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Bonus-Zertifikate – Die Chance auf Mehr

Video-Einleitung

Wie funktioniert ein Bonus-Zertifikat?

Bonus-Zertifikate gehören im Bereich der Zertifikate zu denjenigen Produkten, die dem Anleger die größte Sicherheit bieten können.
Zunächst einmal funktionieren Bonus-Zertifikate genauso wie alle anderen Zertifikate, indem es nämlich einen bestimmten Basiswert gibt, auf den sich das Zertifikat bezieht. Dies können beispielsweise eine Aktie oder ein Index sein.

Zwei wichtige Begriffe, deren Bedeutung zum Verständnis der Bonus-Zertifikate bekannt sein sollte, sind einerseits die Bonusschwelle (Bonus-Level) und zum anderen die Sicherheitsschwelle, die auch als Sicherheits-Level oder Risikopuffer bezeichnet wird. Wie ein Bonus-Zertifikat funktioniert und was die zwei Fachbegriffe beinhalten, lässt sich am besten an einem möglichen Szenario verdeutlichen, wie es in der Praxis häufig vorkommt.

Angenommen, der Anleger entscheidet sich für ein Bonus-Zertifikat mit einer Aktie als Basiswert, deren Kurs derzeit 50 Euro beträgt. Die Sicherheitsschwelle könnte bei diesem Zertifikat zum Beispiel bei 40 Euro liegen, während der Bonus-Level bei 60 Euro angesiedelt ist.
In der Folge gibt es drei mögliche Szenarien, wie sich der Kurs des Basiswertes verhalten könnte und welche Auswirkungen dies auf das Bonus-Zertifikat hätte.
Unterschreitet der Aktienkurs beispielsweise während der gesamten Laufzeit des Zertifikates nicht die Sicherheitsschwelle von 40 Euro, so erhält der Anleger am Laufzeitende auf jeden Fall eine Auszahlung in Höhe des Bonus-Levels, also 60 Euro.
Fällt der Aktienkurs jedoch unter die Sicherheitsschwelle von 40 Euro, so greift diese nicht mehr. In diesem Fall würde der Anleger am Laufzeitende den Kurs erhalten, zu dem die Aktie zu diesem Zeitpunkt notiert. Dieser Kurs kann dann selbstverständlich auch geringer als 40 Euro sein. Ein weiteres mögliches Szenario besteht darin, dass der Aktienkurs am Ende der Laufzeit oberhalb des Bonus-Levels notiert. In diesem Fall würde der Anleger den jeweiligen Kurs ausgezahlt bekommen, da es beim klassischen Bonus-Zertifikat kein Cap gibt. Als Cap (Deckel) wird eine Obergrenze bezeichnet, die mögliche Gewinne des Anlegers begrenzt (z.B. beim Discount-Zertifikat).

Bonus-Zertifikat im Vergleich zum Basiswert
Bonus-Zertifikat im Vergleich zum Basiswert, Quelle: eusipa.org

Die Chancen und Risiken beim Bonus-Zertifikat

Zwei wichtige Faktoren sind bei jedem Anlageprodukt - somit auch bei den Bonus-Zertifikaten - Chancen und Risiken des jeweiligen Investments.
Beim Bonus-Zertifikat ist es so, dass der Anleger nicht nur bei Kurssteigerungen des Basiswertes einen Gewinn erzielt, sondern auch bei Seitwärtsbewegungen. Dies wird durch die bereits erläuterte Sicherheitsschwelle erreicht. Selbst bei kleineren Kursrückgängen kann der Anleger noch einen Gewinn erzielen, denn der Bonus ist auf jeden Fall garantiert, solange der Kurs des Basiswertes die Sicherheitsschwelle nicht unterschreitet.

Da es auch kein Cap gibt, ist die Höhe der möglichen Rendite nicht begrenzt. Das Risiko besteht bei Bonus-Zertifikaten vor allem darin, dass der Kurs des Basiswertes den Sicherheitslevel einmal unterschreitet. In diesem Fall gibt es kein Sicherheitspolster mehr, sodass es im schlimmsten Fall – beispielsweise bei einer Insolvenz des Basiswertes - sogar zu einem Totalverlust kommen kann.

Zu erwähnen ist auch, dass z.B. bei Bonus-Zertifikaten auf Aktien kein Anspruch auf Dividenden besteht. Diese können natürlich zum Teil erheblich zur Performance der Aktie beitragen.
Letztlich ermöglicht dieser Verzicht auf die Dividende überhaupt erst den Bonus, da der Emittent darüber im Allgemeinen die in der Konstruktion des Bonus-Zertifikats enthaltene Put-Option finanziert.

Darüber hinaus muss beim Thema Sicherheit noch ein weiteres Risiko erwähnt werden, nämlich das stets vorhandene Emittentenrisiko. Dies ist unabhängig von einem eventuellen Kursrisiko und beinhaltet, dass der Anleger sein gesamtes Kapital verlieren kann, falls der Emittent des Bonus-Zertifikates insolvent werden sollte.

Höhe des Bonus und Vorteile gegenüber dem direkten Investment

Wie hoch der Bonus beim jeweiligen Zertifikat ist, wird in den Zertifikatsbedingungen festgelegt und hängt demnach vom Emittenten ab. Üblich sind in der Praxis Bonusschwellen, die zwischen zehn und 20 Prozent über dem aktuellen Kurs des Basiswertes liegen.
Wird ein Bonus-Zertifikat also beispielsweise zum Kurs von 50 Euro ausgegeben, so kann die Bonusschwelle zum Beispiel bei 55 bis 60 Euro angesiedelt sein. Der garantierte Bonus würde demzufolge fünf bis zehn Euro je Zertifikat betragen.

Eine wichtige Frage, die viele an Bonus-Zertifikaten interessierte Anleger beschäftigt ist, welche Vorteile dieses Anlageprodukt gegenüber einem direkten Investment in den Basiswert, also beispielsweise dem Kauf einer Aktie, haben. Der wesentliche Vorteil besteht in der bereits erläuterten Sicherheits- und Bonusschwelle. Denn während der Anleger beim direkten Investment in Aktien jeden noch so kleinen Kursverlust 1:1 „mitmacht“, gibt es bei den Bonuszertifikaten eben den beschriebenen Risikopuffer. Somit kann der Anleger bei Bonus-Zertifikaten selbst bei kleineren Kursverlusten noch einen Gewinn erzielen.
Beim direkten Investment gibt es solche Absicherungen nicht. Da es bei Bonus-Zertifikaten zudem kein Cap gibt, existiert auch nicht der Nachteil, dass die möglichen Gewinne des Anlegers begrenzt wären.
Ein weiterer Vorteil kann darin bestehen, dass viele Banken und Broker den Kauf von Bonus-Zertifikaten über den außerbörslichen Handel ermöglichen, sodass die Ordergebühren nicht selten geringer als beim direkten Kauf von Aktien an der Börse sind.

Für wen und bei welchen Marktlagen sind Bonus-Zertifikate geeignet?

Bonus-Zertifikate sind in erster Linie für solche Anleger geeignet, die zwar grundsätzlich von einer positiven Kursentwicklung ausgehen, aber ebenso dann noch einen Gewinn erzielen möchten, wenn sich der Markt seitwärts bewegt oder die Basiswerte sogar leichte Kursrückgänge verzeichnen.

Angesprochen werden also in erster Linie Kunden, die begrenzt risikobereit sind und das Anlageprodukt als Alternative zum direkten Investment in Aktien betrachten. Aufgrund des vorhandenen Risikopuffers sind Bonuszertifikate ebenfalls für solche Anleger eine sehr gute Alternative - gerade auch zum direkten Investment in Aktien - die sich vielleicht erstmalig mit den Aktienmärkten und den Börsen beschäftigen.

Was die möglichen Marktlagen angeht, so sind Bonus-Zertifikate für verschiedene Situationen geeignet. Ideal sind sie natürlich dann, wenn sich am Markt eine positive Tendenz zeigt, die Basiswerte sich also durch steigende Kurse auszeichnen können. Aber auch bei längeren Seitwärtsbewegungen ist ein Investment in Bonus-Zertifikate sehr sinnvoll, da der Bonus aufgrund der Sicherheitsschwelle gezahlt wird. Selbst wenn sich am Markt vorübergehende Kursverluste abzeichnen, die jedoch vergleichsweise schwach ausgeprägt sind, können Bonus-Zertifikate noch ein geeignetes Investment sein.
Lediglich bei einem deutlichen Abwärtstrend am Markt sind diese Zertifikate im Normalfall nicht geeignet.

Was sollten Anleger beim Kauf beachten?

Vor dem Kauf eines Bonus-Zertifikates sollten Anleger noch einige Punkte beachten. Wichtig ist es zum Beispiel, sich über die infrage kommenden Basiswerte zu informieren und sich letztendlich beispielsweise für eine Aktie zu entscheiden, die ein gutes Kurspotenzial hat. Daher sollte sich der Anleger zunächst etwas mit der Börse und den partiellen Basiswerten beschäftigen.

Bei der Einschätzung der möglichen Kursentwicklung ist es besonders wichtig, dass die Prognosen sich nicht in Richtung Sicherheitsschwelle bewegen. Wäre dies der Fall, sollte sich der Anleger besser für einen anderen Basiswert und somit für ein anderes Bonus-Zertifikat entscheiden.

Ebenfalls achten sollten Anleger vor dem Kauf des Zertifikates darauf, wer der Emittent ist. Denn da es stets ein Emittentenrisiko gibt, sollten solide Emittenten bevorzugt werden, die ein möglichst geringes Insolvenzrisiko haben.

In welchen Varianten werden Bonus-Zertifikate angeboten?

Bonus-Zertifikate werden am Markt in verschiedenen Varianten angeboten. Neben den klassischen Bonus-Zertifikaten, deren Funktionsweise zuvor ausführlich erläutert wurde, gibt es zum Beispiel auch die sogenannten Reverse Bonus-Zertifikate. Das Grundprinzip ist dasselbe wie das der klassischen Bonus-Zertifikate, nur mit dem Unterschied, dass der Anleger hier in erster Linie von fallenden Kursen profitiert. Es gibt ebenfalls eine Sicherheitsschwelle, die jedoch nicht vor fallenden, sondern in gewissen Grenzen vor steigenden Kursen schützt.
Eine Rendite in Form des Bonus erzielt der Anleger dann, falls der Kurs des Basiswertes fällt, sich seitwärts bewegt oder leicht ansteigt. Darüber hinaus werden ebenfalls sogenannte Capped Bonus Zertifikate angeboten, bei denen der mögliche Gewinn durch ein Cap (Deckel) begrenzt ist.

Das richtige Bonus-Zertifikat finden

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