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Geldanlage zwischen Theorie und Praxis

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Die Wissenschaft genießt einen guten Ruf. Wenn Menschen in weißen Kitteln in Labors stehen, verspüren viele Menschen ein großes Vertrauen. Begriffe wie „Forscher-Ethos“ tauchen in unseren Gedanken auf und wir haben das Bild des Wissenschaftlers vor Augen, der nur der Wahrheit verpflichtet ist und seine Erkenntnisse der guten Sache zur Verfügung stellen will. Selbst in den Naturwissenschaften kommt es vor, dass vermeintlich valide Forschungsergebnisse in der Praxis doch nicht den gewünschten Erfolg haben. Medikamente, die Krebszellen bei Mäusen nicht mehr wachsen lassen, müssen beim Menschen noch lange nicht so gut wirken. Dass es in der Naturwissenschaft Unterschiede zwischen Labor und angewandter Praxis gibt, können wir uns vorstellen. Doch wieso sind wir dann bei Wirtschaftswissenschaftlern so gutgläubig?

Wehe, der Markt läuft nicht normal

Erst kürzlich hat Finanzwissenschaftler und Statistiker Campbell Harvey die Finanzforschung öffentlichkeitswirksam kritisiert. Sein Grundtenor: Was in einfachen Modellen plausibel ist und funktioniert, kann in der Realität - also im Zusammenspiel von unendlich vielen Faktoren - schon ganz anders sein. Campbell kritisiert vor allem Anlagemodelle, die sich auf Erkenntnisse von Wissenschaftlern stützen. Die Wahrscheinlichkeit habe gezeigt, dass selbst „Strategien“ die wir alle auch ohne Promotion im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich als Humbug abtun würden, in gewissem Maße funktionieren. Da wir uns an den Märkten „nur“ zwischen steigenden und fallenden Kursen entscheiden müssen, ist auch Glück ein großer Faktor. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit.

Die Märkte verlaufen nicht immer geradlinig. Es ist zwar sehr wahrscheinlich, dass der DAX in Trends verläuft und dabei im Mittel jeden Tag bis zu 0,5 Prozent zulegt oder verliert. Doch wer sich auf dieses Normal-Szenario einlässt und eine Anlagestrategie allein auf Basis dieser Marktnormalität entwickelt, wird schnell an seine Grenzen stoßen: Rapide Trendwechsel mit Kursrückschlägen um 5 Prozent täglich, mehrere Verlusttage in Folge und Seitwärtsmärkte bringen jede einfach gestrickte Anlagestrategie schnell durcheinander. Genau hier liegt die Schwachstelle vieler wissenschaftlicher Ansätze. Es sind die außergewöhnlichen Kursbewegungen, die eine Anlagestrategie aushalten muss. Ein weiterer Faktor ist die Zeit. Viele Strategien funktionieren - wenn man einfach die Daten der vergangenen zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahre nimmt. Doch was hilft das Anlegern, die erst wenige Wochen oder Monate vor einer außergewöhnlichen Marktreaktion eingestiegen sind? Herzlich wenig!

Einzeltitel? Ein viel zu großes Risiko

Ich glaube fest daran, dass sich der komplizierte Finanzmarkt mit seinen zahlreichen Einflussfaktoren, die sich zudem ständig ändern, nicht in wissenschaftliche Modelle pressen lässt. Selbst Wahrscheinlichkeiten, die vor Monaten noch auf lange Sicht stabile Renditen versprochen haben, können sich verschieben. Ein plötzlicher Krieg? Eine neue Fördertechnik für Öl? Eine neue Akkutechnologie, welche den Automarkt revolutioniert wie einst das iPhone den Markt für mobile Endgeräte? Der Kapitalmarkt ist vor allem durch Wandel und auch abrupte Brüche gekennzeichnet. Ein starres Modell kann ihn nicht erklären.

Und was können Anleger aus dieser Erkenntnis lernen? Ist Geldanlage reiner Zufall? Ja und nein. Wenn wir uns eingestehen, dass es die vorhersehbare Marktrichtung nicht gibt und uns mit unseren Investments darauf einstellen, können wir am Kapitalmarkt solide Renditen erzielen. Wie das geht? Statt immer auf die besten Aktien von morgen setzen zu wollen, sollten wir breit investieren. Statt eines Investments in Volkswagen oder Porsche kaufen Anleger mit diesem Ansatz einfach die gesamte Autobranche inklusive innovativen Zulieferern. Der Vorteil davon: Ereignisse wie das Abgas-Desaster bei VW fallen weniger stark ins Gewicht und ein Investment bildet die gesamte Branche inklusive aller Zukunftschancen ab.

Mit easyfolio für alle Wahrscheinlichkeiten gewappnet

Dieses breit gestreute Prinzip lässt sich auch auf die Wahl der Anlageklassen übertragen. Die Frage nach Aktien oder Anleihen ist dumm. Eine klare Antwort kann es nicht geben. Die beste Antwort lautet immer und zu jeder Zeit: beides. Über die Aktienquote bilden wir unsere Risikoneigung ab. Risiko bedeutet immer auch Chance auf Rendite. Die Aktienquote sollte also von unserer persönlichen Anlagestrategie abhängen. Eine gute und umfassende Anlagestrategie setzt daher auf Aktien und Anleihen und streut diese breit über sämtliche Regionen und Branchen. Nur so können unvorhergesehene Ereignisse effizient abgefedert werden.

Unsere Anlagelösung easyfolio verfolgt genau diesen Ansatz: Aktien und Anleihen, weltweit gestreut. Im Ergebnis heißt das, dass mehrere tausend Anlageprodukte in jedem easyfolio stecken. Damit bilden Anleger den gesamten Markt ab. Spekulativere Bereiche wie Hochzinsanleihen oder Smallcaps sind nur sehr gering repräsentiert, Standardwerte auf wichtigen Märkten wie USA oder Europa dagegen stärker. So sind easyfolio-Anleger immer dabei, wenn sich am Markt etwas tut. Und das zu unschlagbar niedrigen Kosten.

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Der easyfolio Beitrag Geldanlage zwischen Theorie und Praxis erschien zuerst auf - easyfolio Blog.

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