Forscher - Arbeitsmarkt auch Ende 2021 noch nicht wieder auf Vorkrisen-Niveau

Reuters

Berlin (Reuters) - Nach dem Corona-bedingten Einbruch der deutschen Wirtschaft wird auch der Arbeitsmarkt nach Ansicht von Forschern noch lange unter den Folgen der Pandemie zu leiden haben.

Für den Jahresdurchschnitt 2020 ergibt sich laut der am Freitag vorgelegten Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) eine Zunahme der Arbeitslosigkeit um 440.000. "Für das Jahr 2021 erwarten wir, dass sie um 100.000 Personen sinkt. Sie liegt damit aber noch deutlich höher als vor der Pandemie", heißt es in dem Bericht der Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit.

Infolge der schnellen und weitgehenden Lockerungen nach dem Lockdown im Frühjahr sei zum Ende des zweiten Quartals dieses Jahres eine deutliche Erholung am Arbeitsmarkt in Gang gekommen, erklärte Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs "Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen". Auch wenn es im Sommer saisonbereinigt keine weiteren Zunahmen bei der Arbeitslosenzahl gegeben habe, sei aber eine starke Trendwende nach unten bisher ausgeblieben. Kritisch zu sehen seien auch die anhaltende Zurückhaltung bei den Neueinstellungen und die schwierigen Transformationsprozesse beispielsweise bei der Automobilindustrie und dem Einzelhandel.

Nicht durch die Prognose abgedeckt seien eine große Insolvenzwelle oder ein zweiter Shutdown, erläuterte Weber. Für das laufende Jahr erwartet er, dass das reale Bruttoinlandsprodukt um 5,2 Prozent schrumpfen wird. 2021 könnte die Wirtschaftsleistung dem IAB zufolge dann wieder um 3,2 Prozent zulegen. "Die Konjunktur befindet sich nach dem Einbruch in der Corona-Krise wieder auf Erholungskurs", erklären die IAB-Forscher.

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