Handelsstreit: USA erwägt, Chinas größten Chiphersteller zu blacklisten, China wehrt sich mit Visa-Verzögerungen von US-Journalisten

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Handelsstreit: USA erwägt, Chinas größten Chiphersteller zu blacklisten, China wehrt sich mit Visa-Verzögerungen von US-Journalisten

Der Handelsstreit zwischen China und den USA verschärft sich durch weitere Vorfälle zwischen den beiden Nationen. Zum einen kritisiert die chinesische Regierung das Vorgehen der USA gegen chinesische Firmen und nennt vor allem das jüngste Beispiel gegen einen Chiphersteller und zum anderen wird US-Journalisten mit einer Ausweisung aus dem Land gedroht.

USA droht SMIC auf schwarze Liste zu setzen

Am Freitag war bekanntgeworden, dass die Regierung von US-Präsident Donald Trump Semiconductor Manufacturing International (SMIC) ins Visier genommen hat. Es werde erwogen, den Auftragsfertiger und Halbleiterhersteller auf eine schwarze Liste zu setzen, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums. Eine Begründung für das Vorgehen nannte sie nicht. Insidern zufolge soll es um mutmaßliche Kontakte zwischen SMIC und der Volksbefreiungsarmee gehen.

Das chinesische Außenministerium hat die möglichen Sanktionen der USA gegen die größte Chipfirma des Landes als Schikane verurteilt. Die USA betrieben „unverhohlenes Mobbing“ gegen chinesische Unternehmen, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag. Das Land müsse aufhören, ausländische Firmen zu unterdrücken.

An der Börse sorgte die Ankündigung für eine rasante Talfahrt. In Hongkong brach der Aktienkurs um mehr als ein Fünftel ein, das Unternehmen verlor damit umgerechnet 3,6 Milliarden Dollar an Marktwert. In Shanghai lag das Minus bei rund elf Prozent. Sollte SMIC wie bereits viele andere chinesische Unternehmen auf die schwarze Liste kommen, müssten sich US-Zulieferer um eine schwer erhältliche Lizenz kümmern, um SMIC mit Waren und Dienstleistungen zu versorgen. Die US-Firma Applied Materials gehört zu den größten Lieferanten des chinesischen Unternehmens. SMIC erklärte am Wochenende, man stehe komplett unter Schock. Man sei bereit, mit der US-Regierung zusammenzuarbeiten, um Missverständnisse aus der Welt zu räumen.

China schiebt im Streit mit USA Verlängerung von Journalisten-Visa hinaus

Gekontert hat die chinesische Regierung mit einer Verzögerung von Journalisten-Visa mehrerer Reporter, die für diverse amerikanische Medien arbeiten. „Wir würden sehr gerne unsere exzellente Zusammenarbeit mit den US-Journalisten hier fortsetzen, wenn chinesische Journalisten fair in den USA behandelt werden“, erklärte eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking auf Twitter. In den USA warten nach Angaben von mit dem Vorgang vertrauten Personen derzeit mehrere chinesische Journalisten auf eine Erneuerung ihrer abgelaufenen Arbeitsvisa. Ihnen soll bislang lediglich eine Schonfrist von 90 Tagen bis Ende November eingeräumt worden sein, in der sie weiter in den USA bleiben dürfen.

Auch China schickte die von seinem Vorgehen betroffenen Journalisten nicht nach Hause. Die Verlängerungsanträge befänden sich in der Bearbeitung. Während dieser Zeit dürften die Journalisten „ohne irgendwelche Probleme“ weiter in China leben und arbeiten, führte die Außenamtssprecherin aus. Betroffen sind mindestens ein britischer Mitarbeiter des „Wall Street Journal“, ein amerikanischer CNN-Reporter und zwei nicht-amerikanische Bloomberg-Journalisten, wie deren Arbeitgeber mitteilten. Sie hätten Briefe erhalten, die ihnen die Fortsetzung ihrer Arbeit in China für vorerst etwa zwei Monate erlaubten.

Der Club der Auslandskorrespondenten in China rief die Regierung in Peking auf, den Kreislauf gegenseitiger Repressalien zu stoppen. „Diese Zwangspraktiken haben akkreditierte ausländische Journalisten in China wieder einmal zu Bauernopfern in einem größeren diplomatischen Konflikt gemacht.“ Die USA hatten im März beschlossen, dass statt 160 nur noch 100 Chinesen in den amerikanischen Niederlassungen großer staatlicher chinesischer Medien arbeiten dürfen. China wies daraufhin etwa ein Dutzend US-Journalisten aus, die für die „New York Times“, das „Wall Street Journal“ und die „Washington Post“ arbeiteten.

onvista/reuters

Titelfoto: Tomasz Makowski / Shutterstock.com

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