Britische Notenbank senkt ihren Leitzins

Reuters · Uhr
Artikel teilen:

London, 18. Dez (Reuters) - Die britische Notenbank hat ihren Leitzins angesichts der zuletzt deutlich zurückgehenden Inflation gesenkt.

Er werde von 4,00 auf 3,75 Prozent zurückgenommen, teilte die Bank of ⁠England (BoE) am Donnerstag ‍in London mit. Die Finanzmärkte hatten diesen Schritt mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent eingepreist. Die Entscheidung in dem neunköpfigen Gremium fiel extrem ‌knapp aus: Fünf Mitglieder stimmten dafür, vier dagegen. "Wir gehen weiter davon aus, dass die Zinsen allmählich sinken werden", ‍erklärte BoE-Chef Andrew Bailey. "Doch mit jeder Senkung wird es schwieriger vorherzusagen, wie weit wir noch gehen werden."

Er sehe noch keine Anzeichen für einen stärkeren Abschwung am Arbeitsmarkt, sagte Notenbank-Chef Bailey und fügte hinzu, dass die Inflationserwartungen bisher nicht wesentlich gesunken seien. BoE-Chefökonom Huw Pill erklärte, er sehe ein größeres Risiko, dass ‍die Inflation zu hoch bleibe als zu niedrig.

"Letztlich ⁠bleibt die Tür für eine weitere Lockerung der Geldpolitik im nächsten Jahr geöffnet", sagte Analyst Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen. Die US-Notenbank Fed hatte jüngst auch ihre Geldpolitik ‍gelockert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hingegen dürfte noch im Laufe des Nachmittags erneut entscheiden, ihren Leitzins vorerst nicht zu ändern.

Die Teuerung ⁠in Großbritannien hat zuletzt nachgelassen. Die Verbraucherpreise stiegen im November um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dies ist der niedrigste Wert seit März. Im Oktober hatte die Teuerungsrate noch bei 3,6 Prozent gelegen. Von ‍Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit ‌einem Rückgang auf 3,5 Prozent gerechnet.

Die BoE hat die Zinsen in diesem Jahr bereits mehrfach gesenkt, im vergangenen Monat hatte der geldpolitische Ausschuss sie jedoch mit einer knappen Mehrheit von fünf zu vier Stimmen unverändert gelassen. Die Inflation in Großbritannien war zuletzt höher als in anderen großen Industrieländern. Die Notenbank selbst ging im November davon aus, dass die Teuerung erst im zweiten Quartal 2027 wieder ihr Ziel von zwei Prozent erreichen wird.

(Bericht von William Schomberg, Andy Bruce und Suban ⁠Abdulla, geschrieben von Rene Wagner und Klaus Lauer; redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen ‍und Märkte).)

Premium-Beiträge
Trading-Impuls
Diese Dax-Aktie könnte neuen Aufwärtstrend beginnengestern, 13:43 Uhr · onvista
Chartzeit Marktbericht 29.03.2026
Märkte im Rückwärtsgang: Der März 2026 wird zum Warnsignal29. März · onvista
Kolumne von Stefan Riße
Kriegsende dürfte keine neuen Rekordkurse bringen29. März · Acatis