Öl-Exporte: Saudi-Arabien weicht wegen Hormus-Blockade auf Rotes Meer aus

Reuters · Uhr
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London, 06. ⁠Mrz (Reuters) - Der weltgrößte Ölexporteur Saudi-Arabien leitet nach der Schließung der Straße von Hormus Lieferungen über das Rote Meer um. Die Mengen reichen jedoch bei weitem nicht aus, um den Ausfall auszugleichen, wie die von der Nachrichtenagentur Reuters ausgewerteten Schiffsdaten am Freitag zeigten. ‌Saudi-Arabien und andere Golf-Anrainer wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und der Irak hatten ihre Transporte durch die Meerenge am Samstag eingestellt. Zuvor hatten die USA ⁠und Israel ⁠den Iran angegriffen, woraufhin die Regierung in Teheran mit Drohnen- und Raketenangriffen reagierte.

Der staatliche Ölkonzern Aramco hat Insidern zufolge einige Abnehmer angewiesen, ihre Ladungen nun im Hafen von Yanbu am Roten Meer zu laden. In den ersten fünf Märztagen wurden im Terminal Yanbu 1,9 Millionen Barrel pro Tag verladen. Dies entspricht einem ‌Anstieg von etwa 60 Prozent gegenüber Februar, wie ‌Daten des Londoner Börsenbetreibers LSEG zeigen. Saudi-Arabien exportiert insgesamt mehr als sieben Millionen Barrel täglich, von denen normalerweise rund sechs Millionen die Straße von Hormus passieren.

Theoretisch kann das Königreich ⁠bis zu fünf Millionen Barrel pro Tag über eine Pipeline zum Roten Meer ‌umleiten. Der Hafen dort könnte Händlern zufolge ⁠mehr als 4,5 Millionen Barrel abfertigen, hat aber selten mehr als 2,5 Millionen täglich verladen. Zudem ist die Pipeline hauptsächlich für die Rohölsorte Arab Light ausgelegt.

Die Route durch das Rote Meer birgt jedoch ebenfalls Risiken ‌durch Angriffe der mit dem Iran verbündeten ⁠Huthi-Miliz. Einige Charterungen für Tanker für ⁠Yanbu scheiterten Händlern und Schiffsmaklern zufolge bereits an hohen Frachtraten und Sicherheitsbedenken. Zudem sei es schwierig, verfügbare Tanker in der Nähe von Yanbu zu finden, sagte Janiv Shah von Rystad Energy. Dem Analysehaus zufolge sind fast zehn Prozent der gängigen Öltanker in der Nähe der Straße von Hormus blockiert. Insidern zufolge hat der indische Konzern Reliance jedoch bereits vorläufig zugestimmt, einen Supertanker und ein kleineres Schiff in Yanbu zu beladen.

(Bericht von Dmitry Zhdanikov, Ahmad Ghaddar, ⁠Enes Tunagur, Jonathan Saul, Georgina McCartney und Arathy Somasekhar, Nerijus Adomaitis, geschrieben von Rene Wagner; redigiert von Sabine Ehrhardt - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion ‌unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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