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Alarmstimmung nach Börsencrash in China

OnVista

Die Angst geht um an den Finanzmärkten. Ungebremst rauschen die Kurse an Chinas Börsen in den Keller. Die Regierung scheint machtlos. Überall in Asien gab es Verkaufswellen.

Alarmstimmung nach Börsencrash in China

Die Talfahrt an den chinesischen Börsen hat sich beschleunigt. Trotz weiterer staatlicher Eingriffe verlor in Shanghai der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Unternehmen vom Festland fast 7 Prozent. Der Shanghai Composite Index schloss am Mittwoch um rund 6 Prozent schwächer. Der Shenzhen Component verlor 3 Prozent.

Angesichts des neuerlichen Kursrutsches verkündeten die Zentralbank und die Aufsichtsbehörden in Peking umgehend neue Maßnahmen, um den Abwärtstrend zu bremsen. Mit massiven Geldspritzen soll der Markt gestützt werden. Wegen der heftigen Schwankungen wurden zudem fast die Hälfte der Aktien vom Handel ausgesetzt. Rund 45 Prozent der Papiere im Shanghai Composite und im Shenzhen Component Index wurden nicht mehr gehandelt.

Staatliche Eingriffe verpuffen

Nach dem spekulativen und vielfach kreditfinanzierten Aktienboom der vergangenen Monate haben die Indizes in Shenzhen und Shanghai seit Mitte Juni mehr als ein Drittel an Wert verloren. Damit ist die vor allem die im April und Mai gebildete Blase an Chinas Aktienmärkten geplatzt. Leidtragende sind vielfach Privatanleger.

Bereits am Wochenende hatte die chinesische Regierung mit zahlreichen Maßnahmen auf den Kursverfall reagiert. Börsengänge wurden gestoppt und Aktienkäufe durch Wertpapierhandelshäuser gestartet. Die Maßnahmen zündeten jedoch nur ein Strohfeuer. Nach Gewinnen am Montag rutschten die Kurse rasch wieder ins Minus.

Bündel an neuen Maßnahmen

Mit den neuen Maßnahmen zur Wochenmitte möchte die Notenbank mehr als 500 Milliarden Yuan (73 Mrd Euro) in den Aktienmarkt pumpen. Zudem wurden die Sicherheitsleistungen für den Handel mit Terminkontrakten erhöht, um die extremen Schwankungen der vergangenen Tage und Woche einzudämmen.

Große Konzerne sollen darüber hinaus erst einmal keine weiteren Aktien ihrer Beteiligungen und Töchter mehr auf den Markt werfen. Um die Talfahrt aufzuhalten, erleichterten die Aufsichtsbehörden auch die Regeln für Aktienkäufe durch Versicherungen, die jetzt deutlich mehr Geld in den Markt stecken dürfen.

Schockwellen an Asiens Börsen

Der Crash am chinesischen Aktienmarkt hat auch an anderen asiatischen Börsen massive Verkäufe ausgelöst. In Tokio brach der japanische Leitindex Nikkei 225 um 3,1 Prozent auf 19.738 Punkte ein. In Hongkong verlor der Hang Seng 5,8 Prozent auf 23.517 Punkte. Das ist das größte Minus seit über 20 Jahren.

Die Panik weitete sich nicht nur auf die Börsen in den Nachbarländern aus, sondern stürzte auch die Rohstoffmärkte in Turbulenzen. Die Preise für Eisenerz und Stahl fielen in China auf ein Rekordtief. Kupfer war mit 37.960 Yuan (6113 Dollar) so billig wie zuletzt vor sechs Jahren. Die Erschütterungen des Börsenbebens erreichten auch den Devisenmarkt. Viele Anleger flüchteten in den japanischen Yen, der als “sicherer Hafen” Asiens gilt.

Analysten sprechen von Panikverkäufen

“Ich habe noch nie einen derartigen Kurssturz erlebt”, sagte Analyst Du Changchun vom Vermögensberater Northeast Securities. “Ich glaube, niemand hat das.” Wang Feng, Mitgründer und Chef des Hedgefonds Alpha Squared Capital, sprach von Panikverkäufen. “Das Problem ist, dass alle Marktteilnehmer in dieselbe Richtung drängen und zu emotional reagieren.”

Bislang führen die Börsenturbulenzen noch nicht zu Problemen in Chinas Wirtschaf. “Wir erwarten aber ein geringeres Wachstum, niedrigere Unternehmensgewinne und ein höheres Risiko einer Finanzkrise”, erklärten Analysten der Bank of America Merrill Lynch. Zahlreiche asiatische Unternehmen, die in China investiert haben, fürchten bereits um ihre Gewinne.

OnVista/dpa-AFX/Reuters
Foto: hxdbzxy/shutterstock.com

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28.08.2015, 10:05, außerbörslich

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