellen attraktiv, sondern auch für Privatanleger auf der Suche nach ‘direkten’ Investments und zusätzlichen Geldanlagen.

Für den Einstieg muss man nicht lange sparen oder gar ein Vermögen aufgebaut haben. Nicht selten liegt das Mindestvolumen für die Geldanlage bei wenigen Euro. Die Crowdfunding-Kampagne bzw. das Funding kommt dann durch die vielen kleinen Summen der Anleger dennoch zustande und die Kampagne kann erfolgreich abgeschlossen werden. Für die Finanzierung erhalten die Mikroinvestoren teils eine durchaus hohe Rendite

Der Zins, für das dem Startup oder dem projektführenden Unternehmen überlassene Geld, wird in der Regel vorher festgelegt. Ebenso die Dauer des Projekts. Kommt es während der Laufzeit zu Unregelmäßigkeiten, kann es im schlimmsten Fall zum Totalverlust des investierten Geldes führen.

Bevor Sie Geld anlegen, sollten Sie sich ein genaues Bild vom Projekt, dem Management und dem Unternehmen hinter der Crowdinvesting- oder Crowdfunding-Kampagne machen - den Unterschied erläutern wir etwas weiter unten in diesem Ratgeber. Diese Art der Geldanlage ist trotz einiger Parallelen nicht mit einem Festgeld gleichzusetzen, insbesondere nicht hinsichtlich der mitunter erheblichen Risiken. Niemand sollte sein gesamtes Vermögen allein in Crowdfunding bzw. Crowdinvesting anlegen.

Wie funktioniert Crowdinvesting bei Immobilien?

Über eine Crowd finanzierte Projekte wurden einer breiteren Masse vor allem durch die Crowdfunding-Plattform Kickstarter bekannt. Inzwischen sind es vor allem die auf Immobilien spezialisierten Plattformen wie Exporo, Engel & Völkers oder Bergfürst, die einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht haben.

Wer als Investor flexibel bleiben möchte, prüft eine Geldanlage in den Bestand von Immobilien - das funktioniert ähnlich wie bei Mieteinnahmen eines Vermieters, der Ausstieg ist möglich.

Bei Crowdinvesting für Immobilienprojekte bieten die genannten Plattformen eine gute Hilfestellung und Orientierung über die verschiedenen Kampagnen und Projekte. Wer eine Immobilie erwerben möchte, benötigt in der Regel ein kleines Vermögen. Per Crowdinvesting besitzt man zwar keine eigene Immobilie, kann aber mit bereits geringem Kapital in den Markt investieren.

In der Regel steht zunächst eine Registrierung auf der jeweiligen Plattform an – bei Exporo bereits, um überhaupt das Exposè der Projekte einsehen zu können. Ist das richtige Projekt gefunden und die Registrierung abgeschlossen, müssen Sie spätestens jetzt detaillierte Angaben zu Ihrer Person machen und Dokumente, Verträge, Risikohinweise etc. bestätigen, um den gewünschten Betrag investieren zu können.

Der Mindestanlagebetrag liegt bei Bergfürst bei lediglich 10 Euro, bei Exporo sind es bereits 500 Euro. Ein Vertragsverhältnis kommt dann zwischen dem Anleger und dem Kapitalnehmer zustande. Die Plattform ist also lediglich der Mittler zwischen beiden Parteien. Außerdem muss der Investor voll geschäftsfähig, also volljährig und deutscher Staatsbürger sein.

Sämtliche Immobilienprojekte sind an feste Laufzeiten gebunden und bieten dafür festgelegte Zinssätze. Während der Laufzeit kann man nicht über sein Geld verfügen. Wer flexibler bleiben möchte, sollte über ein Investment in den Immobilienbestand nachdenken. Bei dieser Variante erhält der Investor regelmäßige Ausschüttungen, wie man es von Mieteinnahmen bzw. -überschüssen her kennt. Ein Ausstieg ist flexibel möglich. Prüfen Sie, ob diese Möglichkeit bei der Plattform besteht.

Bevor Sie anlegen, sollten Sie die Projekte gut studieren. Lassen Sie sich nicht von einer hohen Verzinsung blenden. Bei Immobilien ist die Lage des Objekts von enormer Wichtigkeit. Wie hat sich der Standort bzw. die Stadt hinsichtlich Einwohnerzahl, Beschäftigungsquote usw. entwickelt. Wer steckt hinter dem Projekt, wer ist der Bauherr oder das Bauunternehmen?

Wer bereits gebaut oder eine Wohnung saniert hat, weiß vermutlich um die eintretenden Verzögerungen aufgrund diverser Umstände. Treten solche Verzögerungen auf, liegen Kosten deutlich höher als kalkuliert, können nicht die Preise erzielt werden wie geplant etc., kann sich das auf das eingesetzte Kapital auswirken und zu Verlusten führen. Riskieren Sie also nicht ihre gesamten Ersparnisse und teilen Sie Ihr zur Verfügung stehendes Geld auf mehrere Projekte auf - so streuen Sie das Risiko.

Als Geldgeber anlegen: Plattformen in der Übersicht

Der einfachste Weg als Geldgeber anzulegen ist über spezielle Plattformen für die jeweiligen Crowdinvesting-Segmente.

Die Listen haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr soll ein erster Eindruck und Überblick über die am Markt aktiven Plattformen im Crowdinvesting und der einzelnen Segmente zur Verfügung gestellt werden. Weitere Informationen zu den einzelnen Projekten erhalten Sie direkt auf der jeweiligen Plattform.

Für eine (kostenlose) Geldanlage in Immobilien bieten sich die folgenden Plattformen an:

BergfürstEngel & VölkersExporo
Mindestanlagesumme10 Euro100 Euro500 Euro
Auszahlungjährlichquartalsweiseam Ende der Laufzeit
Zinsen p.a.5 - 7 % (lt. Website, Stand Juli 2021)4 - 7 % (lt. Website-Angaben Stand Juli 2021)5,9 % (historisches, gewichtetes Mittel)
Bestandsinvest möglich?neinneinja, ab 500 Euro
Handelsplatzjaneinja
Bonus10 Euro Startbonus--
Zum Anbieter*Zum Anbieter*Zum Anbieter*

Weitere Plattformen im Immobilien-Sektor sind u.a. Dagobertinvest* (Projekte in Deutschland, Österreich und der Schweiz, teils mit speziellen Aktionen), Zinsbaustein*, Rendity* (immer wieder mit verschiedenen Aktionen) oder Linus*.

Konkrete Inhalte und Details zu den einzelnen Immobilienprojekten entnehmen Sie bitte direkt den Plattformen. Wer vorzeitig aussteigen möchte oder muss, kann versuchen auf dem jeweiligen Handelsplatz der Plattform seine Anteile zu verkaufen. Bestandsinvest bedeutet, dass der Investor quasi wie ein Vermieter an den Mieteinnahmen beteiligt wird und dabei flexibler bleibt. In der Regel ist die Rendite dann etwas geringer. 

Um in nachhaltige Projekte und Start-ups zu investieren sollten Sie die folgenden Anbieter auf dem Schirm haben:

BettervestGreenvestingLeihDeinerUmweltGeld
Mindestanlagesumme50 Euro100 Euro100 Euro
durchschn. Rendite p.a.7 % (lt. Website, Stand Juli 2021)6 % (lt. Website, Stand Juli 2021)6,4 % (lt. Website, Stand Juli 2021)
Auszahlungannuitätischam Ende der Laufzeitam Ende der Laufzeit
Zum Anbieter*Zum Anbieter*Zum Anbieter*

Für Startups und Wachstumsunternehmen liefert Ihnen Seedmatch* oder companisto* passende Projekte.

Wer in kleine und mittelständische Unternehmen investieren möchte, findet bei Invesdor* (Zusammenschluss von ehem. Kapilendo bzw. Finnest). Neue Kampagnen sind begehrt und das Funding nicht selten schnell erreicht.

Bei Momentum* kann man in außergewöhnliche Automobile investieren und wer im Gesundheitswesen anlegen möchte, findet auf aescuvest* entsprechende Projekte.

Tipps für Geldgeber

  1. Sie sollten nur in Cowdinvesting-Projekte / Geschäftsideen Geld anlegen, mit denen Sie sich identifizieren können
  2. Behalten Sie die Chancen (Rendite) und Risiken (bis hin zum vollständigen Verlust) des gewünschten Projektes stets im Blick und wägen Sie gründlich ab – holen Sie sich notfalls einen Experten dazu
  3. Vertrauen Sie besser auf Ihr Bauchgefühl und nicht der breiten Masse
  4. Setzen Sie sich eine individuelle Risikopräferenz und bleiben Sie immer dabei
  5. Investieren Sie nur die Summe, die Sie bei einem Verlust problemlos verkraften können
  6. Bevor Sie Geld investieren: Informieren Sie sich über die Seriosität der Plattform, der Idee / Kampagne selbst, einen Business Plan, der Höhe und Plausibilität des Fundings etc. 
  7. Teilen Sie das zur Verfügung stehende Kapital in mehrere Projekte auf - so streuen Sie das Risiko
  8. Plündern Sie nicht Ihr gesamtes Sparbuch, um es in Crowdinvesting zu stecken. Teilen Sie vernünftig in verschiedene Geldanlagen auf: Tagesgeld, Festgeld, ETFs und Fonds, etc.

Investment, Laufzeit und Rendite beim Crowdinvesting

In welcher Form beteiligt man sich als Investor an einem Crowdinvesting-Projekt?

Die Beteiligungsform am Unternehmen oder der Projektgesellschaft ist dem klassischen Kredit ähnlich und wird zumeist über Genussrechte, partiarische Darlehen sowie stille Beteiligungen vertraglich geregelt. D.h., die Anleger stellen ihr Geld als Fremdkapital für eine im Vorhinein festgelegte Laufzeit zur Verfügung.

Dafür erhält der Investor im Gegenzug meistens fixe, manchmal variable Zinsen, die in einem festgelegten Turnus gezahlt werden (in den meisten Fällen erfolgt eine jährliche Auszahlung). Unter diesem Aspekt also durchaus vergleichbar mit einer Geldanlage in ein Festgeld.

In der Regel handelt es sich dabei um ein Nachrangdarlehen. Nachrangdarlehen bedeutet: Im Falle einer Insolvenz des Anbieters werden die Crowdinvestoren nachrangig anderer Darlehensgeber behandelt. Nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip sollte man sein Geld also besser nicht anlegen.

Wie lange beträgt die Dauer eines Crowdinvestments?

Jedes Crowdinvesting-Projekt hat von Beginn an eine festgelegte Laufzeit. Die Details zu den jeweiligen Projekten erhalten Anleger direkt beim Anbieter oder auch auf der Plattform. Darunter Informationen zum Finanzierungsenddatum, Zeitpunkt der Auszahlung sowie Auszahlungsfrequenz.

Die meisten Crowdinvesting-Projekte werden in der Regel mit einem endfälligen Darlehen ausgeschrieben. Darunter versteht man die Auszahlung der Rendite an den Anleger zum Ende des Projekts. Es wird also keine Auszahlung während des Projektes stattfinden, sondern erst wenn dieses abgeschlossen ist. Deshalb sollten Anleger sehr genau auf die Laufzeit achten.

Das angelegte Geld ist somit also zunächst fest gebunden. Wer nicht ganz sicher darauf verzichten kann, zieht besser Klassiker wie Tagesgeld oder Sparbuch vor, ggfs. ein Festgeld mit geringer Laufzeit, um flexibel zu bleiben.

Wie erhält man als Crowdinvestor Rendite?

Die Auszahlung des eingesetzten Kapitals erfolgt zumeist am Laufzeitende. Hierbei wird in der Regel zwischen klassischen Finanzierungsformen wie der Anleihe oder dem Annuitätendarlehen einerseits und dem Nachrangdarlehen andererseits unterschieden. Alle drei Finanzierungsformen implizieren dezidiert keinerlei Mitgliedschaftsrechte wie beispielsweise das klassische Stimmrecht bei Gesellschafterversammlungen.

Des Weiteren gilt für Privatinvestoren eine maximale Anlagegrenze von 10.000 €. Zudem erfolgt keine Beteiligung an Verlusten der jeweiligen Projektgesellschaft an der sich der Crowdinvestor beteiligt hat.

Der Zins für das zur Verfügung gestellte Geld wird in der Regel transparent veröffentlicht - sowohl auf der speziellen Plattform als auch beim Anbieter. Je nachdem ob es zwischenzeitlich Auszahlungen gibt, in der Regel eher nicht, kann die Rendite vom ausgewiesenen Zins abweichen. Die Angaben zum Zins gelten in der Regel pro Jahr (p.a.).

Rechenbeispiel für ein klassisches Crowdfunding:

Bei einer Geldanlage in Höhe von 1.000 Euro über drei Jahre und 6 % p.a. Verzinsung mit  einer Auszahlung am Laufzeitende, werden Ihnen 1.180 Euro ausgezahlt. Die Zinsen betragen somit 180 Euro insgesamt (3 x 60 Euro). Es greift kein Zinseszinseffekt, da keine Ausschüttung und Wiederanlage vorgesehen ist. Wäre dies der Fall, würde der Auszahlungsbetrag bei jährlicher Auszahlung/Wiederanlage auf 1.191,02 Euro lauten: 1.000 + 6% = 1.060 + 6 % = 1.123,60 + 6 % = 1.191,02 Euro.

Wie sicher ist Crowdinvesting?

Bei all den Chancen, die Crowdinvesting als alternative Geldanlage bietet, darf man die potenziellen Gefahren und erheblichen Risiken auf keinen Fall außer Acht lassen. Ganz grundsätzlich ist die Rendite bei den einzelnen Projekten nicht garantiert und es besteht immer das Risiko eines Totalausfalls des angelegten Geldes.

Eine Einlagensicherung gibt es bei Crowdinvesting nicht und auch das Einholen von Informationen zum Management des Projekts ist als Privatperson nicht leicht.

Eine Einlagensicherung wie beispielsweise bei Geldanlage bei einer Bank in Form von Tagesgeld oder Festgeld existiert nicht. Deshalb ist es ratsam, zunächst etwas Geld zu sparen und eher in letztgenannte klassische Formen sowie ETFs zu investieren - auch wenn hier eher keine besonders hohe Rendite zu erfahren ist - bevor Sie alles Geld in Crowdfunding & Co. anlegen. 

Die meist über Crowdinvesting-Plattformen angebotenen Projekte sind oft in einem frühen Stadium und befinden sich somit in einer sehr riskanten Phase ihrer Entwicklung. Zu diesem Zeitpunkt sind noch sehr viele Variablen unerkannt und das kann sich erheblich auf den Erfolg oder Misserfolg auswirken.

Der frühe Einstieg in die Projekte bietet tolle Chancen. Gleichzeitig gibt es viele offene Fragen, die für Privat-Investoren schwer zu beantworten sind. Ein Nachteil gegenüber Aktienunternehmen oder ETFs.

Für gewöhnlich investieren in diesem frühen Stadium professionelle Venture Capital Gesellschaften in die Projekte und Startup-Unternehmen. Sie nutzen dabei ihre Expertise und Ressourcen zur intensiven Analyse. Bevor sie ihr Geld investieren werden Chancen und Risiken ausgiebig und sehr genau geprüft. Als Privatinvestor hat man diese Möglichkeit, wenn überhaupt, nur in sehr beschränkter Form. 

Grundsätzlich ist die Informationssituation bei Crowdinvestments nicht vergleichbar mit der von Investments in börsengelistete Unternehmen. Da sind zum einen die sehr viel strengeren Informationspflichten für börsennotierte Unternehmen. Andererseits werden zumindest die größeren Börsenwerte von zahlreichen Analysten regelmäßig auf Herz und Nieren überprüft. Diese Informationen fließen, für jeden sofort ablesbar, in den Marktpreis der Unternehmensanteile ein.

Wer sein Vermögen in ein Crowdfunding-Projekt investiert muss sich außerdem fragen, wieso das Unternehmen hinter dem Projekt kein Kapital auf herkömmlichem Wege erhalten hat - sei es als Kredit von einer Bank oder als Investment einer Venture Capital Gesellschaft.

Wie bei allen Geldanlagen stehen auch beim Crowdinvesting hohe Renditeversprechen höheren Risiken gegenüber. Solche Versprechen deutlich über dem Zins am Markt gilt es, wie bei jeder unternehmerischen Risikobeteiligung, genau zu prüfen!

Gängig sind zudem nachrangige Darlehen. Im Fall einer Insolvenz des Emittenten erhalten also zunächst alle anderen Gläubiger ihr Geld zurück. Das Verlustrisiko ist für den Privatinvestor somit deutlich höher.

So ist die Rechtslage 

Die Rechte als Crowdinvestor werden durch das Kleinanlegerschutzgesetz, das am 10. Juli 2015 in Kraft getreten ist, geschützt. Das Kleinanlegerschutzgesetz zwingt Anbieter von Crowdfunding-Projekten zu mehr Transparenz, einschließlich einer Verschärfung der Prospektpflicht.

Im Kleinanlegerschutzgesetz sind die Rechte der Crowdinvestoren geregelt. Die BaFin prüft die Prospekte der Emittenten und hat eine frei verfügbare Datenbank angelegt.

Das bedeutet, dass der potentielle Anleger zu jeder Crowdfunding-Kampagne ausführlich über die jeweilige Vermögensanlage, also das konkrete Projekt, informiert werden muss.

Zusätzlich werden Anbieter, Projekte und die den Investoren zur Verfügung gestellten Informationen im Sinne der Prospektpflicht eingehend von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) geprüft. Hierfür hat die BaFin eine Prospektdatenbank angelegt, auf der man sich persönlich davon überzeugen kann, ob das Unternehmen oder die jeweilige Projektgesellschaft ein entsprechendes Prospekt zur Crowdfunding-Kampagne hinterlegt hat.

Unter das Kleinanlegerschutzgesetz fallen dadurch insbesondere auch sogenannte stille Beteiligungen. Also Finanzierungsformen wie das qualifizierte und partiarische Nachrangdarlehen.

Darüber hinaus ist die BaFin befugt, den Vertrieb von Finanzprodukten, welche die gesetzlich geforderten Mindestangaben nicht beinhalten oder widersprüchlich sind, einzustellen und die Bilanzen von Crowdfunding-Anbietern und den entsprechenden Projektträgern eingehend zu prüfen. Zudem warnt die BaFin auf ihrer Homepage vor Anbietern, die ihrer Auskunftspflicht nicht oder nur unzureichend nachkommen.

Eine finanzielle Basis in Tagesgeld, Festgeld und ETFs zu halten ist sinnvoll, bevor das gesamte Sparbuch in Crowdinvesting-Projekte übertragen wird.

Wer sparen möchte, zum Beispiel um langfristig ein Vermögen aufzubauen, sollte Crowdinvesting als Form der Geldanlage eher in überschaubarer Größenordnung in Betracht ziehen. Denn das eingesetzte Vermögen ist mitunter erheblichen Risiken bis hin zum vollständigen Verlust ausgesetzt. Das muss jedem Anleger klar sein.

Ein Grundstock an finanziellen Mitteln sollte vorab in Tagesgeld und Festgeld sowie ETFs angelegt werden  - auch wenn der angebotene Zins deutlich geringer ausfällt, die Sicherheit ist um einiges höher. Eine Basis in Tagesgeld und Festgeld ist wichtig, um flexibel auf unerwartete Ereignisse (z.B. Reparatur des Autos) reagieren zu können. Sind zwei bis drei Monatsgehälter auf diese Art angespart, kann die nächste Risikostufe angegangen werden.

Verteilen Sie den Einsatz auf mehrere Projekte, um das Risiko zu streuen.

Auch in dieser Phase ist das regelmäßige sparen bzw. anlegen in Fonds, besser noch in günstige ETFs, allgemein zu empfehlen. Selbstverständlich kann man parallel kleinere Summen via Crowdfunding-Plattform etc. anlegen und erste Schritte in diesem Segment wagen und erfahren, wie sich Crowdfunding und -investing anfühlt.

Es ist vorteilhaft, in verschiedene Projekte und Bereiche Geld anzulegen und nicht ausschließlich z.B. in nachhaltige Kampagnen in Afrika investiert zu sein. Generell gilt: Wer sein Vermögen in nur eine Anlageklasse investiert, riskiert deutlich mehr als ein breit aufgestellter Investor. Ein Mix aus verschiedenen Anlageklassen  

Fazit: Ist Crowdinvesting etwas für Dich?

Crowdinvesting bietet Anlegern die Möglichkeit das persönliche Portfolio zu diversifizieren und neben Tagesgeld, Festgeld, ETFs und Fonds, Aktien etc., eine weitere Geldanlage beizumischen.  Selbstverständlich ist eine solche Geldanlage auch mit Herausforderungen und Risiken behaftet. Dessen sollte sich jeder stets bewusst sein.

Im besten Fall bietet die Crowinvesting-Plattform erst nach ausgiebiger Prüfung von Bilanzen, Liquidität, Erfahrung etc. des Anbieters die entsprechenden Projekte überhaupt an. Seriöse Anbieter leisten das. Hinzu kommen gesetzliche Anforderungen, etwa die Versteuerung von Kapitalerträgen. 

Für kapitalsuchende Unternehmen und Projektentwickler bietet Crowdinvesting bislang ungeahnte Möglichkeiten. Denn hier gelten die Risikoregeln und Auflagen der Banken nicht. So kann, rein theoretisch und im besten Fall, ein Crowdinvesting-Projekt über viel Kapital verfügen.

Sonstige Fragen und Antworten zum Crowdinvesting

Sparen und anlegen beim Crowdinvesting – die wichtigsten Fragen und Antworten haben wir bereits behandelt. Nachfolgend beschäftigen wir uns mit den folgenden Fragen und Details:

  • Welche Vorteile hat Crowdinvesting?
  • Wie sieht der Crowdinvesting-Markt in Deutschland aus?
  • Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Crowdinvesting und Crowdfunding?
  • Wer investiert in Crowdfunding?
  • Wie viel Geld sollte ich einsetzen?
  • Was passiert mit dem Geld?
  • Wie werden Einnahmen beim Crowdfunding und -investing versteuert?

Welche Vorteile hat Crowdinvesting?

Vorteile für Anleger

Viel Geld sparen muss man nicht: Schon mit wenigen Euro, teilweise ab zehn Euro Mindestanlage, kann man zum Projektfinanzierer werden.

Crowdinvesting bietet also die Möglichkeit, mit sehr wenig Geld, in Projekte zu investieren, die früher nur Venture Capital Gesellschaften, Banken und vermögenden Privatleuten vorbehalten waren. Damit wird dem Anleger ein einfacher und weiterer Weg der Geldanlage geboten, ohne gleich ein ganzes Vermögen investieren zu müssen.

Geringe Mindestanlagesummen, spannende Projekte und hohe Renditen.

Außerdem bieten Crowdinvesting-Anlagen, insbesondere in spekulative Projekte in und von Startups, meist relativ hohe Rendite-Chancen zu einem zuvor festgesetzten Zins. Für Chancen-orientierte Investoren stellt Crowdinvesting darum nicht nur in Zeiten niedriger Zinsen eine Rendite-Alternative zu den klassischen Bestandteilen ihres Portfolios dar. Verglichen mit Tagesgeld oder Festgeld, sind die Rendite-Chancen deutlich höher. Es kann sich also durchaus lohnen, sein Geld zumindest teilweise so anzulegen.

Über spezialisierte Plattformen werden den interessierten Anlegern diverse Projekte angezeigt, sodass man nicht jede einzelne Kampagne recherchieren muss. Solche Crowdinvesting-Plattformen geben also einen guten Überblick und vereinfachen den Vergleich verschiedener Anbieter, Bereiche und Projekte. Es gibt selbstverständlich auch spezielle Crowdfunding-Plattformen - den Unterschied erläutern wir etwas weiter unten in diesem Ratgeber.

Trotz der genannten Vorteile und Chancen möchten wir an dieser Stelle nochmals auf die mitunter erheblichen Risiken hinweisen, die bis zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen können.

Vorteile für Unternehmen und andere Projektanbieter

Für Anbieter von Projekten ist Crowdinvesting eine willkommene Alternative bei der Suche nach Kapital. Das gilt vor allem, wenn keine Banken oder Risikokapitalgesellschaften als Geldgeber gefunden werden können oder sollen. Im Vergleich zu einer klassischen Finanzierung, sind die Finanzierungshürden spürbar geringer.

Die angesprochenen Crowdinvesting-Plattformen dienen den Anbietern dabei als Vehikel, um die potentielle Crowd der Kleinanleger zu erreichen. In der Regel übernimmt die Plattform dabei administrative und organisatorische Aufgabengebiete der Akquisition und nicht zuletzt die Kommunikation mit der Crowd. Das erleichtert es dem Unternehmen bzw. Anbieter sich auf das Projekt selbst zu fokussieren. Die Plattform übernimmt die Aufgabe des Zwischenhändlers und Mittlers zwischen Anleger und Anbieter.

Die Ersparnis bei Zins, Zeit und der Administration kann direkt in das Projekt fließen.

Der große Unterschied zu herkömmlichen Finanzierungen besteht jedoch darin, dass das nötige Geld aus einer großen Menge an Kleininvestoren gesammelt wird. Dies bedeutet für den Gründer eine gewisse operative Unabhängigkeit gegenüber einzelnen Geldgebern.

Im Vergleich zur Finanzierung durch eine einzige große Private Equity Firma oder einige wenige Business Angels und andere Großinvestoren kann das eine gewichtige Rolle hinsichtlich Geschwindigkeit und Flexibilität darstellen. Nicht selten ist eine Crowdfunding-Kampagne nach wenigen Tagen, teils sogar Stunden, bereits abgeschlossen. Andererseits kommen andere Fundings erst gar nicht zustande.

Außerdem kann unter Umständen ein geringerer Zins für den Emittenten anfallen. Beim Crowdfunding investiert die Crowd nicht selten aus ideologischen Gründen, um zum Beispiel ein spezielles Produkt zu erhalten - insofern das entsprechende Crowdfunding erfolgreich verläuft. Die Ersparnis bei Zins, Zeit und der Administration kann direkt in das Projekt fließen.

Kapitalbeschaffung mittels Crowdfundings hat oft den Hintergrund einer Investitionslücke für weitere Kredite bei Banken. Erhält der Projektanbieter weiteres Geld über eine Crowdfunding-Kampagne, wertet die Bank dies als Eigenkapital. Dieses Geld wird im Insolvenzfall nachrangig eines Bankdarlehens behandelt (Nachrangdarlehen).

Durch Nachrangdarlehen kann der Emittent also seine Eigenkapitalquote erhöhen und weitere Kredite von einer Bank genehmigt bekommen und so das Projekt überhaupt erst angestoßen werden. Die Mischung aus Fremd- und Eigenkapital wird übrigens auch als Mezzanine-Kapital oder Mezzanine-Finanzierung bezeichnet.

Crowdfunding-Plattformen übernehmen für Emittenten und Unternehmen also eine sehr wichtige Rolle, wenn es um die Beschaffung von Geld in einer breiten Masse geht. 

Wie sieht der Crowdinvesting-Markt in Deutschland aus?

Projekte, die in Deutschland über Crowdinvesting finanziert wurden und werden, kommen zum überwiegenden Teil aus dem Immobiliensegment. Das ergeben Daten der Plattform Crowdfunding.de. Seit dem Aufkommen dieses Finanzierungsmodells in Deutschland im Jahr 2011, sind bis 2019 stets steigende Summen in Crowdinvesting-Projekte geflossen. 2020 sind die Investitionssummen erstmalig gegenüber dem Vorjahr geschrumpft.

In Deutschland konzentriert sich Crowdinvesting zu ca. 2/3 auf Immobilien-Projekte.

Das lag sicher an der Corona-Krise einerseits, andererseits aber auch an "geplatzten" Projekten namhafter Anbieter wie Exporo, die durch TV-Werbung einer breiten Masse bekannt sein dürften. Gescheiterte Projekte sind natürlich ein gefundenes Fressen für alle Skeptiker dieser Geldanlage. Zugleich zeigt sich die Anfälligkeit und offenbart das nicht bestreitbare Risiko und zwar auch bei Fundings in Immobilien, die als sichere Anlageklasse wahrgenommen werden. 

Von der Exporo TV-Kampagne profitierte der Markt insgesamt, sodass der Bekanntheitsgrad von Crowdfunding bzw. Crowdinvesting von knapp 52 Prozent im Jahr 2015 auf knapp 74 Prozent im Jahr 2020 steigen konnte. Das thematische Verständnis für diese Anlageklasse konnte sich, ebenso wie die tatsächlichen Beteiligungen im gleichen Zeitraum, ca. verdoppeln.

Insgesamt liegt diese Form der Geldanlage unter 500 Millionen Euro.

Insgesamt gesehen befindet sich der Crowdinvesting-Markt aktuell eher in einer Konsolidierungsphase hinsichtlich Anbieter und Projekte. Das eingesammelte Kapital liegt über alle Segmente hinweg weiter unter 500 Millionen Euro. Einige Crowdinvesting-Plattformen sind gänzlich vom Markt verschwunden oder wurden von Konkurrenten aufgekauft.

Wie bereits erwähnt, konzentriert sich der hiesige Markt lt. Crowdinvest.de-Marktreport vor allem auf Immobilienprojekte. Ungefähr zwei Drittel der Investitionen fließt allein diesem Segment zu - in 2020 waren es knapp 78 Prozent (Unternehmensprojekte = 15,5 %, Energie = 4,1 %, Sonstige = 1,5 %).

https://www.crowinvest.de

Crowdinvesting nach Segmenten in Deutschland, Stand: 2020. Quelle: www.crowdinvesting.de

Exporo hat von den 158 in 2020 finanzierten Immobilienprojekten 60 finanziert. Das Volumen entsprach dabei 136 Millionen Euro (gesamt Immobilienmarkt ca. 255 Mio. Euro). Es folgen Engel & Völkers Digital Invest (knapp 44 Mio. Euro) und Bergfürst (21,5 Mio. Euro). Von dieser Spitzengruppe konnte zuletzt lediglich Engel & Völkers Digital Invest wachsen.

Nicht einmal 3 % der Projekte fallen aus, wobei der Großteil (knapp 50 %) "ohne Status" ausgezeichnet ist.

Von den etwas mehr als 3.000 Projekten sind lediglich 2,7 % ausgefallen (zum Vergleich: 2019 mussten in Deutschland 0,6 % börsennotierter Unternehmen Insolvenz anmelden). Zurückgezahlt wurden knapp 17 Prozent bzw. 513 Projekte. Ca. 1.000 Projekte befinden sich in der vorgesehenen Laufzeit, während der größte Teil, nämlich knapp 1.400 Projekte, ihrem Status nach nicht ausgewiesen sind. Das bedeutet, dass Daten unklar sind oder ein Rückkaufangebot ausgegeben wurde. 

Die Daten zeigen, dass Crowdinvesting als Geldanlage immer attraktiver wird und die Ausfallquote mit unter drei Prozent überschaubar bleibt. Auch wenn die Gefahr eines vollständigen Verlusts des eingesetzten Vermögens real ist, so eignet sich die Vermögensanlage als Beimischung im Portfolio.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Crowdinvesting und Crowdfunding?

Der Begriff Crowdfunding wurde vor allem durch das Crowdfunding-Portal Kickstarter bekannt. Dabei konzentriert sich Kickstarter auf der Plattform vor allem auf Projekte aus künstlerischen und kreativen Bereichen wie beispielsweise Film, Fotografie, Theater etc.

Kickstarter gilt als die weltweit größte Crowdfunding-Plattform. Weitere im deutschsprachigen Raum ansässige Crowdfunding-Plattformen sind beispielsweise Startnext, Steady oder 99 Funken.

Crowdinvesting hat eine Rendite zum Ziel. Crowdfunding hingegen ist oft von Idealismus getrieben.

Crowdinvesting kann als spezielle Form von Crowdfunding bezeichnet werden. Beide Varianten basieren im Kern darauf, dass Gelder für eine Finanzierung von vielen Investoren, der Crowd, zusammengetragen wird. 

Beim Crowdfunding unterstützt der Investor ein Projekt entweder als Spende, oder erhält bei erfolgreicher Umsetzung etwas im Gegenzug - hier geht es also weniger ums Geld anlegen als langfristige Investition oder Aufbau von Vermögen zu einem guten Zins. Meistens handelt es sich beim Crowdfunding um das im Vorfeld finanzierte Produkt selbst.

Beim Crowdinvesting hingegen geht es um die Vermehrung von Geldwerten und somit eine deutliche Fokussierung auf Zins und Rendite und weniger Idealismus.

Auch die Beträge unterscheiden sich für gewöhnlich deutlich. Bei den meisten Crowdfunding-Projekten geht es um das Anlegen von Kleinstbeträgen (5 bis 50 Euro) für spezielle Produkte. Beim Crowdinvesting werden eher Beträge von mehreren hundert bis tausend Euro investiert. Aber auch hier muss man nicht lange sparen: Der Einstieg ist oft mit noch weniger Geld möglich und wird gelegentlich sogar mit einem Startbonus vereinfacht.

Eine weitere spezielle Form um Geld anzulegen ist das sogenannte Crowdlending. Dabei werden Kredite peer-to-peer, also von Privatperson zu Privatperson, verliehen und zu einem vorab festgelegten Zins zurückgezahlt.

Wer investiert in Crowdfunding?

Crowdfunding ist vor allem für Privatleute interessant. Es geht dabei entweder darum spezielle Projekte mit einer Spende zu  unterstützen, oder sich das finanzierte Produkt zu sichern. Crowdfunding-Plattformen vereinfachen dabei das Zustandekommen der Projekte enorm, denn die meisten Projekte würden sonst nur einem sehr kleinen Publikum vorgestellt.   

Auch beim Crowdinvesting sind es Privatleute, die in der Masse Projektstarts überhaupt erst ermöglichen. Sie haben die Chance mit geringen Mitteln in eine Form der Geldanlage zu investieren, die sonst nur sehr wohlhabenden Persönlichkeiten bzw. Investoren oder Ventures vorbehalten ist. 

Wie viel Geld sollte ich einsetzen?

Der Mindestanlagebetrag ist in der Regel vom Projekt selbst abhängig. Ab ungefähr zehn Euro geht es bereits los. Es sollte jedem klar sein, dass solche Mikro-Beträge für eine echte und langfristig ausgerichtete Geldanlage nicht genug sind. Bei einer Laufzeit von drei Jahren und einer Verzinsung von 5 % p.a. würde das am Ende der Laufzeit einen Ertrag von 1,50 Euro bedeuten. Anders ausgedrückt sind das drei Jahre Wartezeit für eine Kugel Eis.

Crowdinvesting hat durchaus seine Berechtigung als Beimischung im Portfolio. Je nach finanzieller Lage und Mittel sollten Beträge im mittleren dreistelligen Bereich investiert werden, um von einer echten Geldanlage zu sprechen. Wer langfristig ein Vermögen aufbauen möchte, sollte zunächst aber vor allem an Tagesgeld und Sparpläne in günstige und breit gestreute ETFs denken, z.B. auf den MSCI World Index. Dafür benötigen Sie auch kein tiefes Know-how für Finanzwesen. Weitere Informationen dazu finden Sie auch in unseren entsprechenden Ratgebern.

Was passiert mit dem Geld?

Das über die Crowd eingesammelte Geld fließt unmittelbar in die Projekte, die oft erst so entstehen können. Crowdfunding-Plattformen hingegen erhalten eine Gebühr für ihre Services von den Projektentwicklern und Unternehmen.

Bei Laufzeitende wird die gesamte Geldanlage samt Verzinsung an den Investor ausgezahlt. Während der Laufzeit ist keine Auszahlung möglich - die Geldanlage ist fest an das Projektende gebunden. Wird das Fundingziel nicht erreicht, kann der geplante Zeitraum für das Funding verlängert werden, um ausreichend Geld einzusammeln. Möglicherweise werden weitere Zwischenfinanzierungen über Ventures, Banken etc. angestoßen.

Wie werden Einnahmen beim Crowdfunding und -investing versteuert?

Während Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung eine gesonderte Einkommensart bilden, fallen Einnahmen aus Crowdinvestings unter Einkünfte aus Kapitalvermögen. Sie werden entsprechend steuerlich behandelt. Somit entfällt auf Erträge aus Crowdinvesting die Kapitalertragssteuer (auch Abgeltungssteuer genannt) in Höhe von 25 Prozent zzgl. Solidaritätszuschlag und ggfs. Kirchensteuer.

Gewinne aus Crowdinvesting unterliegen der Kapitalertragssteuer.

Die Steuer wird weder von der Plattform noch vom Emittenten abgeführt. Der Investor ist also eigenständig für die ordnungsgemäße Angabe in der Steuererklärung und Abführung der Beträge verantwortlich. Bei Wertpapieren übernimmt der Broker in der Regel automatisch das Abführen der Steuer.

Der Gesetzgeber räumt allen Einkommensteuerpflichtigen Bürgern einen Steuerfreibetrag ein. Dieser Sparerpauschbetrag liegt für Singles bei 801 Euro und für Paare mit gemeinsamer steuerlicher Veranlagung bei 1.602 Euro. Liegen die Einnahmen unter diesen Grenzen, fallen keine Steuern an.

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