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China macht sich über Trump lustig

Harald Weygand
China macht sich über Trump lustig

Genau genommen ist es, Hu Xijin, der sich lustig macht. Trump könne gerne General Motors, Ford, etc. zurück in die USA holen. China sei der größte Markt und die USA könnten gerne diesen Markt aufgeben zugunsten BMW, VW und Toyota. Geht zurück in die USA, laßt jede amerikanische Familie 20 Fahrzeuge haben.

Das Ganze garniert mit einem Smilie. Hu Xijin ist Chefredakteur der regierungsnahen Global Times.

Gut möglich, dass Trump am Ende doch einen Deal mit China bekommt, aber der Status quo der Verhandlungen sieht erstmal nicht vielversprechend aus.

China dürfte auch aufgefallen sein, dass es bei Trump 2 wunde Punkte gibt:

a) Trump ist ein bißchen versessen auf den Dow Jones. Er weiss natürlich, dass das Zünden neuer Eskalationsstufen im Handelskrieg zu nachgebenden Kursen führt.

b) Wir erinnern uns: Trump hatte am 31. Juli Strafzölle auf Chinaimportware im Volumen von 300 Mrd. $ ab 1. September angekündigt, dann aber einen Rückzieher gemacht und einen erheblichen Umfang dieser Maßnahme auf Dezember verschoben, um das Weihnachtsgeschäft zu schonen. Einen solchen Rückzieher kann man nur als Schwäche auslegen. Es läßt vermuten, dass Trump sich der Konsequenzen nicht bewußt war, als er die Strafzölle für September ankündigte. Es zeigt aber auch auf, wo er ebenfalls verwundbar ist: Er möchte möglichst nicht den eigenen Branchen, Unternehmen und Konsumenten schaden. Wohlwissend, dass es dabei um seine potentiellen Wähler handelt.

Die Chinesen zwingen ihn nun nach und nach sich selbst an den wunden Punkte weh zu tun. Sie haben Trump gestern erstmals dazu gebracht, dass er in fallende Kurse Strafzollmaßnahmen ankündigt. Davor kamen die Eskalations-Tweets in gerade nach oben durchstartende Kurse; also möglichst marktschonend. Außerdem kommen nun doch ab 1. September die Strafzölle auf 300 Mrd $ Chinaimportware. Er schont das Weihnachtsgeschäft also doch nicht. Wie muss dieser Rückzieher vom Rückzieher auf die US Bevölkerung wirken ? Und wie auf US Großanleger und Corporate America, die merken "Fuck, unser Mann sieht gerade nicht gut aus".

Wenige Stunden, nachdem China gestern Strafzollmaßnahmen angekündigt hat, entscheidet er offensichtlich wütend, ebenfalls an der Strafzollschraube zu drehen. Nein, Donald. Das ist nicht smart, das ist impulsiv. Und impulsives Handeln ist meist nicht rational. Wie ich einleitend schreibe: Gut möglich, dass Trump am Ende doch einen Deal mit China bekommt, aber der Status quo der Verhandlungen sieht erstmal nicht vielversprechend aus.

(© GodmodeTrader 2019 - Autor: Harald Weygand, Head of Trading)
Hinweis: Die Inhalte der Kolumnen dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des jeweiligen Autors wieder. Für den Inhalt der Kolumne ist allein der jeweilige Autor verantwortlich.
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Expertenprofil
Harald Weygand Harald Weygand Head of Trading bei GodmodeTrader.de

Harald Weygand entschied sich nach dem Zweiten Staatsexamen in Medizin, einer weiteren wirklichen Leidenschaft, dem charttechnischen Analysieren der Märkte und dem Trading, nachzugehen.

Nach längerem, intensivem Studium der Theorie ist Weygand als Profi-Trader seit 1998 am Markt aktiv. Im Jahr 2000 war er einer der Gründer der BörseGo AG und des Portals www.GodmodeTrader.de . Dort ist er für das charttechnische Coverage von Aktien, Indizes, Rohstoffen, Devisen und Anleihen sowie die fachliche Führung des Traderteams zuständig.

Über die Branche hinaus bekannt ist der Profi-Trader für seine Finanzmarktanalysen sowie aufgrund seiner Live-Analysen auf Anlegerveranstaltungen und Messen. Weygand ist zudem gern gesehener Interviewgast bei N24, n-tv und dem Deutschen Anlegerfernsehen.

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