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Conti schraubt Erwartungen an Elektromobilität zurück

Reuters

Hamburg (Reuters) - Der Autozulieferer Continental glaubt nicht mehr an rasche Zuwächse in der Elektromobilität.

"Es zeigt sich, dass sich das gesamte elektrische und Hybridfahrzeuge-Geschäft noch einmal weiter nach hinten verschiebt", sagte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Alle redeten zwar über Elektroautos, doch nur wenige kauften diese. Wegen der schlechten Aussichten stufte der Dax-Konzern aus Hannover den Wert seiner Anlagen in der Antriebssparte zurück. Der bereinigte Betriebsgewinn des Konzerns sank dadurch im Sommerquartal um sechs Prozent auf 962 Millionen Euro. Seine Ziele für das Gesamtjahr sieht Conti jedoch nicht in Gefahr.

Die Bestimmtheit, mit der der Konzern seine Erwartungen in der Elektromobilität zurücknahm, lässt allerdings aufhorchen. Denn alle großen Autobauer und Lieferanten geben derzeit viel Geld für neue Antriebe aus, um den CO2-Ausstoß zu verringern. Bislang verkaufen sich Elektroautos jedoch nur schleppend, weil sie zu teuer sind, ihre Batterien nicht weit genug reichen und es kaum Ladestationen gibt. Hinzu kommt, dass Öl derzeit besonders günstig ist und der Druck, auf alternative Antriebe umzusteigen, damit nachlässt. Auch die Nachfrage nach dem mit viel Werbeaufwand angepriesenen Elektro-Flitzer i3 von BMW gerät ins Stocken. Lediglich Tesla ist es nach eigenen Angaben gelungen, dass dessen Batterien - je nach Fahrweise - 480 Kilometer lang halten. Bei anderen Herstellern liegt die Reichweite bei nur rund 150 Kilometern. Stückzahlen halten sich aber auch bei Tesla in Grenzen: In diesem Jahr will der Elektroauto-Pionier 35.000 Fahrzeuge verkaufen.

Auch insgesamt ist die Nachfrage noch mau: Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes kommen in Deutschand zwar immer mehr Elektro- und Hybridwagen auf die Straßen. Ihr Anteil am Pkw-Bestand liegt aber noch weit unter einem Prozent. "Die Elektromobilität kommt nicht so schnell wie einige gedacht haben", sagte Autoexperte Stefan Bratzel. Der Leiter des Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach rechnet erst mit der nächsten Fahrzeuggeneration in drei bis fünf Jahren mit nennenswerten Neuzulassungen bei Elektroautos.

BATTERIE-JOINT-VENTURE VOR DEM AUS?

Bei Conti kommt hinzu, dass das 2012 mit dem südkoreanischen Konzern SK Innovation gegründete Gemeinschaftsunternehmen für Lithium-Ionen-Batterien nicht so läuft wie erhofft. Beide Partner seien nun zu der Überzeugung gelangt, dass das Joint-Venture mittelfristig keine wirtschaftliche Grundlage mehr habe, erklärten die Niedersachsen. Ein Grund dafür ist auch, dass sich die Elektromobilität nicht so schnell entwickelt wie gedacht. Die Investitionen wurden bereits stark reduziert. Der Wert der Beteiligung in den Büchern wurde reduziert. "Das haben wir zum Anlass genommen, im Geschäftsbereich Hybrid Electric Vehicle die Buchwerte der gesamten Anlagen auf den Verkehrswert herunterzuschreiben", erläuterte Schäfer. Insgesamt summierten sich die Korrekturen in der Sparte Hybrid Electric Vehicle im dritten Quartal auf 334 Millionen Euro.

An der Börse war dennoch von Enttäuschung keine Spur. Anleger honorierten vielmehr, dass Conti Chancen für eine höhere Rendite sieht. "Unsere zum Halbjahr auf rund elf Prozent angehobene bereinigte Ebit-Marge haben wir fest im Blick und halten es sogar für realistisch, dass wir am Jahresende leicht darüber liegen", sagte Vorstandschef Elmar Degenhart. Schäfer stellte für das kommende Jahre weitere Zuwächse bei Umsatz und Profitabilität in Aussicht. Die im Leitindex Dax notierte Conti-Aktie legte in einem stabilen Umfeld mehr als ein Prozent zu.

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