ROUNDUP: Schnaps- und Guiness-Hersteller Diageo kappt Ausblick - Kurs sackt ab

dpa-AFX · Uhr
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LONDON (dpa-AFX) - Der britische Spirituosen- und Guinness-Hersteller Diageo bekommt die Schwierigkeiten in China und die geringe Kauflust der Verbraucher in den USA deutlich zu spüren. Daher dürfte das ursprünglich von Übergangsschef Nik Jhangiani angestrebte organische Umsatzwachstum im laufenden Geschäftsjahr bis Ende Juni keines mehr werden. Der Konzern erwartet nun noch einen Erlös auf Vorjahresniveau oder sogar leicht darunter, wie er am Donnerstag mitteilte. Bisher hatte das Management ein Plus aus eigener Kraft - also Wechselkursschwankungen und Übernahmeeffekte ausgeklammert - etwa in Höhe des Vorjahrs von 1,7 Prozent in Aussicht gestellt. Auch beim operativen Gewinn trübten sich die Aussichten ein.

Die im Stoxx 50 notierte Aktie verlor am Nachmittag in London fast sechs Prozent auf 1.692 Pence. In diesem Jahr hat der Kurs damit ein Drittel an Wert eingebüßt. Mauere Aussichten beim Umsatz seien teils erwartet worden, die Abstriche beim operativen Ergebnis dürften aber enttäuschen, schrieb JPMorgan-Analystin Celine Pannuti. Auf das Erfüllen der Gewinnpläne habe das Management im Sommer schließlich besonderes Augenmerk gelegt.

Zwar könne der Konzern für die Entwicklung des operativen Gewinns an gewissen Stellschrauben drehen, hieß es von Diageo. Allerdings dürfte das nur noch dazu führen, dass das Ergebnis organisch um einen niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentsatz wachse. Bisher stand ein Plus im mittleren einstelligen Bereich im Plan. In den Zielen sind Kosten für erhöhte Zölle in den USA von 200 Millionen Dollar bereits enthalten. "Wir sind mit unserer aktuellen Leistung nicht zufrieden", räumte Jhangiani laut Mitteilung ein. Der Manager hatte mit seiner Amtsübernahme im Sommer den Sparkurs verschärft, um gegenzusteuern.

Im ersten Quartal seines neuen Geschäftsjahrs 2025/26 setzte der Anbieter von Marken wie Johnnie Walker Whisky, Smirnoff Wodka und Baileys Irish Cream wegen Unternehmensverkäufen weniger um. Der Erlös sank im Jahresvergleich um 2,2 Prozent auf knapp 4,9 Milliarden US-Dollar (4,2 Mrd Euro). Aus eigener Kraft wäre er stabil geblieben. Analysten hatten mit einem organischen Minus von mehr als einem Prozent gerechnet.

Deutlich fielen die Rückgänge in den USA und vor allem in China aus. Peking hatte die Richtlinien für Alkohol in diesem Jahr verschärft. Der dort als "Baijiu" oder "Chinese White Spirits" bekannte Schnaps ist bei offiziellen Anlässen und Banketten mittlerweile teils ganz verboten./men/lew/he

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