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Outperformance-/Sprint-Zertifikate

Video-Einleitung zu Outperformance-Zertifikaten

Video-Einleitung zu Sprint-Zertifikaten

Outperformance-Zertifikate bieten dem Anleger die Chance überproportional an der Kursentwicklung des zugrundeliegenden Basiswertes, z. B. Aktie oder Index, teilzunehmen. Diese überproportionale Partizipation tritt ab einem bestimmten Kursniveau des Basiswertes ein. Der Anleger hat somit die Möglichkeit stärker an positiven Kursentwicklungen zu partizipieren, als bei einem Direktinvestment. Während man bei einem Outperformance-Zertifikate überproportional an der Entwicklung des Basiswertes profitiert, werden Kursverluste ein zu eins an den Zertifikateinhaber weitergegeben. Der Anleger ist in diesem Fall dem Direktinvestor gleichgestellt. Von Erträgen, wie Dividendenausschüttungen, profitieren die Zertifikateinhaber nicht. Doch wie funktionieren diese speziellen Zertifikate und was gilt es bei einer Geldanlage in strukturierte Finanzprodukte zu beachten?

Outperformance-Zertifikat im Vergleich zum Basiswert
Outperformance-Zertifikat im Vergleich zum Basiswert, Quelle: eusipa.org
Sprint-Zertifikat im Vergleich zum Basiswert
Sprint-Zertifikat im Vergleich zum Basiswert, Quelle: eusipa.org

Wie funktionieren Outperformance-/Sprint-Zertifikate?

Unter Outperformance verstehen Finanzfachleute Wertpapiere, deren Börsenkurse sich positiver entwickeln als der gesamte Aktienmarkt. Outperformance-Zertifikate oder Sprint-Zertifikate empfehlen sich immer dann, wenn ein Anleger erwartet, dass der Kurs einer Aktie oder eines Index in Zukunft steigen wird. Der Investor profitiert, im Vergleich zu einer Direktanlage überproportional von Kurssteigerungen des Basiswertes. Der Unterschied zwischen einem Outperformance-Zertifikat und einem Sprint-Zertifikat liegt darin, dass die Inhaber von Outperformance-Zertifikaten unbegrenzt von Kurssteigerungen der Basiswerte profitieren, während es für Anleger in Sprint-Zertifikate eine obere Begrenzung der Gewinne gibt. Diese Obergrenze wird auch als Cap bezeichnet. Bei Kauf eines Outperformance-/Sprint-Zertifikates wird vom Emittenten eine Kursschwelle festgelegt, die der Kurs des Basiswertes überschreiten muss. Diese Kursschwelle wird auch Basispreis genannt oder mit dem englischen Ausdruck Strike bezeichnet. Gleichzeitig legt der Emittent eine Partizipationsrate fest, die besagt, um welchen Wert der Anleger von Kurssteigerungen des Basiswertes über den Basispreis hinaus partizipiert. Diese theoretischen Erklärungen lassen sich anhand des nachfolgenden Beispiels besser verstehen:

Der Kurs einer Aktie an der Börse beträgt 80,00 Euro, der Kaufpreis für das Outperformance-Zertifikat liegt bei 90,00 Euro. Der Emittent legt einen Basispreis von 100,00 Euro sowie eine Partizipation von 150 % fest. Liegt der Börsenkurs des Basiswertes am Ende der Laufzeit des Outperformance-Zertifikates bei 120,00 Euro, partizipiert der Anleger von der Differenz zwischen dem Basispreis von 100,00 Euro und dem Börsenkurs von 120,00 Euro mit einem Anteil von 150 %. Somit wird die Differenz von 20,00 Euro mit dem Faktor 150 % multipliziert, woraus sich 30,00 Euro ergeben. Der Anleger erhält daher nach Ablauf des Outperformance-Zertifikates eine Auszahlung von insgesamt 150,00 Euro, die sich aus dem Börsenkurs des Basiswertes von 120,00 Euro zuzüglich des überproportionalen Gewinns aus dem Zertifikat von 30,00 Euro zusammensetzt. Der Anleger hat also einen Gewinn von 60,00 Euro erwirtschaftet. Hätte der Anleger sein Geld direkt in die Aktien des Emittenten investiert, läge sein Gewinn bei der oben dargestellten Kursentwicklung bei 40,00 Euro. Dieser Betrag berechnet sich aus dem Kaufpreis der Aktie von 80,00 Euro und ihrem Verkaufspreis von 120,00 Euro. Bei einem Outperformance-Zertifikat profitiert der Anleger von unbegrenzten Kurssteigerungen des Basiswertes, auch wenn es sich um sehr hohe Kurszuwächse handelt. Bei einem Sprint-Zertifikat hingegen ist der Gewinn begrenzt, da der Emittent einen sogenannten Outperformance Cap festlegt. Als Ausgleich für den begrenzten Gewinn ist in der Regel die Partizipationsrate bei einem Sprint-Zertifikat höher als bei einem Outperformance-Zertifikat.

Häufig werden Partizipationsraten von 200 % bis 400 % angeboten. In unserem Beispiel könnte die Partizipationsrate bei 200 % liegen, dafür ist die Auszahlung auf 150,00 Euro beschränkt. Dadurch wird die oben berechnete Differenz zwischen Basispreis und Börsenkurs von 20,00 Euro mit dem Faktor 200 % multipliziert, was einen Betrag von 40,00 Euro ergibt. Der Anleger müsste rechnerisch also insgesamt 160,00 Euro ausgezahlt bekommen. Durch den Cap des Sprint-Zertifikates erhält er aber nur 150,00 Euro und der Emittent behält die restlichen 10,00 Euro selbst.

Steigt der Kurs des Basiswertes nicht wie erwartet und liegt der Börsenkurs bei Ablauf des Outperformance-/Sprint-Zertifikates sogar unter den Kaufkurs, so wird der Verlust des Anlegers nicht mit dem Partizipationsfaktor multipliziert. Bei Outperformance-/Sprint-Zertifikaten sind noch weitere Besonderheiten zu beachten, die sich auf die Rendite niederschlagen.

Was ist bei einer Geldanlage in Outperformance-/Sprint-Zertifikate zu beachten?

Anleger, die ihr Geld in Aktien investieren, erzielen Gewinne nicht nur aus den Kurssteigerungen der Wertpapiere. Auch die Dividende, die von den Aktiengesellschaften in erfolgreichen Geschäftsjahren an die Aktionäre ausgezahlt wird, stellt einen Teil der Rendite dieser Geldanlagen dar. Bei Outperformance-/Sprint-Zertifikaten hingegen erhält der Anleger keine Dividende. Das liegt daran, dass es sich bei einem Outperformance-Zertifikat um ein Finanzprodukt handelt, welches aus zwei Bestandteilen besteht. Zum einen stellt der Basiswert einen Bestandteil des Zertifikates dar und zum anderen kauft der Emittent des Outperformance-/Sprint-Zertifikates eine Kaufoption, auch Call-Option genannt. Der Kauf der Option wird während der Laufzeit des Zertifikates durch die Dividendenzahlungen aus dem Basiswert finanziert. Daher erhält der Käufer von Outperformance-/Sprint-Zertifikaten keine Dividende ausgezahlt. Es werden auch keine Outperformance-Zertifikate auf Aktien ausgegeben, bei denen keine Zahlung einer Dividende zu erwarten ist.

Der Kauf von Outperformance-/Sprint-Zertifikaten wird vor allem für erfahrene Anleger empfohlen. Der Kauf eines Outperformance-/Sprint-Zertifikates lohnt sich vor allem dann, wenn der Anleger mit stark steigenden Kursen einer Aktie oder eines Index rechnet. Entwickeln sich die Börsenkurse des Basiswertes nur moderat, ist ein Outperformance-/Sprint-Zertifikat nur bedingt zur Geldanlage geeignet, da der Anleger während der Laufzeit des Zertifikates auf die Zahlung einer Dividende verzichtet.

Welche Chancen und Risiken bieten Outperformance-/Sprint-Zertifikate dem Anleger?

Rechtlich gesehen handelt es sich bei Outperformance-/Sprint-Zertifikaten um Schuldverschreibungen des Emittenten. Sollte der Emittent während der Laufzeit des Zertifikates Insolvenz anmelden müssen, ist die Geldanlage des Investors verloren. Daher müssen sich die Anleger vor dem Kauf von Outperformance-/Sprint-Zertifikaten genau über die Bonität des Anbieters informieren.
Outperformance-/Sprint-Zertifikate haben immer eine feste Laufzeit. Um den maximalen Gewinn mit dem Zertifikat zu erzielen, sollten Anleger das Ende der Laufzeit abwarten. Daher sind diese Zertifikate nicht für eine vorübergehende Geldanlage geeignet, bei der der Investor schon vor Laufzeitende über das angelegte Kapital verfügen muss. Dabei besteht aber das Risiko, dass der Kurs des Basiswertes während der Laufzeit des Zertifikates auf null fällt, wodurch auch das Zertifikat wertlos wird und der Anleger das eingesetzte Kapital verliert.

Aus dem oben genannten Rechenbeispiel wird deutlich, dass sich Outperformance-/Sprint-Zertifikate vor allem bei sehr großen Kurssteigerungen lohnen, da zunächst der Basispreis überschritten werden muss. Anschließend profitiert der Anleger durch die Multiplikation mit dem Partizipationsfaktor umso mehr, je höher der Kurs des Basiswertes gestiegen ist.
Da bei einem ungünstigen Kursverlauf des Basiswertes die Kursrückgänge nicht mit der Partizipationsrate multipliziert werden, besteht nur ein geringes Kursrisiko für den Anleger. Sollte der Kurs des Basiswertes zum Laufzeitende des Zertifikates im Vergleich zum Startpreis gesunken sein, so berechnet sich der Verlust des Investors aus der Differenz zwischen dem Kaufpreis des Zertifikates und dem aktuellen Börsenkurs des Basiswertes. Falls der Preis des Outperformance-/Sprint-Zertifikates bei der Anschaffung ungefähr dem aktuellen Börsenkurs des Basiswertes entsprochen hat, ist das Verlustrisiko des Anlegers mit dem Risiko bei einer Direktanlage in den Basiswert vergleichbar.

Das richtige Outperformance- oder Sprint-Zertifikat finden

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