Anhaltende Unsicherheit

Chemiekonzerne senken Ausblick - US-Zölle belasten Branche

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Quelle: Red ivory/Shutterstock.com

Die anhaltende Unsicherheit über neue US-Zölle setzt der deutschen Chemieindustrie spürbar zu.

Gleich drei große Unternehmen - Branchenprimus BASF, der Kunststoffkonzern Covestro und der Chemikalienhändler Brenntag - kassierten am Freitag ihre Gewinnprognosen für das laufende Jahr. An der Börse ging es darauf zu Wochenbeginn abwärts: BASF-Aktien verloren in der Spitze knapp zwei Prozent, ebenso wie Covestro, die Titel von Brenntag brachen zwischenzeitlich um mehr als fünf Prozent ein und waren damit zweitgrößter Verlierer im Dax. Die Prognosesenkungen kamen zwar nicht völlig überraschend, die Zahlen sind aber noch schwächer als befürchtet, wie ein Händler sagte.

Die Chemiebranche gilt als wichtiger Konjunkturindikator, da ihre Produkte praktisch in allen großen Industriezweigen benötigt werden. Zwar hatte sich die Stimmung in der energieintensiven Branche laut Ifo-Institut im Juni auch wegen der geplanten Senkung der Stromsteuer deutlich verbessert. Der Auftragsbestand wurde aber weiter als "äußerst niedrig" eingeschätzt.

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF begründete die Senkung seiner Jahresziele mit den anhaltenden makroökonomischen und geopolitischen Risiken. Besonders die US-Zollpolitik schüre Unsicherheit. "Dadurch wird im Jahr 2025 die Marktnachfrage für Chemieprodukte weniger stark ansteigen als bisher erwartet." Laut Covestro gibt es derzeit keine Anzeichen einer kurzfristigen Erholung.

Brenntag verwies ebenfalls auf die Zolldrohungen aus den USA. Diese führten zu einer spürbaren Verlangsamung der Nachfrage und einem erhöhten Preisdruck in verschiedenen Endmärkten - ein Trend, der sich in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen dürfte. Zusätzlich belasteten Wechselkurseffekte durch die Abwertung des Dollar gegenüber dem Euro.

Der Spezialchemiekonzern Lanxess wollte sich zu der Entwicklung nicht äußern. Bislang erwartet das Kölner Unternehmen im laufenden Jahr ein bereinigtes Ergebnis zwischen 600 und 650 (Vorjahr: 614) Millionen Euro.

Auch Evonik lehnte einen Kommentar ab. Für 2025 haben die Essener ein bereinigtes Ebitda zwischen 2,0 und 2,3 (Vorjahr: 2,06) Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

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