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Adidas sacken ab nach BofA-Abstufung - Trüber Branchenausblick

dpa-AFX · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Quelle: IgorGolovniov

Eine Kehrtwende der Bank of America (BofA) in der Einschätzung von Adidas hat das Papier des Sportartikelherstellers am Dienstag schwer belastet. Im kaum veränderten Gesamtmarkt büßte es gegen Mittag 7,0 Prozent auf 158,00 Euro ein und war damit Schlusslicht im Leitindex Dax.

Die Gewinne der Aktie seit ihrem 29-Monatstief im November von 150,40 Euro haben sich damit großteils in Luft aufgelöst. Seitdem hatten wohl nicht zuletzt auch Hoffnungen auf die 2026 anstehende Fußball-Weltmeisterschaft dem Kurs Impulse gegeben. Nun zeigte sich Analyst Thierry Cota im europäischen Branchenausblick auf 2026 skeptisch und hält den erhofften Aufschwung für eine Illusion.

Er kappte das Kursziel der Adidas-Aktie von 213 auf 160 Euro und senkte sein Anlageurteil um gleich zwei Stufen von "Buy" auf "Underperform", womit er in der Aktie nun einen der am wenigsten attraktiven Werte in seinem Beobachtungsuniversum sieht.

Ein 20-jähriger Trend ist vorbei, sagt die BofA

Ihm zufolge sind keine Anzeichen einer Wende zum Besseren für die Sportartikelbranche erkennbar. Der Abschwung, der im zweiten Quartal 2023 begonnen habe, dürfte zwar eigentlich vorbei sein. Es seien jedoch keine Signale auszumachen, dass die Phase schwacher Umsätze (ohne Zu- und Verkäufe sowie Wechselkurseffekte) ende. Vielmehr werde der Abschwung wohl eher in sein viertes Jahr gehen, weshalb Cota folgert: "Der 20-jährige Freizeit-Sportartikel-Trend ist abgeschlossen."

Auf kurze Sicht, so schreibt der Analyst der US-Investmentbank mit Blick auf die Branche, werde für das vierte Quartal sogar ein Umsatzrückgang von zwei Prozent erwartet, hauptsächlich bedingt durch Nike und Puma , "und ein Wendepunkt ist nicht in Sicht". Alles in allem werde das Geschäft der Branche weiter bestenfalls langsam zulegen, doch ein Wachstum im langfristigen Durchschnitt im oberen Neun-Prozent-Bereich werde es nicht geben. Der Markt habe darauf auch bereits reagiert, denn die Konsensschätzungen für den Gewinn je Aktie im gesamten Sektor seien für 2026 und 2027 bereits seit Anfang 2025 im Durchschnitt um etwa 20 Prozent gesunken.

Zu Adidas schrieb er, dass hier der Aufschwung allmählich nachlasse und nun einige Hürden lauerten. Dabei verwies Cota auf ein nur gering erwartetes Umsatzwachstum im vierten Quartal sowie eine wahrscheinliche Abschwächung nach der Fußballweltmeisterschaft im Sommer. Die schwachen Branchentrends begrenzten obendrein die Margenaussichten.

Wettbewerber werden ebenfalls abgestuft

Neben Adidas stufte der Analyst auch JD Sports ab, und zwar von "Buy" auf "Neutral". Mit Blick auf die Briten sieht er eine Verlagerung der Probleme von branchenbezogenen zu unternehmensspezifischen. Angesichts eines langsamen Wachstums habe ein Einzelhandelsunternehmen mit hohen und steigenden Fixkosten wie JD Sports eines sei, nur begrenztes Umsatz- und Margenpotenzial. Cota sieht daher die Konsensschätzungen für das EPS weiter sinken und kappte sein Kursziel von 112 auf 96 Pence.

Für Puma behielt er sein neutrales Anlageurteil und hob unter anderem wegen niedrigerer Kapitalkosten (WACC) sein Kursziel um zwei auf 24 Euro an. Diese Aktie gab im MDax zuletzt um 3,0 Prozent auf 21,77 Euro nach. JD Sports verloren in London derweil 5,4 Prozent auf 82,66 Pence.

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