Aktien von US-Ölkonzernen steigen - Aussicht auf Venezuela-Geschäfte

Reuters · Uhr
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05. Jan (Reuters) - Die Aussicht auf einen Zugang zu den riesigen Ölreserven Venezuelas hat am Montag die Aktien von US-Energiekonzernen beflügelt.

Die Papiere von Chevron legten zur Eröffnung ⁠um 5,1 Prozent ‍zu, Exxon Mobil stiegen um 2,3 Prozent und ConocoPhillips um 5,9 Prozent. Die Aktien der Öldienstleister SLB und Halliburton, deren Technologie ‌für den Wiederaufbau der Förderung entscheidend wäre, gewannen 7,7 beziehungsweise 7,6 Prozent.

Nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten ‍Nicolas Maduro durch US-Spezialkräfte hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, die USA benötigten "totalen Zugang" zu den Ölreserven Venezuelas. Dies nährte Spekulationen, dass Washington die Beschränkungen für venezolanische Rohölexporte lockern könnte.

Die Analysten von JP Morgan sind der Ansicht, die kombinierten Ölreserven aus Venezuela, Guyana und den USA könnten den Vereinigten Staaten ‍etwa 30 Prozent der weltweiten Ölreserven sichern, ⁠wenn sie unter ihrem Einfluss konsolidiert würden. Die Rohölpreise machten anfängliche Verluste zum Wochenauftakt wieder wett und zogen leicht an.

Den Analysten von Scotiabank zufolge könnte auf kurze ‍Sicht der Energiekonzern ConocoPhillips der größte Nutznießer sein. Sollte es zu einer Machtübergabe an einen pro-westlichen Kandidaten kommen, könnte ⁠das Unternehmen bis zu zehn Milliarden Dollar für frühere Forderungen erhalten und sich wieder zwei Projekten anschließen. Der US-Ölkonzern Chevron werde zwar keine hohen Einmalzahlungen erhalten, konstatierten die Experten weiter. Sein Status als ‍einziges derzeit im Land tätiges US-Unternehmen ‌könnte Chevron jedoch einen Vorsprung verschaffen.

Die politische Lage in dem südamerikanischen Land bleibt jedoch unklar. Der Oberste Gerichtshof Venezuelas hat Vizepräsidentin Delcy Rodriguez vorübergehend die Amtsgeschäfte übertragen. Trump hatte erklärt, die USA würden "Venezuela führen", bis es einen Übergang gebe. Außenminister Marco Rubio sprach von einer "Öl-Quarantäne", um Druck auszuüben. Analysten warnten jedoch, dass eine nennenswerte Erholung der Ölindustrie angesichts der politischen Unsicherheit und der maroden Infrastruktur wahrscheinlich Zeit brauchen werde.

(Bericht von M Cherian, Katha Kalia; geschrieben ⁠von Stefanie Geiger und Rene Wagner; redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen ‍und Märkte)

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