Software AG: Der Umstieg auf Abo-Modelle zehrt vorerst weiter an der Marge – Anleger sind trotzdem zuversichtlich

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Die Software AG hat bei der Verkündung der Zahlen heute klare Worte gesprochen und die Anleger darauf eingestellt, dass die Ergebnisse erst im kommenden Jahr wieder besser werden. Zunächst soll der Umbau weiter voran gehen und in künftiges Wachstum investiert werden.

Software AG: Der Umstieg auf Abo-Modelle zehrt vorerst weiter an der Marge – Anleger sind trotzdem zuversichtlich

Vorstandschef Sanjay Brahmawar hatte die Investoren bereits auf eine Durststrecke von zwei Jahren bei den Ergebnissen eingestellt. „2021 wollen wir unsere Transformation und das kontinuierliche Wachstum noch schneller vorantreiben“, sagte der Manager. Vergangenes Jahr rutschte die Marge des um Sondereffekte bereinigten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) denn auch um 8 Prozentpunkte auf 21,2 Prozent ab. Dieses Jahr soll sie nun nur noch zwischen 16 und 18 Prozent liegen. Analysten hatten im Schnitt eigentlich mehr als 20 Prozent auf dem Zettel.

Die Aktie legte zuletzt um 7 Prozent auf knapp 36 Euro zu. Nachdem das Papier nach dem Corona-Schock im vergangenen Frühjahr stetig wieder zulegen konnte und im September über 44 Euro gestiegen war, sackte es danach wieder kräftig bis fast auf 30 Euro ab. Auch die Erhöhung der Auftragsprognose im November half dem Kurs nicht mehr nachhaltig auf die Sprünge.

Umbau zu Abo-Modellen fordert Tribut

Grund für die Belastungen bei den Ergebnissen ist der forcierte Umbau der Erlösmodelle des Konzerns hin zu Abonnement-Modellen, die in der Softwarebranche mittlerweile üblich sind. Das lässt hohe Einmalerlöse aus Lizenzverkäufen zunächst wegfallen, die erst nach und nach durch die Abo-Erlöse wettgemacht werden. Die sollen aber dabei helfen, die Einnahmen zu verstetigen und besser planbar zu machen – Schwankungen beim Umsatz hatten der Software AG in der Vergangenheit des öfteren wehgetan. Zudem will Brahmawar mit dem Schwenk die in den vergangenen Jahren chronische Wachstumsschwäche der Software AG beheben und Tempo machen.

Die Investitionen in den Konzernumbau würden in diesem Jahr bei 30 bis 40 Millionen Euro liegen, hieß es vom Unternehmen. „Diese Anstrengungen stellen den Höhepunkt unserer Investitionen in unsere Unternehmenstransformation dar“, sagte Finanzchef Matthias Heiden. „Danach erwarten wir, dass sich unsere Marge aufgrund des schnelleren Wachstums in Richtung unserer mittelfristigen Ziele bewegen wird.“ 2023 soll demnach weiter eine Marge von 25 bis 30 Prozent erzielt werden.

Beim Auftragseingang in der Sparte mit Integrations-, Cloud- und Vernetzungssoftware (Digitalgeschäft DBP) rechnen die Darmstädter 2021 mit einem Plus beim währungsbereinigten Auftragseingang von 15 bis 25 Prozent, in der Datenbanksparte (A&N) mit einem Minus von 20 bis 30 Prozent. Der gesamte Produktumsatz dürfte stagnieren oder bis 5 Prozent zulegen. Mit der Mitte der Prognosespanne liegt die Software AG in der Digitalsparte und beim Umsatz etwas über den Erwartungen von Experten – bei den Datenbanken leicht darunter.

Im vierten Quartal konnte das Unternehmen bei Umsatz und Ergebnis etwas besser abschneiden als erwartet. Der Gesamtumsatz sank dabei um 7 Prozent auf 237,8 Millionen Euro. Währungsbereinigt betrug das Minus rund 2 Prozent. Dabei schnitten vor allem die Datenbanken unerwartet stark ab. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) ging um gut ein Viertel auf 62,5 Millionen Euro zurück. Die zuletzt im November erhöhten Prognosen für das Gesamtjahr 2020 beim Auftragseingang übertraf der Konzern.

Im Gesamtjahr lag der Erlös mit 834,8 Millionen Euro rund 6 Prozent unter dem Vorjahr. Dabei belasteten auch Wechselkurse mit rund 2 Prozentpunkten, in Spanien hat die Software AG zudem einen Unternehmensteil verkauft. Unter dem Strich sackte der auf die Aktionäre entfallende Nettogewinn um 38 Prozent auf 95,7 Millionen Euro ab.

onvista/dpa-AFX

Titelfoto: Jer123 / Shutterstock.com

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