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Wal-Mart sorgt für Entsetzen unter Aktionären

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Der weltweit größte Einzelhändler Wal-Mart hat ein Gewinnproblem. Die Prognose für das kommende Geschäftsjahr wird gestrichen. Die Aktie erlitt am Mittwoch den größten Verlust seit Jahrzehnten.

Wal-Mart sorgt für Entsetzen unter Aktionären

Ein Minus von zehn Prozent. Solch einen Kursverlust hat die Aktie von Wal-Mart seit 27 Jahren nicht gesehen. Der US-Handelsriese musste am Mittwoch einen Gewinnrückgang eingestehen. Höhere Lohnkosten und ein verspäteter Start in den Online-Handel belasten den Gewinn empfindlich. Das Ergebnis je Aktie im Fiskaljahr 2017 (Ende Januar) werde um 6 bis 12 Prozent zurückgehen werde. Zahlreiche Börsianer hatten bis dahin einen steigenden Gewinn erwartet und zogen am Mittwoch die Notbremse. Der Aktienkurs des Dow-Jones-Schwergewichts fiel auf den tiefsten Stand seit 2012 und war auch zum Start in den Donnerstagshandel einer der schwächeren Wert im US-Leitindex.

Eine Reihe von Analysten senkte den Daumen über Wal-Mart. So nahm die Bank of America/Merrill Lynch ihre Kaufempfehlung zurück. Die Investitionen, um zum Beispiel das Internetgeschäft auszubauen, dürften das Ergebnis vor allem im kommenden Geschäftsjahr stark belasten, schrieb Analyst Robert Ohmes. Credit-Suisse-Analyst Michael Exstein sieht mittelfristig kaum Potenzial für die Aktie und senkte das Kursziel von 85 auf 62 US-Dollar.

Geld für Online-Handel und höhere Löhne

Der weltweit größte Einzelhändler will nun das aufholen, was er Beobachtern zufolge zu lange vernachlässigt hat: den Aufbau einer schlagkräftigen Internetpräsenz. Experten hatten schon seit längerem gewarnt, dass Wal-Mart immer weiter hinter Konkurrenten wie Amazon zurückfalle, zumal die Zugkraft von Wal-Marts Riesenläden nachlässt. Nun will der Konzern aus Arkansas über eine Milliarde Dollar in den E-Commerce pumpen, etwa um seinen Abholservice weiter auszubauen und die Logistik zu verbessern.

Deutlich zu Buche schlagen wird aber auch der angehobene Stundenlohn für die Mitarbeiter. Die Beschäftigten des Supermarkt-Riesen hatten lange für eine bessere Entlohnung und bessere Arbeitsbedingungen gestritten. Im April dieses Jahres wurde dann der Basislohn auf 9 Dollar pro Stunde angehoben, ab nächstem Jahr sollen es dann mindestens 10 Dollar sein. Zusammen mit zusätzlichen Trainingsmaßnahmen für die Mitarbeiter kostet das Wal-Mart in diesem Jahr nach eigener Aussage rund 1 Milliarde und im kommenden Jahr 1,5 Milliarden Dollar.

Rückkauf von Aktien

Um die Aktionäre zu besänftigen, kündigte Wal-Mart am Mittwoch ein neues Aktienrückkaufprogramm über 20 Milliarden Dollar an. Dies könne allerdings ein Zeichen dafür sein, dass weiteres Ungemach drohe, zeigte sich Analyst Charles Grom von Sterne Agee & Leach skeptisch. Der Schritt lasse erahnen, dass die Margen weiter zurückgehen und auch der Umsatz nur moderat wachsen werde.

Wal-Mart befindet sich derzeit auf schwierigem Terrain. Der starke US-Dollar schmälert die im Ausland erzielten Umsätze. Aber auch die Kaufgewohnheiten der Verbraucher haben sich geändert. Die riesigen Filialen auf der grünen Wiese haben schon lange als Kundenmagnet ausgedient. Der Konzern setzt deshalb verstärkt auf kleinere Läden mit denen er auch in den Innenstädten präsent sein kann. Für das laufende Jahr erwartet Wal-Mart kaum Umsatzwachstum, in den kommenden drei Jahren könnten die Erlöse um drei bis vier Prozent anziehen, hieß es.

OnVista/dpa-AFX
Foto: Ken Wolter/shutterstock.com

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02.12.2016, 22:00, NYSE

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